Anzeige

Anzeige

Zur Tiermediziner-Community Vets online

Anzeige


Mitmachen und gewinnen
Home » Medikamente » Incurin®

Incurin®

 

Diesen Artikel teilen:

 

Was ist Incurin®?

Incurin® ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel für Hündinnen. Der Tierarzt verabreicht das Medikament zur Behandlung einer Blasenschwäche (Harninkontinenz). Incurin® ist als runde Tablette mit einer Bruchrille unter dem Namen Incurin® 1 mg erhältlich.

 

Welche Wirkstoffe enthält Incurin®?

Incurin® enthält den Wirkstoff Estriol, der auch Östriol geschrieben wird. Der Arzneistoff ist ein kurz und schwach wirksames Östrogen aus der Gruppe der weiblichen Sexualhormone.

Anzeige

In einer Tablette des Arzneimittels Incurin® ist 1 mg des Wirkstoffs Estriol enthalten.

 

Wann wird Incurin® angewendet?

Der Tierarzt verordnet Incurin® bei einer Blasenschwäche (Harninkontinenz) bei Hündinnen, wenn diese infolge einer Kastration, auch Ovariohysterektomie genannt, auftritt. Da bei diesem Eingriff sowohl die Eierstöcke als auch mindestens das vordere Drittel der Gebärmutter entfernt werden, fehlt das weibliche Geschlechtshormon Östrogen. Der niedrige Östrogen-Spiegel sowie weitere Faktoren, wie ein altersbedingt lockerer werdendes Bindegewebe, führen wahrscheinlich zu einem Versagen des Harnröhren-Schließmuskels, wodurch unwillkürlich Harn abgesetzt wird.

Bleiben Sie immer auf dem Laufenden für das Wohl Ihres Tieres

Der Wirkstoff Estriol gehört zu den Östrogenen und besitzt eine schwache östrogene Wirksamkeit. Durch die Arzneimittel-Gabe lässt sich den Folgen eines niedrigen Östrogen-Spiegels entgegenwirken.

Incurin® darf nicht angewendet werden bei:

  • Nicht-kastrierten Hündinnen
  • Trächtigen und laktierenden (säugenden) Hündinnen
  • Hunden, die jünger als ein Jahr sind
  • Hunden mit Polyurie-Polydipsie-Syndrom. Tiere mit dieser Erkrankung trinken sehr viel (Polydipsie) und scheiden vermehrt Urin aus (Polyurie).

 

Wie soll Incurin® verabreicht werden?

Incurin®-Tabletten werden dem Hund einmal am Tag oder einmal jeden zweiten Tag verabreicht. Die Tabletten haben eine Bruchrille, sodass sie sich leicht in zwei gleich große Hälften teilen lassen. Dies ermöglicht eine genaue Dosierung.

Anzeige

Die Wirkung von Incurin® hängt nicht vom Gewicht ab, sondern ist von Hund zu Hund unterschiedlich. Aus diesem Grund muss die Dosierung für jedes Tier individuell bestimmt werden. Folgende Vorgehensweise wird vom Hersteller empfohlen:

Am Anfang erhält die Hündin eine Tablette Incurin® pro Tag. Bessert sich das unwillkürliche Harnabsetzen, wird die Dosis auf eine halbe Tablette pro Tag reduziert. Ist die Behandlung nicht erfolgreich, muss die Arzneimittel-Menge auf zwei Tabletten Incurin® pro Tag erhöht werden. Ist die wirksame Tagesdosis gefunden, kann die Medikamenten-Gabe an jedem zweiten Tag versucht werden. Denn einige Hündinnen benötigen keine tägliche Behandlung.

Der Tierarzt passt die Dosis von Incurin® solange an, bis die sogenannte Erhaltungsdosis ermittelt wurde. Dies ist die minimale Arzneimittel-Dosis, die der Besitzer der Hündin täglich verabreichen muss, damit das Medikament die gewünschte Wirkung zeigt. Allerdings sollte das Tier nicht weniger als 0,5 mg Estriol täglich erhalten. Der Tierarzt führt während der Behandlung alle sechs Monate eine Nachuntersuchung durch und überprüft dabei den Therapieerfolg und ob Nebenwirkungen auftreten.

Bessert sich die Blasenschwäche durch die Behandlung mit Incurin® nicht, sollte der Tierarzt andere Erkrankungen, die eine Harninkontinenz verursachen können, in Betracht ziehen. Eine Blasenschwäche kann zum Beispiel auch durch Nervenerkrankungen oder Tumoren an der Blase ausgelöst werden.

 

Welche Nebenwirkungen hat Incurin®?

Unter der Anwendung von Incurin® wurden folgende unerwünschte Wirkungen beobachtet:

  • Selten: Blutungen aus der Scheide (Vaginalblutungen)
  • Sehr selten: Haarausfall
  • Bei etwa fünf bis neun Prozent der Hündinnen, die die höchste empfohlene Dosis von 2 mg Incurin® pro Tier erhielten, waren die äußeren Geschlechtsorgane sowie das Gesäuge geschwollen. Zudem waren sie für Rüden attraktiver. Sobald die Dosis von Incurin® verringert wurde, klangen diese Nebenwirkungen ab.
  • Übelkeit

 

 

Weiterführende Informationen

 

Wichtiger Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dieser Text keine Beratung, Empfehlung oder Aufforderung im Hinblick auf den Kauf und/oder die Anwendung von Medikamenten darstellt. Die medizinischen Informationen stellen weder derartige Beratungen dar noch haben sie zum Zweck, den Tierarzt-Besuch, d.h. eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Tierarzt, zu ersetzen. Sie dienen ausschließlich Ihrer Information und sollen weder zur Selbstdiagnose noch zur Selbstbehandlung bei Ihrem Tier auffordern. Bitte wenden Sie sich bei gesundheitlichen Problemen Ihres Tieres immer an Ihren Tierarzt oder Apotheker!

 

Autor: Dr. Silke Kerscher-Hack, Apothekerin
Datum: November 2014
Quellen:
MSD Tiergesundheit: Information über Incurin®:

http://www.msd-tiergesundheit.de/products/incurin/incurin.aspx (Abruf: November 2014)
University of Zurich. Institute of Veterinary Pharmacology and Toxicology:
http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?tak/05000000/00054913.01?inhalt_c.htm (Abruf: November 2014)
European Medicines Agency: Information über Incurin®: http://www.ema.europa.eu/docs/de_DE/document_library/EPAR_-_Product_Information/veterinary/000047/ WC500063389.pdf (Abruf: November 2014)

 

Schlagwörter: ,

Diesen Artikel teilen:

Anzeige

Anzeige

© chalabala / Fotolia.comAnzeige

Mitmachen & GewinnenNeu Mitmachen und gewinnen
Aktuelle Stellenangebote
Newsletter abonnieren

Verpassen Sie keine Neuigkeiten mit unserem kostenlosen Newsletter!

Auszeichnungen
Gewinner Health Media Award 2016 - Kategorie Tiermedizin