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Ectodex®

 

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Was ist Ectodex®?

Ectodex® ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel für Hunde. Eingesetzt wird es zur Behandlung von Hautinfektionen, wenn diese durch Haarbalgmilben verursacht werden. Ectodex® ist als Konzentrat (Ectodex® 50 mg/ml) erhältlich. Der Besitzer verdünnt dieses Medikament in einem bestimmten Verhältnis mit Wasser und wäscht anschließend seinen Hund mit der Lösung.

 

Welche Wirkstoffe enthält Ectodex®?

Ectodex® enthält den Wirkstoff Amitraz. Dieser wirkt insektizid und akarizid, das heißt er tötet Insekten (z.B. Läuse) und Spinnentiere (z.B. Milben) ab. Chemisch gesehen gehört Amitraz zu der Gruppe der Amidine.

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1 ml des Ectodex®-Konzentrats enthält 50 mg des Wirkstoffes Amitraz.

 

Wann wird Ectodex® angewendet?

Der Tierarzt verschreibt Ectodex®, wenn ihr Hund unter Demodex-Räudemilben leidet. Diese Milben kommen üblicherweise bei allen behaarten Säugetieren vor. Sie leben in Schweißdrüsen und in Haarfollikeln, die für die Bildung der Haare zuständig sind. Sie werden auch Haarbälge genannt.

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Bei manchen Tieren vermehrt sich die Haarbalgmilbe übermäßig stark. In der Folge fallen die Haare aus und Hautrötungen, sogenannten Erytheme, bilden sich an den betroffenen Hautpartien. Im weiteren Verlauf kann es zu Zweitinfektionen kommen, die durch Bakterien verursacht werden. In diesem Fall treten eitrige Hautentzündungen auf. Diese können jucken und sind örtlich begrenzt (lokal) oder am ganzen Körper (generalisiert) sichtbar.

Der Wirkstoff Amitraz blockiert Bindungsstellen mit dem Namen Octopamin-Rezeptoren. Diese kommen im Gehirn der Milben, aber nicht bei Hunden vor. In der Folge werden die Parasiten gelähmt und sterben schließlich ab.

Ectodex® darf nicht angewendet werden bei:

  • Trächtigen und laktierenden (säugende) Hündinnen
  • Chihuahuas
  • Welpen, die jünger als drei Monate sind
  • Hunden, die an einer Bradykardie (verlangsamten Herzfrequenz) oder am Grünen Star (Glaukom) leiden
  • Hunden, die unter einer sogenannten Hyperthermie leiden. Bei dieser Erkrankung ist der Organismus unnatürlich warm. Diese Überwärmung wird jedoch nicht wie bei Fieber durch Bakterien oder Viren ausgelöst.
  • Hunden mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Amitraz oder einem der sonstigen Bestandteile
  • Katzen oder Pferden
  • Tieren, die der Lebensmittel-Gewinnung dienen

 

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Wie soll Ectodex® verabreicht werden?

Ectodex® ist ein Konzentrat, das mit Wasser verdünnt und äußerlich angewendet wird. Das Arzneimittel riecht stark, schadet jedoch weder Menschen noch Hunden.

Ziehen Sie sich vor der Anwendung Handschuhe an und mischen Sie 50 ml Ectodex® mit fünf Litern sauberen, handwarmen Wasser. Bei stark geschwächten Hunden kann die Dosis reduziert werden. Der Hersteller empfiehlt hier, 50 ml Ectodex® mit zehn Liter Wasser zu verdünnen. Da die fertige Waschlösung in kurzer Zeit unwirksam wird, sollten Sie sie bei jeder Anwendung frisch herstellen und möglichst bald nach ihrer Herstellung verwenden.

Stellen Sie Ihren Hund in eine Wanne oder in einen Raum mit Bodenabfluss. Wenn das Fell stark verschmutzt ist, empfiehlt es sich, das Tier vorher zu shampoonieren. Hunden mit langen Haaren sollten eventuell geschert werden. Reiben Sie anschließend die Lösung mit einem Schwamm entgegen der Haarrichtung ein. Der Tierarzt entscheidet, ob nur die betroffenen Stellen oder das ganze Tier behandelt werden. Ectodex® wird nicht ausgespült.

Anschließend nehmen Sie den Hund aus der Wanne. Reiben Sie sein Fell mit einem Handtuch ab und lassen Sie es in einem warmen Raum ohne Zugluft trocknen. Das Fell sollte auf keinen Fall geföhnt werden. Das Arzneimittel löst Erbrechen aus, wenn es abgeleckt wird. Hier empfiehlt sich, das Tier entweder durch Spielen abzulenken oder einen Halskragen anzubringen.

Die Behandlung mit Ectodex® sollte alle fünf bis sieben Tagen wiederholt und bis drei Wochen nach Abheilen der Symptome fortgesetzt werden.

Entsorgt wird Ectodex® in der Toilette. Geben Sie es nicht in offene Gewässer, da es für Fische schädlich ist.

 

Welche Nebenwirkungen hat Ectodex®?

Ectodex® wird allgemein gut vertagen.

Unter der Anwendung von Ectodex® wurden folgende unerwünschte Wirkungen beobachtet:

  • Gelegentlich: leichte und vorübergehende Beruhigung (Sedierung). Diese Nebenwirkung tritt vor allem bei stark geschwächten Hunden auf.
  •  Selten: neurologische Störungen wie Störungen der Bewegungskoordination (Ataxie), abnormale Schläfrigkeit (Lethargie) sowie Teilnahmslosigkeit (Apathie), Verdauungsstörungen wie Durchfall (Diarrhoe) oder Erbrechen, Appetitlosigkeit (Inappetenz), Atemnot (Dyspnoe) oder verlangsamte Atemfrequenz (Bradypnoe), allergische Reaktionen wie Ödeme, verlangsamter Herzschlag (Bradykardie)

Die beobachteten Nebenwirkungen von Ectodex® verschwinden innerhalb von 24 Stunden wieder. Sollten die Symptome nicht abklingen, waschen Sie Ihren Hund mit Seifenwasser, trocknen Sie ihn und halten Sie ihn warm. Suchen Sie anschließend einen Tierarzt auf. Wenn notwendig, verabreicht dieser Ihrem Hund als Gegenmittel ein Medikament mit dem Wirkstoff Atipamezol, der in einer Dosis von 0,2 mg pro kg Körpergewicht in den Muskel (intramuskulär) injiziert wird.

 

 

Weiterführende Informationen

 

Wichtiger Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dieser Text keine Beratung, Empfehlung oder Aufforderung im Hinblick auf den Kauf und/oder die Anwendung von Medikamenten darstellt. Die medizinischen Informationen stellen weder derartige Beratungen dar noch haben sie zum Zweck, den Tierarzt-Besuch, d.h. eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Tierarzt, zu ersetzen. Sie dienen ausschließlich Ihrer Information und sollen weder zur Selbstdiagnose noch zur Selbstbehandlung bei Ihrem Tier auffordern. Bitte wenden Sie sich bei gesundheitlichen Problemen Ihres Tieres immer an Ihren Tierarzt oder Apotheker!

 

Autor: Dr. Silke Kerscher-Hack, Apothekerin
Datum: Oktober 2014
Quellen:
MSD Tiergesundheit: Information über Ectodex®
http://www.msd-tiergesundheit.de/products/ectodex/ectodex.aspx (Abruf: Oktober 2014)
University of Zurich. Institute of Veterinary Pharmacology and Toxicology:
http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?tak/old/05000000/00050177.01?inhalt_c.htm (Abruf: Oktober 2014)

 

 

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