Anzeige

Anzeige

Zur Tiermediziner-Community Vets online

Anzeige


Mitmachen und gewinnen
Home » Medikamente » Enacard®

Enacard®

 

Diesen Artikel teilen:

 

Was ist Enacard®?

Enacard® ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel für Hunde. Verordnet wird es zur Behandlung einer Herzschwäche, wenn diese durch einen Herzklappenfehler, bei dem die Herzklappe nicht vollständig schließt und so das Blut in die Herzhöhle zurückfließt (Herzklappen-Insuffizienz), oder durch eine dilatative Kardiomyopathie verursacht wird. Bei einer dilatativen Kardiomyopathie ist das Herz vergrößert und gleichzeitig die Kontraktionskraft des Herzmuskels verringert. Dies hat eine geringere Leistungsfähigkeit des Hundes zur Folge.

Enacard® ist als Tablette in verschiedenen Dosierungen (Enacard® 1 mg Tablette, Enacard® 2,5 mg Tablette, Enacard® 5 mg Tablette, Enacard® 10 mg Tablette, Enacard® 20 mg Tablette) erhältlich.

 

Anzeige

Welche Wirkstoffe enthält Enacard®?

Enacard® enthält den Wirkstoff Enalapril-Hydrogen-Maleat, der nach Aufnahme in den Tierkörper in seine eigentliche Wirkform, eine Substanz namens Enalaprilat, umgewandelt wird. Das Medikament gehört zur Gruppe der sogenannten Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer (ACE-Hemmer), die den Blutdruck senken.

Je nach Dosierung beinhaltet eine Tablette Enacard® 1 mg, 2,5 mg, 5 mg, 10 mg oder 20 mg Enalapril-Hydrogen-Maleat.

 

Bleiben Sie immer auf dem Laufenden für das Wohl Ihres Tieres

Wann wird Enacard® angewendet?

Der Tierarzt verordnet Enacard® zur Behandlung einer Herzschwäche bei Hunden, wenn diese durch eine Herzklappen-Insuffizienz oder durch eine dilatative Kardiomyopathie verursacht wird. Bei einer Herzklappen-Insuffizienz schließt die Herzklappe nicht vollständig, sodass Blut in die Herzhöhle zurückfließen kann. Die dilatative Kardiomyopathie beschreibt eine Erkrankung des Herzmuskels, bei der das Herz vergrößert und gleichzeitig die Kontraktionskraft verringert ist. Dies bewirkt eine geringere Leistungsfähigkeit des Hundes.

Das Angiotensin-Converting-Enzym (ACE) wandelt inaktives Angiotensin I in das aktive Hormon Angiotensin II um. Angiotensin II wiederum veranlasst die Arterien und Venen, sich zusammenzuziehen (Vasokonstriktion). Des Weiteren sorgt das Hormon dafür, dass die Niere vermehrt Natrium und Wasser zurückbehält (Natrium- und Wasserretention). In der Folge steigt der Blutdruck. Angiotensin II fördert auch Umbauprozesse wie degenerative Nierenveränderungen oder eine Vergrößerung des Herzens (kardiale Hypertrophie).

Der Wirkstoff von Enacard®, Enalapril-Hydrogen-Maleat, ist ein sogenanntes Prodrug, das heißt, dass Enalapril-Hydrogen-Maleat unmittelbar nach der Aufnahme in den Tierkörper in seine eigentliche Wirkform, ein Molekül namens Enalaprilat, umgewandelt wird. Enalaprilat gehört zur Gruppe der Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer (ACE-Hemmer). Es blockiert das Angiotensin-Converting-Enzym und damit auch die Bildung von Angiotensin II. Da sich folglich auch die durch Angiotensin II vermittelten Wirkungen verringern, weiten sich die Blutgefäße, der Blutdruck sinkt und die Volumenbelastung des Herzens nimmt ab.

Enacard® verbessert so die Belastbarkeit und erhöht die Überlebensrate bei Tieren mit mittlerer bis schwerer Herzschwäche.

Anzeige

Enacard® wird in Kombination mit Medikamenten, die den Wirkstoff Furosemid enthalten, verschrieben. Furosemid erhöht die Urinausscheidung und senkt so den Blutdruck. Dies entlastet das Herz zusätzlich.

Enacard® darf nicht angewendet werden bei:

  • Trächtigen und laktierenden (säugenden) Hündinnen
  • Tieren, bei denen die Aortenklappe oder die Mitralklappe des Herzens eingeengt ist, wodurch der Blutfluss in die linke Kammer behindert wird (Aortenstenose oder Mitralklappen-Verengung)
  • Tieren, die der Lebensmittel-Gewinnung dienen
  • Anderen Tierarten als Hunden

 

Wie soll Enacard® verabreicht werden?

Enacard® Tabletten werden dem Hund einmal täglich mit oder ohne Futter verabreicht.

Empfohlen wird eine Dosis von 0,5 mg Enalapril-Hydrogen-Maleat pro kg Körpergewicht. Die benötigte Arzneimitteldosis kann individuell zusammengestellt werden. Denn Enacard® ist in fünf verschiedenen Dosierungen erhältlich, die sich in Farbe und Größe je nach Wirkstoffgehalt unterscheiden. Dies verringert die Verwechslungsgefahr.

Der Tierarzt überprüft regelmäßig den körperlichen Zustand des Hundes. Verbessert sich dieser nicht innerhalb von zwei Wochen, empfiehlt der Hersteller, die Arzneimitteldosis von Enacard® zu verdoppeln. In diesem Fall erhält der Hund die gleiche Dosis, jedoch nun zweimal täglich. Eventuell kann sich der Tierarzt auch schon früher für eine Dosiserhöhung entscheiden.

Um schwere unerwünschte Wirkungen auszuschließen, muss der Tierarzt Hunde, die Enacard® das erste Mal erhalten haben oder bei denen die Dosis gesteigert wurde, intensiv beobachten. Auch das Herz sowie die Nierenfunktion des Hundes müssen in dieser Zeit tierärztlich überwacht werden.

Medikamente, die die Urinausscheidung erhöhen, sollten dem Hund mindestens einen Tag vor der ersten Gabe von Enacard® verabreicht werden. Der Tierarzt überprüft die Nierenfunktion vor und zwei bis sieben Tage nach der Enacard®-Einnahme sowie anschließend in regelmäßigen Abständen. Zeigt der Hund Anzeichen einer Harnstofferhöhung (Azotämie) oder fällt der Blutdruck ab (Hypotonie), so muss die Dosis reduziert oder die Therapie mit Enacard® bzw. mit dem Medikament, das die Urinausscheidung erhöht, abgebrochen werden.

 

Welche Nebenwirkungen hat Enacard®?

Enacard® wird in der Regel von Hunden mit Herzschwäche gut vertragen. Sehr selten können jedoch folgende unerwünschten Wirkungen auftreten:

  • Erbrechen, Durchfall
  • Schwindel, abnormale Schläfrigkeit (Lethargie), Desorientierung oder Koordinationsstörungen
  • Erhöhung des Harnstoffs, dessen Ursachen nicht in der Niere selbst, sondern „davor“ liegen (prärenale Azotämie)
  • Niedriger Blutdruck (Hypotonie)

Diese Nebenwirkungen von Enacard® stellen jedoch keinen Grund für einen Therapieabbruch dar, da die Symptome normalerweise mild sind und nach einiger Zeit von selbst verschwinden.

 

 

Weiterführende Informationen

 

Wichtiger Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dieser Text keine Beratung, Empfehlung oder Aufforderung im Hinblick auf den Kauf und/oder die Anwendung von Medikamenten darstellt. Die medizinischen Informationen stellen weder derartige Beratungen dar noch haben sie zum Zweck, den Tierarzt-Besuch, d.h. eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Tierarzt, zu ersetzen. Sie dienen ausschließlich Ihrer Information und sollen weder zur Selbstdiagnose noch zur Selbstbehandlung bei Ihrem Tier auffordern. Bitte wenden Sie sich bei gesundheitlichen Problemen Ihres Tieres immer an Ihren Tierarzt oder Apotheker!

 

 

Autor: Dr. Silke Kerscher-Hack, Apothekerin
Datum: Oktober 2014
Quellen:
Selectavet: Information über Enacard®
http://www.selectavet.de/fileadmin/selectavet/content/Produktdaten/Enacard/Frei%20zugaenglich/Enacard.pdf (Abruf: Oktober 2014)
Merial: Information über Enacard®
http://de.merial.com/Hund/Produkte/Pages/default.aspx (Abruf: Oktober 2014)

 

Schlagwörter: ,

Diesen Artikel teilen:

Anzeige

Anzeige

© chalabala / Fotolia.comAnzeige

Mitmachen & GewinnenNeu Mitmachen und gewinnen
Aktuelle Stellenangebote
Newsletter abonnieren

Verpassen Sie keine Neuigkeiten mit unserem kostenlosen Newsletter!

Auszeichnungen
Gewinner Health Media Award 2016 - Kategorie Tiermedizin