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Enurace®

 

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Was ist Enurace®?

Enurace® ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel für Hündinnen. Der Tierarzt verabreicht das Medikament zur Behandlung einer Blasenschwäche (Harninkontinenz), wenn diese infolge einer Ovariohysterektomie auftritt. Unter einer Ovariohysterektomie versteht man die Kastration der Hündin. Bei diesem Eingriff werden sowohl die Eierstöcke als auch mindestens das vordere Drittel der Gebärmutter entfernt.

Enurace® ist als Tablette in zwei Dosierungen (Enurace® 10 mg, Enurace® 50 mg) erhältlich.

 

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Welche Wirkstoffe enthält Enurace®?

Enurace® enthält den Wirkstoff Ephedrin-Hydrochlorid, der nach der Aufnahme in den Tierkörper in seine eigentliche Wirkform, eine Substanz namens Ephedrin, umgewandelt wird. Das Medikament wirkt als direktes Sympathomimetikum, das heißt es imitiert die Wirkung von bestimmten Botenstoffen, sodass der Körper in erhöhte Leistungsbereitschaft versetzt wird.

Je nach Dosierung sind in einer Tablette Enurace® 10 mg oder 50 mg Ephedrin-Hydrochlorid enthalten.

 

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Wann wird Enurace® angewendet?

Der Tierarzt verordnet Enurace® bei einer Blasenschwäche (Harninkontinenz) bei Hündinnen, wenn diese infolge einer Kastration auftritt. Da sowohl die Eierstöcke als auch mindestens das vordere Drittel der Gebärmutter entfernt werden, fehlt das weibliche Geschlechtshormon Östrogen. Der niedrige Östrogenspiegel sowie weitere Faktoren, wie ein altersbedingt lockerer werdendes Bindegewebe, führen wahrscheinlich zu einem Versagen des Harnröhren-Schließmuskels, wodurch unwillkürlich Harn abgesetzt wird.

Der Wirkstoff Ephedrin aktiviert Bindungsstellen (sog. adrenerge Rezeptoren), die den Körper in erhöhte Leistungsbereitschaft versetzen. Unter anderem führt eine Stimulation dieser Bindungsstellen dazu, dass sich die innere Harnröhren-Muskulatur zusammenzieht und sich die Blasenmuskulatur entspannt. In der Folge kann die Hündin den Harn besser in der Blase speichern und der unwillkürliche Harnverlust wird dadurch reduziert.

Nicht geeignet ist Enurace®, wenn die Blasenschwäche mit Verhaltensstörungen zusammenhängt oder durch andere Erkrankungen wie eine Blasenentzündung verursacht wird.

Enurace® darf nicht angewendet werden bei:

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  • Trächtigen und laktierenden (säugenden) Hündinnen
  • Hunden mit einem Körpergewicht unter 5 (Enurace® 10 mg) bzw. 20 Kilogramm (Enurace® 50 mg)
  • Hunden, die am Grünen Star (Glaukom) leiden
  • Hunden mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Ephedrin oder einen der anderen Inhaltsstoffe
  • Zuchttieren

 

Wie soll Enurace® verabreicht werden?

Enurace® Tabletten werden dem Hund vor der Mahlzeit zusammen mit etwas Futter gegeben. Da die Tabletten eine Bruchrille haben, lassen sie sich leicht in zwei gleiche Hälften teilen. Dies ermöglicht eine genauere Dosierung.

Dosisempfehlung: Am Anfang erhält die Hündin pro Kilogramm ihres Körpergewichts 2 mg Ephedrin-Hydrochlorid. Die Arzneimittelmenge, die sich hieraus errechnet, entspricht der täglichen Gesamtdosis. Diese sollte der Besitzer der Hündin nicht auf einmal geben, sondern auf zwei Arzneimittelgaben verteilen. Der Hersteller empfiehlt hier folgendes Dosierungsschema:

 

Gewicht (kg)

Dosierung (mg/Tag)

Arzneimittel

      Anzahl der Tabletten

            1. Gabe

            2. Gabe

5-7

10

     Enurace® 10 mg

0,5

0,5

7,5-9,5

15

     Enurace® 10 mg

0,5

1

10-12

20

     Enurace® 10 mg

1

1

12,5-14,5

25

     Enurace® 10 mg

1

1,5

15-17

30

     Enurace® 10 mg

1,5

1,5

17,5-19,5

35

     Enurace® 10 mg

1,5

2

20-30

50

     Enurace® 50 mg

0,5

0,5

31-40

75

     Enurace® 50 mg

0,5

1

41-50

100

     Enurace® 50 mg

1

1

 

Täglich darf der Hund nicht mehr als 5 mg Ephedrin-Hydrochlorid pro kg Körpergewicht erhalten.

In der Einstellungsphase von Enurace® überprüft der Tierarzt 14 Tage, einen Monat, drei Monate und sechs Monate nach dem Behandlungsbeginn den Therapieerfolg und ob Nebenwirkungen auftreten. Entsprechend des Untersuchungsergebnisses erfolgt anschließend so lange eine Dosisanpassung, bis die sogenannte Erhaltungsdosis bestimmt wurde. Dies ist die minimale Arzneimitteldosis, die der Besitzer der Hündin täglich verabreichen muss, damit das Medikament die gewünschte Wirkung zeigt. Für Enurace® heißt das, dass unwillkürlicher Harnverlust verhindert wird. Der Tierarzt überprüft weiterhin, jedoch in größeren Abständen (sechs Monate), den Therapieerfolg und ob Nebenwirkungen auftreten.

 

Welche Nebenwirkungen hat Enurace®?

Folgende unerwünschte Wirkungen von Enurace® wurden beobachtet:

  • Erhöhte Herzfrequenz (Tachykardie), Vorhofflimmern, Stimulation der Herzaktivität, Gefäßverengung (Vasokonstriktion)
  • Schläfrigkeit, Erregung, Beklemmung, Muskelzittern
  • Hecheln
  • Pupillenerweiterung (Mydriasis)
  • Blasenentzündung (Zystitis)
  • Bronchienerweiterung (Bronchodilatation), verringerte Schleimabgabe der Schleimhäute der Atemwege
  • Verringerte Bewegung (Motilität) und reduzierter Spannungszustand (Tonus) des Darms

 

 

Weiterführende Informationen

 

Wichtiger Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dieser Text keine Beratung, Empfehlung oder Aufforderung im Hinblick auf den Kauf und/oder die Anwendung von Medikamenten darstellt. Die medizinischen Informationen stellen weder derartige Beratungen dar noch haben sie zum Zweck, den Tierarzt-Besuch, d.h. eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Tierarzt, zu ersetzen. Sie dienen ausschließlich Ihrer Information und sollen weder zur Selbstdiagnose noch zur Selbstbehandlung bei Ihrem Tier auffordern. Bitte wenden Sie sich bei gesundheitlichen Problemen Ihres Tieres immer an Ihren Tierarzt oder Apotheker!

 

Autor: Dr. Silke Kerscher-Hack, Apothekerin
Datum: Oktober 2014
Quellen:
Myhealthbox: Information über Enurace®

https://www.myhealthbox.eu/de/medicine/ecupharnv/enurace50/262048 (Abruf: Oktober 2014)European Medicines Agency: Information über Enurace®: http://www.ema.europa.eu/docs/de_DE/document_library/Referrals_document/Enurace_50/WC500062150.pdf (Abruf: Oktober 2014)

 

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