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Vidalta®

 

Was ist Vidalta®?

Vidalta® ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel für Katzen, das zur Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) verabreicht wird. Vidalta® ist als Retardtablette in zwei Dosierungen (Vidalta® 10 mg, Vidalta® 15 mg) erhältlich.

 

Welche Wirkstoffe enthält Vidalta®?

Vidalta® enthält den Wirkstoff Carbimazol. Je nach Dosierung sind in einer Retardtablette 10 mg oder 15 mg Carbimazol enthalten. Das Medikament hemmt die Bildung von Schilddrüsenhormonen und gehört somit zu den sogenannten Thyreostatika.

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Wann wird Vidalta® angewendet?

Der Tierarzt verordnet Vidalta® bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) bei Katzen.

Der Wirkstoff Carbimazol ist ein sogenanntes Prodrug, das heißt, dass Carbimazol unmittelbar nach der Aufnahme in den Tierkörper in seine eigentliche Wirkform, ein Molekül namens Thiamazol, umgewandelt wird. Thiamazol hemmt die Bildung der Schilddrüsenhormone T3 und T4, welche die Schilddrüse bei einer Überfunktion im Überschuss produziert.

Da Vidalta® nur die Bildung, aber nicht die Wirkung von T3 und T4 beeinflusst, ist die Dauer, bis sich die Konzentration der beiden Hormone im Blut normalisiert, von Katze zu Katze unterschiedlich.

Vidalta® darf nicht angewendet werden bei:

  •  trächtigen oder laktierenden Katzen
  •  Katzen mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) oder schweren Lebererkrankungen
  •  Katzen mit einer Autoimmunerkrankung
  •  Katzen mit veränderten roten oder weißen Blutbild oder einer Störung der Blutplättchen (Thrombozyten)
  •  Katzen mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Carbimazol oder Thiamazol

 

Wie soll Vidalta® verabreicht werden?

Retardtabletten wie Vidalta® setzen, anders als gewöhnliche Tabletten, den Wirkstoff gleichmäßig über einen bestimmten Zeitraum frei (Retardierung). Da diese kontinuierliche Wirkstofffreisetzung verloren geht, wenn die Tabletten geteilt, zerkleinert oder zerdrückt werden, muss der Besitzer die Tabletten der Katze unbedingt als Ganzes geben. Um eine möglichst konstante Konzentration des Wirkstoffs im Körper der Katze zu gewährleisten, sollten Sie Vidalta® der Katze immer zur gleichen Uhrzeit verabreichen. Halten Sie außerdem den Abstand zwischen der Arzneimittelgabe und Fütterung immer konstant, weil das Futter die Aufnahme des Wirkstoffs in den Tierköper erhöht.

In der Einstellungsphase verabreichen Sie der Katze eine Tablette mit 15 mg bzw. 10 mg Carbimazol einmal täglich. Therapiebegleitend bestimmt der Tierarzt regelmäßig die Gesamtthyroxin-Konzentration im Blut (gesamtes T4-Schilddrüsenhormon). Befindet sich der Wert im Normbereich, erfolgt in der Erhaltungsphase eine Dosisanpassung. Diese hängt von der Gesamtthyroxin-Konzentration sowie von den Symptomen ab.

Die sogenannte Erhaltungsdosis ist die minimale Arzneimitteldosis, die der Besitzer der Katze täglich verabreichen muss, damit die Gesamtthyroxin-Konzentration innerhalb des Normbereichs bleibt. In der Regel liegt diese zwischen 10 mg (einmal eine 10 mg Tablette täglich) und 25 mg (einmal eine 10 mg sowie eine 15 mg Tablette täglich). Der Tierarzt bestimmt weiterhin, jedoch in größeren Abständen (drei bis sechs Monate), die Gesamtthyroxin-Konzentration.

 

Welche Nebenwirkungen hat Vidalta®?

Die kontinuierliche Wirkstofffreisetzung von Vidalta® verringert das Auftreten von Nebenwirkungen.

Folgende unerwünschte Wirkungen von Vidalta® wurden beobachtet:

  • Häufig: Erbrechen, Durchfall, verminderter Appetit, Verschlechterung des äußeren Erscheinungsbilds, Antriebslosigkeit, Herzrasen (Tachykardie), gesteigertes Durstgefühl (Polydipsie), vermehrte Harnausscheidung (Polyurie) und Flüssigkeitsmangel (Dehydration) sowie nässende Hautentzündungen, Juckreiz, Rötungen oder Haarausfall. Diese Nebenwirkungen stellen keinen Grund für einen Therapieabbruch dar, da die Symptome normalerweise mild und gut behandelbar sind.
  • Selten: Gewichtsverlust, Atembeschwerden, aggressives Verhalten, Orientierungslosigkeit, Störungen der Bewegungskoordination (Ataxie) oder Fieber.
  • In einigen Fällen: blutiges Erbrechen, Blutungen aus dem Maul oder dunkler Kot. Diese Symptome können auf Blutungen im Bereich des Magen-Darm-Trakts (gastrointestinale Blutungen) hinweisen. Hier entscheidet der Tierarzt, ob die Dosis reduziert oder die Therapie ganz abgebrochen werden muss.
  • Nierenprobleme (Reduzierung der sogenannten glomerulären Filtrationsrate), Erhöhung der Leberwerte. In schweren Fällen kann es nötig sein, die Behandlung mit Vidalta® vorübergehend oder ganz abzubrechen.
  • Während der ersten vier bis sechs Behandlungswochen können Nebenwirkungen wie eine Blutarmut (Anämie), eine erhöhte oder verringerte Anzahl an weißen Blutkörperchen, ein Abfall der Blutplättchen (Thrombozytopenie) oder der Lymphozyten (Lymphopenie) auftreten. Bei anhaltenden oder schweren Störungen sollte die Behandlung eingestellt werden. In den meisten Fällen klingt diese Veränderung innerhalb eines Monats nach Beendigung der Therapie ab.

Die beobachteten Nebenwirkungen verschwinden normalerweise nach dem Therapieabbruch wieder.

 

 

Weiterführende Informationen

 

Wichtiger Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dieser Text keine Beratung, Empfehlung oder Aufforderung im Hinblick auf den Kauf und/oder die Anwendung von Medikamenten darstellt. Die medizinischen Informationen stellen weder derartige Beratungen dar noch haben sie zum Zweck, den Tierarzt-Besuch, d.h. eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Tierarzt, zu ersetzen. Sie dienen ausschließlich Ihrer Information und sollen weder zur Selbstdiagnose noch zur Selbstbehandlung bei Ihrem Tier auffordern. Bitte wenden Sie sich bei gesundheitlichen Problemen Ihres Tieres immer an Ihren Tierarzt oder Apotheker!

 

Autor: Dr. Silke Kerscher-Hack, Apothekerin
Datum: September 2014
Quellen:
MSD Tiergesundheit: Information über Vidalta®
http://www.msd-tiergesundheit.de/products/vidalta/010_overview.aspx (Abruf: August 2014)
University of Zurich. Institute of Veterinary Pharmacology and Toxicology:
http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?tak/06000000/00062984.01?inhalt_c.htm (Abruf: August 2014)

 

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