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Narkosen bei Tieren

 

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© chalabala / Fotolia.comAnzeige

Definition:

Katze bei der Narkose

Bei der Inhalationsnarkose führt der Tierarzt dem Tier vorsichtig einen Schlauch in die Luftröhre ein (Tubus). Foto: vetproduction

Was ist eine Narkose bei Tieren?

Eine Narkose bei Tieren ist ein durch Medikamente ausgelöster Zustand des tiefen Schlafs. Der Tierarzt möchte mit einer Narkose das Tier in eine Verfassung versetzen, in der er es operieren kann – das Tier sollte entspannt und in einem tiefen Schlaf sein, sodass es die Umgebung sowie operationsbedingte Schmerzen nicht mehr wahrnimmt. Beim Tier sind viele verschiedene Narkosen im Einsatz; entsprechend der Situation und des notwendigen Eingriffs wählt der Tierarzt eine geeignete Narkosemethode aus.

Oftmals ist für kleine Eingriffe nur eine Sedierung notwendig: Das Tier wird hierbei durch Medikamente ruhiggestellt. Es nimmt die Umgebung nur noch gedämpft war, ist schläfrig und reagiert nicht mehr so stark auf äußere Einflüsse. Eine Sedierung ist zum Beispiel sinnvoll, wenn der Tierarzt wilde Tiere transportiert oder wenn Untersuchungen am wachen Tier nicht möglich sind. Er kann in Kombination mit einer örtlichen Betäubung (Lokalanästhesie) auch kleinere Wunden nähen und andere kleine Eingriffe durchführen.

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Der Tierarzt setzt eine örtliche Betäubung (Lokalanästhesie) beim Tier, um eine bestimmte Körperstelle schmerzunempfindlich zu machen. Dies erfolgt beispielsweise durch Spritzen an der Haut oder an den Zähnen. Einen Eingriff an dieser Stelle spürt das Tier dann nicht mehr.

Die Steigerung einer Lokalanästhesie ist die Regionalanästhesie: Hier möchte der Tierarzt größere Körperbereiche des Tieres schmerzfrei halten. Ein Beispiel für die Regionalanästhesie ist die epidurale Anästhesie: Bei einem Kaiserschnitt beispielsweise erhält das Tier eine Spritze mit einem Betäubungsmittel, welches in den Raum um das Rückenmark (Epiduralraum) gespritzt wird und hier die abführenden Nerven betäubt.

Eine Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) stellt den Zustand dar, wenn das Tier tief schläft – das heißt das Bewusstsein verloren hat, empfindungslos ist und die Muskeln entspannt sind. Dieser Zustand ist nötig, um eine Operation durchführen zu können. Das Tier spürt keine Schmerzen mehr. Der Tierarzt wählt je nach Operation zwischen verschiedenen Narkosemethoden aus. Er unterscheidet eine Injektionsnarkose und eine Inhalationsnarkose. Bei der Injektionsnarkose erhält das Tier die Medikamente über das Blut und schläft dann ein. Bei der Inhalationsnarkose verabreicht der Tierarzt dem Tier anfangs Medikamente in die Vene, damit das Tier schläft und er einen weichen Schlauch (Tubus) in die Luftröhre einbringen kann. Durch den Tubus erhält das Tier Inhalationsgas und bleibt in Narkose.

Durchführung:

Wie wird eine Narkose bei Tieren durchgeführt?

Der Tierarzt wählt, je nach vorgesehenem Eingriff, eine bestimmte Narkosemethode aus. Vor einer Narkose beim Tier ist eine Allgemeinuntersuchung sinnvoll. So kann der Tierarzt feststellen, ob Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorliegen. Eine Operation könnte das Tier dann zu stark belasten. Bei einer Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) ist es ebenso ratsam, eine Blutuntersuchung durchzuführen, damit der Tierarzt beispielsweise die Funktion der inneren Organe beurteilen kann. Vor einer Vollnarkose sollte das Tier einige Stunden nüchtern gewesen sein, damit es sich während der Narkose nicht an erbrochenem Mageninhalt verschlucken kann.

Bei einer Sedation erhält das Tier eine Spritze mit einem Beruhigungsmittel. Gängige Mittel sind unter anderem der Wirkstoff Diazepam (im Volksmund auch bekannt unter dem Handelsnamen Valium) und Azepromazin. Der Tierarzt erzielt mit diesen Medikamenten einen Zustand der Beruhigung – die Tiere sind schläfrig, reagieren nicht mehr so stark auf ihre Umwelt und bewegen sich nicht mehr viel.

Zur örtlichen Betäubung (Lokalanästhesie) setzt der Tierarzt Betäubungsspritzen um und in das Gebiet, das er betäuben möchte. Zum Beispiel betäubt er bei einer Bissverletzung die betroffene Stelle, um sie dann vernähen zu können. Typische Medikamente, die er einsetzen kann, sind Lidocain und Bupivacain. Die örtliche Betäubung kann er alleine oder in Kombination mit einer Sedation oder einer Allgemeinanästhesie einsetzen.

Bei der Regionalanästhesie betäubt der Tierarzt größere Körperanteile, in dem er das Betäubungsmittel neben den Nerv spritzt. Dadurch ist das gesamte Gebiet, welches durch den Nerv versorgt wird, schmerzunempfindlich. Die Regionalanästhesie wir häufig beim Kaiserschnitt angewandt: Der Tierarzt Injiziert das Medikament in den Hohlraum, in dem das Rückenmark liegt, den sogenannten Epiduralraum. Dieses Verfahren heißt deshalb Epidural-Anästhesie.

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Eine Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) erreicht der Tierarzt durch eine Injektionsnarkose oder eine Inhalationsnarkose. Bei der Injektionsnarkose erhält das Tier eine Spritze mit den Narkosemitteln. Dies kann entweder in ein Blutgefäß (meist eine Vene) direkt verabreicht werden oder in den Muskel. Bei Katzen beispielsweise wählt der Tierarzt für die Kastration häufig eine Injektionsnarkose mit Ketamin und Xylazin. Diese Medikamente spritzt er in die Muskulatur. Nach wenigen Minuten ist die Katze eingeschlafen und befindet sich in einem Zustand, in dem der Tierarzt sie operieren kann.

Bei der Inhalationsnarkose erhält das Tier zunächst Medikamente über ein Blutgefäß, damit der Tierarzt es intubieren kann. Beim Intubieren führt er dem Tier vorsichtig einen Schlauch in die Luftröhre ein (Tubus). Durch diesen Tubus kann er dem Tier während der Narkose ein Betäubungsgas zuführen. Die Inhalationsnarkose ist die sicherste und schonendste Narkoseart, da sich die Dosierung des Narkosemittels jederzeit anpassen lässt. Gängige Inhalationsgase sind Isofluran und Sevofluran.

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