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Meloxidyl®

 

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Was ist Meloxidyl®?

Meloxidyl® ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel für Rinder, Pferde, Schweine, Hunde und Katzen, das der Tierarzt bei Schmerzen und Entzündungen verschreiben kann.

Hunden wird das Medikament als sogenannte Suspension verabreicht, die unter dem Namen Meloxidyl® 1,5 mg/ml erhältlich ist. Für Katzen gibt es eine niedriger dosierte Suspension (Meloxidyl® 0,5 mg/ml).

Rinder, Pferde und Schweine erhalten Meloxidyl® als Injektion. Erhältlich ist diese unter dem Meloxidyl® 20 mg/ml. Die niedriger dosierte Injektionslösung (Meloxidyl® 5 mg/ml) ist für Hunde und Katzen gedacht. Meloxidyl® ist ein sogenanntes Generikum, da es dem bereits zugelassenen Arzneimittel Metacam® ähnlich ist.

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Welche Wirkstoffe enthält Meloxidyl®?

Meloxidyl® enthält den Wirkstoff Meloxicam. Das Medikament gehört zu den sogenannten nicht-steroidalen Entzündungshemmern (NSAID). Es wirkt entzündungshemmend (antiphlogistisch), schmerzlindernd (analgetisch) sowie fiebersenkend (antipyretisch).

 

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Wann wird Meloxidyl® angewendet?

Meloxidyl®-Suspension: Der Tierarzt verordnet das Arzneimittel bei Schmerzen und Entzündungen im Bewegungsapparat der Tiere, wenn diese infolge einer akuten (plötzlichen) oder chronischen (langfristigen) Erkrankung, beispielsweise aufgrund einer Verletzung, auftreten. Meloxidyl® 0,5 mg/ml Suspension kann Katzen auch nach Operationen an Knochen oder Weichteilen gegeben werden, um leichte bis mittelstarken Schmerzen sowie Entzündungen zu lindern.

Meloxidyl®-Injektionslösung: Pferde erhalten das Medikament zur Schmerzlinderung bei Koliken sowie bei Schmerzen und Entzündungen im Bewegungsapparat, die infolge einer akuten (plötzlich auftretenden) oder chronischen (langfristigen) Erkrankung auftreten.

Rindern wird Meloxidyl® in Kombination mit einer geeigneten Antibiotika-Therapie bei Atemwegsinfektionen (z.B. Infektionen der Luftwege) oder bei Euterentzündungen (akute Mastitis) verabreicht. Bei Durchfallerkrankungen kann Meloxidyl® zusammen mit einer sogenannten oralen Flüssigkeitstherapie gegeben werden. Eine orale Flüssigkeitstherapie wird den Tieren in das Maul gegeben und soll die Wasserkonzentration im Körper wiederherstellen. Die Tiere sollten jedoch älter als eine Woche und nichtlaktierende (nichtsäugende) Jungrinder sein. Des Weiteren verabreicht der Tierarzt Meloxidyl® Kälbern, die enthornt wurden, um deren Schmerzen zu lindern.

Schweine erhalten das Meloxidyl® in Kombination mit einer geeigneten Antibiotika-Therapie, um Entzündungen und Lahmheit zu behandeln, wenn diese infolge von nicht infektiösen Erkrankungen auftreten. Zudem kann Meloxidyl® bei Erkrankungen, die nach dem Abferkeln (nach der Geburt) auftreten, wie die puerperale Septikämie und Toxämie, eine nach dem Abferkeln auftretende Blutvergiftung, verabreicht werden.

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Der Tierarzt verabreicht Hunden Meloxidyl®, um Schmerzen und Entzündungen, die infolge akuter oder chronischen Erkrankungen oder nach einer Operationen an Knochen oder Weichteilen auftreten, zu lindern.

Katzen erhalten die Meloxidyl®-Injektionslösung bei Schmerzen, die infolge einer Ovariohysterektomie oder kleineren Weichteil-Operationen auftreten. Unter einer Ovariohysterektomie versteht man die Kastration einer weiblichen Katze. Bei diesem Eingriff werden sowohl die Eierstöcke als auch mindestens das vordere Drittel der Gebärmutter entfernt.

Meloxidyl® darf nicht angewendet werden bei:

  • Trächtigen oder laktierenden (säugenden) Tieren – Kühe und Sauen können jedoch während der Trächtigkeit und Laktation mit Meloxidyl® behandelt werden
  • Tieren mit Magen-Darm-Störungen (gastrointestinale Störungen) wie Reizungen (Irritationen) oder Blutungen (Hämorrhagien)
  • Tieren mit Leber-, Herz-, Nierenproblemen
  • Tieren mit Blutgerinnungsstörungen
  • Tieren mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber den Wirkstoff Meloxicam oder einem anderen Inhaltsstoff
  • Pferden, Hunden oder Katzen, die jünger als sechs Wochen sind
  • Katzen, weniger als zwei Kilogramm wiegen (Meloxidyl® 5 mg/ml-Injektionslösung)
  • Rindern mit einer Durchfallerkrankung (Meloxidyl® 20 mg/ml-Injektionslösung)
  • Tieren, die jünger als eine Woche sind (Meloxidyl® 20 mg/ml-Injektionslösung)
  • Stuten, deren Milch für den menschlichen Verzehr bestimmt ist

Meloxidyl® sollte nicht angewendet werden bei:

  • ausgetrockneten (dehydrierten) Tieren
  • hypovolämischen Tieren, das heißt Tieren mit einer geringen Blutmenge
  • hypotensiven Tieren, das heißt Tieren mit einem niedrigem Blutdruck

 

Wie soll Meloxidyl® verabreicht werden?

Die Tiere sollten vor dem Beginn der Behandlung mit Meloxidyl® gewogen werden. Nur so lässt sich das genaue Gewicht bestimmen und das Arzneimittel in der richtigen Dosierung verabreichen. Besonders bei Katzen ist es wichtig, auf die richtige Arzneimittel-Dosierung zu achten. Denn Meloxidyl® hat bei diesen Tieren nur eine geringe therapeutische Breite. Das heißt, dass bereits bei geringen Dosisüberschreitungen Anzeichen einer Überdosierung auftreten.

Meloxidyl®-Suspension: Meloxidyl®-Suspension wird den Tieren einmal täglich im Abstand von 24 Stunden zusammen mit Futter verabreicht. Vor der Arzneimittel-Gabe muss die Flasche gut geschüttelt werden. Anschließend öffnen Sie die Flasche, indem Sie die Verschlusskappe herunterdrücken und gleichzeitig drehen (Kindersicherung). Nun setzen Sie die Dosierspritze auf die Flasche auf. Diese hat Kilogramm-Körpergewicht-Markierungen, wobei jede Markierung derjenigen Menge an Arzneimittel entspricht, die ein Tier mit entsprechendem Gewicht für die Erhaltungsdosis benötigt. Die Erhaltungsdosis ist dabei die minimale Arzneimitteldosis, die der Besitzer dem Tier täglich verabreichen muss, damit Schmerzen und Entzündungen ausreichend gelindert werden. Wird Meloxidyl® den Tieren zum ersten Mal verabreicht, so erhalten diese in der Regel die doppelte Menge der Erhaltungsdosis.

Drehen Sie die Flasche mit der Spritze um und ziehen den Stempel der Spritze so weit zurück, dass die schwarze Linie auf dem Stempel mit dem Körpergewicht Ihres Tieres auf der Skala der Spritze übereinstimmt. Anschließend stellen Sie die Flasche wieder aufrecht und nehmen die Dosierspritze ab. Geben Sie das Arzneimittel über das Futter Ihres Tieres, indem Sie den Spritzenstempel wieder vorschieben. Achten Sie unbedingt darauf, die Suspension während der Arzneimittelentnahme nicht zu verunreinigen.

  • Meloxidyl® 0,5 mg/ml Suspension: Bei Schmerzen oder Entzündungen, die infolge einer Operation auftreten, erhalten Hunde und Katzen zuerst die Injektionslösung. Für Katzen kann die Behandlung mit Meloxidyl® 0,5 mg/ml Suspension fortgesetzt werden. Diese wird den Tieren 24 Stunden nach der Injektion direkt ins Maul gegeben. Die Behandlung mit Meloxidyl® 0,5 mg/ml Suspension kann bis zu vier Tage lang fortgesetzt werden. Empfohlen wird eine Dosis mit 0,05 mg Meloxicam pro Kilogramm Körpergewicht. Bei chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparats erhalten Katzen einmalig Meloxidyl® 0,5 mg/ml Suspension in einer Dosis von 0,1 mg Meloxicam pro Kilogramm Körpergewicht. Danach erfolgt eine Dosisreduktion auf 0,05 mg Meloxicam pro Kilogramm Körpergewicht. In der Regel bessern sich die Symptome innerhalb von sieben Tage. Ist kein Therapieerfolg erkennbar, muss die Behandlung mit Meloxidyl® spätestens nach 14 Tagen abgebrochen werden.
  • Meloxidyl® 1,5 mg/ml Suspension: Hunde erhalten das Arzneimittel einmalig in einer Dosis von 0,2 mg Meloxicam pro Kilogramm Körpergewicht. Danach erfolgt eine Dosisreduktion auf 0,1 mg Meloxicam pro Kilogramm Körpergewicht. In der Regel bessern sich die Symptome innerhalb drei bis vier Tagen. Ist kein Therapieerfolg erkennbar, muss die Behandlung spätestens nach zehn Tagen abgebrochen werden.

Meloxidyl®-Injektionslösung: Um Infektionen zu vermeiden, ist die Injektionslösung steril. Sie darf bei der Entnahme auf keinen Fall verunreinigt werden.

Pferde erhalten Meloxidyl® 20 mg/ml intravenös, also direkt in die Vene. Empfohlen wird eine einmalige Injektion mit 0,6 mg Meloxicam pro Kilogramm Körpergewicht. Dies entspricht einer Arzneimittel-Menge von 3,0 ml pro 100 Kilogramm.

Rindern wird Meloxidyl® 20 mg/ml unter die Haut (subkutan) oder direkt in die Vene (intravenös) gespritzt. Empfohlen wird eine einmalige Injektion mit 0,5 mg Meloxicam pro Kilogramm Körpergewicht. Dies entspricht einer Arzneimittel-Menge von 2,5 ml pro 100 Kilogramm.

Der Tierarzt spritzt Schweinen Meloxidyl® 20 mg/ml in den Muskel (intramuskulär). Empfohlen wird eine einmalige Injektion mit 0,4 mg Meloxicam pro Kilogramm Körpergewicht. Dies entspricht einer Arzneimittel-Menge von 2,0 ml pro 100 Kilogramm. Wenn nötig, kann das Medikament 24 Stunden nach der ersten Arzneimittel-Gabe erneut verabreicht werden.

Bei Erkrankungen des Bewegungsapparats wird Hunden Meloxidyl® 5 mg/ml einmalig mit einer Dosierung von 0,2 mg Meloxicam pro Kilogramm Körpergewicht unter die Haut (subkutan) injiziert. Dies entspricht einer Arzneimittel-Menge von 0,4 ml pro 10 Kilogramm. Die Behandlung kann mit Meloxidyl® 1,5 mg/ml Suspension fortgesetzt werden. Diese wird den Tieren 24 Stunden nach der Injektion direkt ins Maul gegeben. Der Hersteller empfiehlt hier eine Dosis von 0,1 mg Meloxicam pro Kilogramm Körpergewicht, die einmal täglich verabreicht wird. Sollen mit Meloxidyl® 5 mg/ml Schmerzen, die infolge einer Operation auftreten, gelindert werden, wird das Arzneimittel einmalig vor der Operation direkt in die Vene (intravenös) oder unter die Haut (subkutan) injiziert. Empfohlen wird eine Dosis von 0,2 mg Meloxicam pro Kilogramm Körpergewicht. Dies entspricht einer Arzneimittel-Menge von 0,4 ml pro 10 Kilogramm.

Katzen erhalten Meloxidyl® 5 mg/ml vor der Operation in einer Dosierung von 0,3 mg Meloxicam pro Kilogramm Körpergewicht unter die Haut (subkutan). Dies entspricht einer Arzneimittel-Menge von 0,06 ml pro Kilogramm.

Rinder dürfen bis 15 Tage und Schweine bis 5 Tage nach dem Abschluss der Behandlung mit Meloxidyl® nicht geschlachtet und das Fleisch für den menschlichen Verzehr verwendet werden. Für Kuhmilch beträgt die Wartezeit fünf Tage.

Werden Pferde mit Meloxidyl®-Injektionslösung behandelt, so dürfen sie bis fünf Tage nach dem Abschluss der Behandlung nicht für den menschlichen Verzehr geschlachtet werden. Pferde, deren Milch von Menschen verzehrt werden soll, dürfen Meloxidyl® nicht erhalten.

 

Welche Nebenwirkungen hat Meloxidyl®?

Unter der Behandlung mit Meloxidyl® können folgende Nebenwirkungen auftreten:

  • Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall (Diarrhö), Blut im Stuhl (okkultes Blut), Nierenversagen und Teilnahmslosigkeit (Apathie). Diese Nebenwirkungen sind typisch für Medikamente, die zu den sogenannten nicht-steroidalen Entzündungshemmern (NSAID) gehören. Bei Hunden treten sie generell am Anfang der Behandlung auf und klingen nach dem Behandlungsende wieder ab. In seltenen Fällen sind diese Nebenwirkungen von Meloxidyl® schwerwiegend oder sogar lebensbedrohlich.
  • Sehr selten treten nach der Injektion von Meloxidyl® anaphylaktische Reaktionen, also allergische Überempfindlichkeitsreaktionen des Immunsystems, auf. Die Symptome dieser Überempfindlichkeitsreaktion sollten mit geeigneten Medikamenten behandelt werden.
  • Rinder und Schweine vertragen Meloxidyl® gut. Bei etwa zehn Prozent der Rinder, denen Meloxidyl® unter die Haut gespritzt wurde, treten leichte, aber vorübergehende Schwellungen an der Injektionsstelle auf.
  • Bei Pferden, die mit der Meloxidyl®-Injektionslösung behandelt wurden, kann eine vorübergehende Schwellung an der Injektionsstelle auftreten.

 

 

Weiterführende Informationen

 

Wichtiger Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dieser Text keine Beratung, Empfehlung oder Aufforderung im Hinblick auf den Kauf und/oder die Anwendung von Medikamenten darstellt. Die medizinischen Informationen stellen weder derartige Beratungen dar noch haben sie zum Zweck, den Tierarzt-Besuch, d.h. eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Tierarzt, zu ersetzen. Sie dienen ausschließlich Ihrer Information und sollen weder zur Selbstdiagnose noch zur Selbstbehandlung bei Ihrem Tier auffordern. Bitte wenden Sie sich bei gesundheitlichen Problemen Ihres Tieres immer an Ihren Tierarzt oder Apotheker!

 

Autor: Dr. Silke Kerscher-Hack, Apothekerin
Datum: November 2014
Quellen:
European Medicines Agency: Arzneimittelinformation über Meloxidyl®:
http://www.ema.europa.eu/docs/de_DE/document_library/EPAR_-_Summary_for_the_public/veterinary/000115/ WC500065291.pdf (Abruf: November 2014)
Dacon GmbH: Fachinformation über Meloxidyl®:
http://www.pharmazie.com/graphic/A/09/8-90209.pdf (Abruf: November 2014)
http://www.pharmazie.com/graphic/A/19/8-90119.pdf (Abruf: November 2014)
http://www.pharmazie.com/graphic/A/94/8-90194.pdf (Abruf: November 2014)
http://www.pharmazie.com/graphic/A/05/8-90205.pdf (Abruf: November 2014)
University of Zurich. Institute of Veterinary Pharmacology and Toxicology:
http://vptserver1.uzh.ch/reloader.htm?TAK/06000000/00063196.01?inhalt_c.htm (Abruf: November 2014)
http://vptserver1.uzh.ch/reloader.htm?TAK/06000000/00063195.01?inhalt_c.htm (Abruf: November 2014)
http://vptserver1.uzh.ch/reloader.htm?TAK/06000000/00063198.01?inhalt_c.htm (Abruf: November 2014)

 

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