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Itrafungol®

 

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Was ist Itrafungol®?

Itrafungol® ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel für Katzen, das zur Behandlung von Pilzerkrankungen auf der Haut verabreicht wird. Das Medikament ist im Handel als Lösung zum Eingeben unter dem Namen Itrafungol® 10 mg/ml Lösung erhältlich.

 

Welche Wirkstoffe enthält Itrafungol®?

Itrafungol® enthält den Wirkstoff Itraconazol. Ein Milliliter der Itrafungol® 10 mg/ml Lösung enthält zehn Milligramm Itraconazol. Das Medikament tötet bestimmte Hautpilze ab und gehört somit zu den Antimykotika.

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Wann wird Itraconazol® angewendet?

Der Tierarzt verschreibt Itrafungol®, wenn Ihre Katze an einem Hautpilz (Dermatomykose) leidet, der von einem Pilz namens Microsporum canis verursacht wird.

Der Wirkstoff Itraconazol hemmt die Bildung eines Moleküls namens Ergosterol. Diese Substanz ist ein wichtiger Bestandteil der Zellwand von Pilzen und Hefen, kommt aber im Organismus von Säugetieren nicht vor. Durch die Abwesenheit von Ergosterol erhöht sich die Durchlässigkeit der Zellmembran der Pilze und die Stabilität nimmt ab. In der Folge sterben die Pilze ab.

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Itrafungol® darf nicht angewendet bei:

  • Trächtigen oder laktierenden (säugenden) Katzen
  • Katzen mit einer bekannten Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Itraconazol oder einen anderen Inhaltsstoff
  • Katzen mit einer eingeschränkten Leber- oder Nierenfunktion

 

Wie soll Itrafungol® verabreicht werden?

Itrafungol® wird der Katze mit Hilfe der in der Verpackung befindlichen Dosierspritze direkt ins Maul gegeben. Da das Futter die Aufnahme des Arzneistoffs in den Tierkörper vermindert, sollte das Medikament zwischen den Mahlzeiten verabreicht werden. Die tägliche Wirkstoff-Dosis beträgt fünf Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Dies entspricht einer Menge von 0,5 Milliliter der Itrafungol®-Lösung pro Kilogramm. Das Arzneimittel wird dem Tier nach folgendem Behandlungsschema verabreicht:

  • 0,5 Milliliter pro Kilogramm pro Tag werden der Katze sieben Tage lang verabreicht.
  • Die nächsten sieben Tage erfolgt keine Medikamentengabe.
  • Anschließend werden dem Tier sieben Tage lang 0,5 Milliliter pro Kilogramm pro Tag gegeben.
  • Die nächsten sieben Tage sind behandlungsfrei.
  • Schließlich wird die Katze sieben Tage mit 0,5 Milliliter pro Kilogramm pro Tag behandelt.

Die Dosierspritze weist eine Einteilung pro 100 Gramm Körpergewicht auf. Um der Katze Itrafungol® zu verabreichen, halten Sie die Spritze in die Lösung und ziehen Sie den Kolben bis zu der Markierung heraus, die dem aktuellen Gewicht Ihrer Katze entspricht. Anschließend geben Sie die Flüssigkeit der Katze langsam ins Maul und lassen Sie sie die Lösung schlucken. Nach der Anwendung sollte die Spritze gereinigt und getrocknet sowie die Verschlusskappe wieder fest aufgeschraubt werden. Um sich selbst vor einer Infektion mit dem Hautpilz zu schützen, sollten Sie, wenn Sie die Katze während der Medikamentengabe berühren, sowie bei der Reinigung der Spritze Latex-Handschuhe tragen und anschließend Ihre Hände waschen.

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Achten Sie besonders bei jungen Katzen auf die richtige Arzneimittel-Menge! Durch das geringere Gewicht kann es schnell zu Unter- beziehungsweise Überdosierungen mit Itrafungol® kommen. Um Dosierungsfehler zu vermeiden, sollten Sie bei Katzen, die weniger als 500 Gramm wiegen, eine 1 ml-Dosierspritze verwenden.

Insbesondere bei Katzenzuchten ist es schwierig, den Hautpilz zu bekämpfen. Denn auch Tiere, die behandelt werden, können solange nicht-erkrankte Tiere anstecken, bis ihr Hautpilz abgeheilt ist. Um Wiederansteckungen zu vermeiden, müssen infizierte und nicht-infizierte Tiere voneinander getrennt gehalten werden. Manchmal kann es hilfreich sein, erkrankte Tiere zu scheren, um infizierte Haare zu entfernen, den Fellwuchs zu stimulieren und die Genesung zu beschleunigen. Vor dem Scheren sollte jedoch der Tierarzt um Rat gefragt werden. Auch empfiehlt es sich, das Scheren vom Tierarzt durchführen zu lassen, da dieser über die hierfür notwendige Erfahrung verfügt, um die Haut des Tieres beim Scheren nicht zu verletzen. Zudem besitzt er auch die benötigte Ausrüstung wie Einweg-Schutzanzüge und -handschuhe, einen gut durchlüfteten Raum sowie die Möglichkeit, alle benutzten Gegenstände zu desinfizieren und die Haare fachgerecht zu entsorgen.

Des Weiteren muss die Umgebung mit geeigneten Mitteln desinfiziert werden. Denn Microsporum canis kann bis zu 18 Monaten in der Umwelt überleben. Staubsaugen Sie daher regelmäßig, desinfizieren Sie alle Gegenstände, die mit Ihrem Tier in Berührung kamen, wie beispielsweise die Fellpflege-Gegenstände. Sollte eine Desinfektion nicht möglich sein, müssen die Gegenstände vernichtet werden. Setzen Sie die Desinfektion und das Staubsaugen auch nach dem Abheilen des Hautpilzes fort. Wenn möglich, reinigen Sie alle Oberflächen mit einem feuchten Tuch. Die Tücher müssen anschließend gewaschen und desinfiziert beziehungsweise entsorgt werden. Auch der Staubsaugerbeutel muss anschließend entsorgt werden.

Nach Behandlungsende überprüft der Tierarzt, ob der Hautpilz erfolgreich abgeheilt ist. Ist dies nicht der Fall, verabreichen Sie Itrafungol® entsprechend dem Dosierschema erneut.

Um eine Einschleppung von Microsporum canis zu vermeiden, sollten neue Katzen und Katzen, die aus Tierschauen oder von der Zucht zurückkehren, isoliert werden. Katzenbesuche sollten vermieden werden. Des Weiteren ist es wichtig, die Tiere regelmäßig auf einen Hautpilz zu untersuchen.

 

Welche Nebenwirkungen hat Itrafungol®?

Unter der Anwendung von Itrafungol® wurden folgende unerwünschten Wirkungen bei den behandelten Tieren beobachtet:

  • Erbrechen, Durchfall (Diarrhö), Appetitlosigkeit, Speichelfluss, Depression, Teilnahmslosigkeit (Apathie). Diese Nebenwirkungen sind normalerweise leicht und verschwinden nach einiger Zeit wieder.
  • Sehr selten: vorübergehender Anstieg der Leberwerte, die in sehr seltenen Fällen mit einer Gelbsucht (Ikterus) verbunden sind. Bei Symptomen, die auf eine fehlerhafte Funktion der Leber (Leberdysfunktion) hindeuten, muss die Behandlung sofort abgebrochen werden.

 

 

Weiterführende Informationen

 

Wichtiger Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dieser Text keine Beratung, Empfehlung oder Aufforderung im Hinblick auf den Kauf und/oder die Anwendung von Medikamenten darstellt. Die medizinischen Informationen stellen weder derartige Beratungen dar noch haben sie zum Zweck, den Tierarzt-Besuch, d.h. eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Tierarzt, zu ersetzen. Sie dienen ausschließlich Ihrer Information und sollen weder zur Selbstdiagnose noch zur Selbstbehandlung bei Ihrem Tier auffordern. Bitte wenden Sie sich bei gesundheitlichen Problemen Ihres Tieres immer an Ihren Tierarzt oder Apotheker!

 

Autor: Dr. Silke Kerscher-Hack, Apothekerin
Datum: November 2014
Quellen:
MyHealthbox: Information über Itrafungol®

https://www.myhealthbox.eu/de/medicine/janssencilaggmbh/itrafungol/259807 (Abruf: November 2014)
University of Zurich. Institute of Veterinary Pharmacology and Toxicology:
http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?tak/05000000/00057369.01?inhalt_c.htm (Abruf: November 2014)
Dacon GmbH: Fachinformation über Itrafungol®
http://www.pharmazie.com/graphic/A/23/8-00623.pdff (Abruf: November 2014)

 

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