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Impfungen beim Hund

 

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Themen-Special:Juckreiz beim Hund

© chalabala / Fotolia.comAnzeige

Welche Risiken bergen Impfungen beim Hund?

Die Risiken, die mit der Impfung eines Hundes einhergehen, sind gering. Einen völlig risikofreien Impfstoff gibt es jedoch nicht. Um Komplikationen zu vermeiden, sollte der zu impfende Hund gesund sein. Der Tierarzt führt daher vor der Impfung eine Untersuchung mit Messung der Körpertemperatur beim Hund durch und erkundigt sich nach bestehenden Krankheiten oder Beschwerden des Tieres.

Nach einer Impfung können Impfreaktionen wie Schwellungen und Schmerzen an der Impfstelle auftreten. Einige Hunde fressen auch weniger und leiden unter Fieber und Abgeschlagenheit. Dabei handelt es sich jedoch um normale Reaktionen des Organismus, die in der Regel schnell und ohne Folgen wieder abklingen.

Komplikationen wie allergische Reaktionen kommen nach einer Impfung hingegen selten vor. In seltenen Fällen führt die Impfung dazu, dass eine bereits bestehende Erkrankung, die vor der Impfung noch keine Symptome beim Hund hervorgerufen hat, zum Ausbruch kommt. Sehr selten erkrankt der Hund trotz der Impfung an der Infektionskrankheit, gegen die er geimpft wurde. Die meisten Komplikationen lassen durch eine sorgfältige Planung und Impftechnik vermeiden. Der Nutzen einer Impfung beim Hund ist insgesamt größer als die Risiken.

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Welche Impfungen für den Hund muss ich bei Reisen ins Ausland beachten?

Über welche Impfungen der Hund für Reisen ins Ausland verfügen muss, ist in der EU-Verordnung 998/2003 über die Ein- und Ausfuhr von Heimtieren gesetzlich festgelegt. Ziel dieser Verordnung ist ein besserer Schutz vor Tollwut, da diese Erkrankung für Tiere und Menschen tödlich ist.

Die Regeln sind weitgehend einheitlich: Für Reisen innerhalb der EU ist der Nachweis einer gültigen Impfung gegen Tollwut notwendig. Für die Erstimpfung muss der Welpe mindestens drei Monate alt sein. Die Impfung ist dann gültig, wenn sie mindestens 21 Tage vor Grenzübertritt durchgeführt wurde. Nach der Erstimmunisierung sind regelmäßige Wiederholungsimpfungen erforderlich. Sowohl für die Erstimmunisierungen als auch für die Wiederholungsimpfungen gilt der Impfschutz für den Zeitraum, den der Impfstoffhersteller für eine Wiederholungsimpfung angibt. Weitere Impfungen und Tollwut-Bestimmungen werden in der Regel nicht gefordert.

Für die Einreise in Drittländer (Nicht-EU-Länder) gelten die jeweiligen länderspezifischen Bestimmungen. Es ist ebenfalls eine Tollwut-Impfung erforderlich. In den Anhängen der EU-Verordnung finden sich Listen, in denen alle Drittländer vermerkt sind, die dem Tollwut-Status der EU entsprechen oder deren Tollwut-Status mit den EU-Mitgliedsländern vergleichbar sind. Diese Länder bezeichnet man als gelistete Drittländer. Zu diesen Ländern gehören unter anderem die Schweiz, Island, Norwegen, Australien, Japan, USA, Kanada, Neuseeland und Jamaika.

Jetzt folgen:

In allen Drittländern, die nicht in den Listen zur EU-Verordnung aufgeführt sind, ist die Tollwut-Situation nicht geklärt oder bedenklich. Hier gelten spezielle Anforderungen, die sich in bestimmten Punkten von denen in der EU unterscheiden. In der Regel ist es nicht schwierig, mit dem Hund in solche Länder (z.B. Urlaubsländer wie Tunesien, Ägypten, Marokko, Türkei, und Thailand) einzureisen, die Wiedereinreise nach Deutschland ist jedoch aufwendiger. Neben einer gültigen Tollwut-Impfung muss vor der Einreise in die EU unter anderem eine Blutuntersuchung (Tollwut-Antikörpertest) in einem zugelassenen EU-Labor durchgeführt werden. Es ist daher ratsam, keine zugelaufenen Hunde aus diesen Ländern mit nach Deutschland zu nehmen.

Neben den Tollwut-Bestimmungen gelten in einigen Ländern weitere Regeln bezüglich der Ein- und Ausreise. Dazu gehören unter anderem Leinenzwang, ein Einfuhrverbot bestimmter Hunderassen und Auflagen zur Parasiten- Behandlung (z.B. gegen Bandwürmer und Zecken). Einzelne Länder fordern auch weitere Impfungen.

Es ist ratsam, sich als Tierhalter vor der Reise ins Ausland rechtzeitig über die jeweiligen Länderbestimmungen zu informieren. Genauere Auskünfte zu den Bestimmungen erteilen der Tierarzt, das lokale Veterinäramt und die Botschaft des Reiselands.

Darüber hinaus sollte man sich erkundigen, welche Krankheiten in dem Zielland verbreitet sind und den Hund gegebenenfalls impfen lassen und/oder andere Vorkehrungen treffen. Typische Reisekrankheiten beim Hund sind die Hunde-Malaria (Babesiose), Leishmaniose und Herzwurm-Befall (Dirofilariose).

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Was ist ein EU-Impfpass für Hunde?

Für Reisen in EU-Länder benötigt der Hund seit dem Jahr 2004 den blauen Europäischen Heimtierausweis (EU-Impfpass). Darin sind, neben den Angaben über das Tier und den Besitzer, auch Impfungen und Gesundheitsbescheinigungen aufgelistet.

Um den EU-Heimtierausweis eindeutig zuordnen zu können, muss der Hund mit einem Mikrochip oder einer Tätowierung gekennzeichnet sein. Für neu gekennzeichnete Hunde ist seit dem 3. Juli 2011 der Mikrochip verpflichtend. Die Nummer des Mikrochips beziehungsweise der Tätowierung ist im EU-Heimtierausweis vermerkt. Darüber hinaus ist es für Reisen in andere Mitgliedstaaten der EU zwingend erforderlich, dass in dem Ausweis der Nachweis eines Tierarztes über eine gültige Tollwut-Impfung enthalten ist.

Weitere Impfungen sind in der Regel nicht vorgeschrieben, können aber zusätzlich in den EU-Heimtierausweis eingetragen werden. Der Ausweis gilt nur für Hunde, Katzen und Frettchen. Ausgestellt wird er von niedergelassenen Tierärzten. Diese benötigen dazu jedoch eine Ermächtigung der zuständigen Behörden.

Die Ausstellung des blauen EU-Heimtierausweises ist nur dann erforderlich, wenn man als Tierhalter mit seinem Hund ins Ausland verreisen möchte. Bleibt der Hund stets in Deutschland, werden die Impfungen in den normalen, gelben Impfpass eingetragen.

 

 

Weiterführende Informationen

 

 Informationen zum Thema im Internet:

  • Die Internetseiten des Auswärtigen Amts (www.auswaertiges-amt.de) und des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (www.bmelv.de) bieten aktuelle Informationen zum Thema „Reisen mit Heimtieren ins Ausland“ bzw. den Bestimmungen zur Tollwut-Impfung an.
  • Welche Impfstoffe in Deutschland zugelassen sind, können Sie den Internetseiten des Paul-Ehrlich-Instituts entnehmen. Der folgende Link führt Sie direkt auf die entsprechende Unterseite „Hundeimpfstoffe“: www.pei.de.

 

Autor: Dipl.-Sportwiss. Maren Menyes
Tierärztliche Qualitätssicherung: Dr. med. vet. Michael Koch
Datum: Juni 2011
Letzte Aktualisierung: Juli 2012
Aktualisiert durch: Dipl.-Sportwiss. Maren Menyes
Quellen:
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: www.bmelv.de (Abruf: 07/2012)
Der Brockhaus: Gesundheit. Brockhaus in der Wissenmedia. Leipzig/ Mannheim 2010
Kübler, H.: Quickfinder Hundekrankheiten. GU, München 2009
Ständige Impfkommission Vet. im Bundesverband Praktizierender Tierärzte e. V. (bpt): Leitlinie zur Impfung von Kleintieren.  (Stand: 08/2009)
Nelson R.W. et al.: Innere Medizin der Kleintiere. Urban & Fischer 2006
Suter, P.F. et al.: Praktikum der Hundeklinik. Enke, Berlin 2012
Wilczek C. et al.: MemoVet: Praxis-Leitfaden Tiermedizin. Schattauer 2010

 

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