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Fertagyl®

 

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Was ist Fertagyl®?

Fertagyl® ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel für Rinder und Kaninchen, das zur Verbesserung der Fruchtbarkeit sowie zur Auslösung des Eisprungs (Ovulation) eingesetzt wird. Fertagyl® ist als Injektionslösung unter dem Namen Fertagyl® 0,1 mg/ml im Handel.

 

Welche Wirkstoffe enthält Fertagyl®?

Fertagyl® enthält den Wirkstoff Gonadorelin. Die Substanz ist ein künstlich hergestellter Arzneistoff, der mit dem natürlichen Gonadotropin-Releasing-Hormon identisch ist. Beide Substanzen leiten die fruchtbaren Tage ein, indem sie bestimmte Hormone freisetzen, die die Eibläschen, die sogenannten Ovarialfollikel, reifen lassen und den Eisprung auslösen.

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1 ml der Fertagyl®-Injektionslösung enthält 0,1 mg des Wirkstoffs Gonadorelin.

 

Wann wird Fertagyl® angewendet?

Der Tierarzt verordnet Fertagyl® bei:

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  • Kaninchen, um einen Eisprung (Ovulation) herbeizuführen und dadurch das Besamungsergebnis zu verbessern.
  • Rindern, um einen verzögerten Eisprung zu verhindern. Dies verbessert das Besamungsergebnis.
  • Rindern, um die Fruchtbarkeit direkt nach der Geburt (Post-Partum-Phase) zu verbessern und Fortpflanzungsstörungen, die durch den Eierstock ausgelöst werden, vorzubeugen.
  • Rindern mit Fruchtbarkeitsstörungen, die durch Zysten am Eierstock verursacht werden.

Zu beachten ist, dass das Arzneimittel Fertagyl® nicht die Ursachen, sondern lediglich die Symptome einer Fruchtbarkeitsstörung behandelt.

Das künstlich hergestellte Gonadorelin wirkt identisch mit dem natürlichen Gonadotropin-Releasing-Hormon. Dieses wird im Hypothalamus gebildet, einem Abschnitt des Zwischenhirns, der die automatisch ablaufenden Vorgänge im Körper wie den Blutdruck steuert. Sowohl der Wirkstoff Gonadorelin als auch das Gonadotropin-Releasing-Hormon bewirken im Hypophysen-Vorderlappen, einem Teil der Hirnanhangdrüse im Gehirn, die Ausschüttung der Hormone LH und FSH. FSH ist die Abkürzung für Follikel Stimulierendes Hormon. Es führt zum Eizellenwachstum im Eierstock sowie zur Eizellenreifung. Das Luteinisierende Hormon (LH) fördert den Eisprung und die Bildung des Gelbkörpers.

Fertagyl® darf nicht angewendet werden bei:

  • Trächtigen Tieren
  • Tieren mit Infektionskrankheiten oder anderen Störungen des Gesundheitszustands
  • Tieren ab dem zwölften Tag nach der Geburt, wenn bei diesen die Reifung eines Follikels fast abgeschlossen ist (ovulationsreifer Tertiärfollikel).
  • Tieren mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber einem Bestandteil des Präparats.

 

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Wie soll Fertagyl® verabreicht werden?

Fertagyl® wird intramuskulär, das heißt in den Muskel, injiziert. Folgende Dosierungen werden vom Hersteller empfohlen:

Verabreichung von Fertagyl® beim Kaninchen:

Um einen Eisprung auszulösen, wird eine Dosis von 0,02 mg Gonadorelin pro Kaninchen empfohlen. Dies entspricht einer Menge von 0,2 ml Fertagyl®, die einmalig zum Zeitpunkt der Besamung beziehungsweise Belegung injiziert wird.

Verabreichung von Fertagyl® beim Rind:

  • Um einen verzögerten Eisprung zu verhindern, wird dem Rind eine Dosis von 0,25 mg Gonadorelin gespritzt. Dies entspricht einer Menge von 2,5 ml Fertagyl®, die einmalig zum Zeitpunkt der Besamung beziehungsweise Belegung injiziert wird.
  • Wird Fertagyl® zur Verbesserung der Fruchtbarkeit direkt nach der Geburt (Post-Partum-Phase) verabreicht, empfiehlt der Hersteller eine Dosis von 0,5 mg Gonadorelin. Dies entspricht einer Menge von 5 ml Fertagyl®, die einmalig injiziert wird. Haben sich 10 bis 14 Tage nach der Behandlung weder Follikel noch Gelbkörper gebildet, sollte Fertagyl® nochmals verabreicht werden.
  • Bei einer Fruchtbarkeitsstörung aufgrund einer Zyste am Eierstock erhält das Tier 0,5 mg Gonadorelin. Dies entspricht einer Menge von 5 ml Fertagyl®. Das Medikament wird einmalig verabreicht. Ein Abdrücken der Zyste ist nicht notwendig. Haben sich 10 bis 14 Tage nach der Behandlung weder Follikel noch Gelbkörper gebildet, sollte Fertagyl® nochmals verabreicht werden. Die Belegung oder Besamung wird bei der ersten Brunst durchgeführt.

Es müssen keine Wartezeiten eingehalten werden. Sowohl das Fleisch als auch die Milch des Tieres können nach der Gabe von Fertagyl® zur Lebensmittel-Gewinnung verwendet werden.

 

Welche Nebenwirkungen hat Fertagyl®?

Die Anwendung von Fertagyl® kann zu Zyklusstörungen beim Rind bzw. beim Kaninchen führen.

 

 

Weiterführende Informationen

 

Wichtiger Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dieser Text keine Beratung, Empfehlung oder Aufforderung im Hinblick auf den Kauf und/oder die Anwendung von Medikamenten darstellt. Die medizinischen Informationen stellen weder derartige Beratungen dar noch haben sie zum Zweck, den Tierarzt-Besuch, d.h. eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Tierarzt, zu ersetzen. Sie dienen ausschließlich Ihrer Information und sollen weder zur Selbstdiagnose noch zur Selbstbehandlung bei Ihrem Tier auffordern. Bitte wenden Sie sich bei gesundheitlichen Problemen Ihres Tieres immer an Ihren Tierarzt oder Apotheker!

 

Autor: Dr. Silke Kerscher-Hack, Apothekerin
Datum: November 2014
Quellen:
MSD Tiergesundheit: Information über Fertagyl®

http://www.msd-tiergesundheit.de/products/fertagyl/fertagyl.aspx (Abruf: November 2014)
University of Zurich. Institute of Veterinary Pharmacology and Toxicology:
http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?tak/04000000/00046011.01?inhalt_c.htm (Abruf: November 2014)

 

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