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Dolorex®

 

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Was ist Dolorex®?

Dolorex® ist ein verschreibungspflichtiges, starkes Schmerzmittel für Pferde, Hunde und Katzen. Im Handel ist es als wässrige, farblose Injektionslösung (Dolorex® 10 mg/ml) erhältlich.

 

Welche Wirkstoffe enthält Dolorex®?

Dolorex® enthält den Wirkstoff Butorphanol. Dieser wird künstlich hergestellt und gehört zur Gruppe der Opioide. Butorphanol aktiviert Bindungsstellen mit den Namen κ(Kappa)-Opioid-Rezeptoren, die sich im zentralen Nervensystem befinden. Die Stimulation dieser Bindungsstellen wirkt beruhigend und schmerzlindernd, kann aber auch die Pupillen erweitern (Miosis) und zu Verstimmungen (Dysphorie) führen.

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1 ml der Dolorex®-Injektionslösung enthält 10,0 mg Butorphanol.

 

Wann wird Dolorex® angewendet?

Der Tierarzt verabreicht Dolorex® bei mäßigen bis starken Schmerzen, wenn diese nur kurzzeitig (Pferd und Hund) sowie kurz- bis mittelfristig auftreten. Die schmerzstillende Wirkung des Arzneimittels tritt schnell ein, hält jedoch auch nur kurz an.

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Pferde erhalten Dolorex® hauptsächlich bei Koliken des Magen-Darm-Trakts oder zur Beruhigung in Kombination mit anderen Arzneimitteln, die als Wirkstoff Substanzen wie Detomidin oder Romifidin enthalten. Diese stimulieren Bindungsstellen mit den Namen α(alpha)2-Adrenoezeptoren und wirken ebenfalls beruhigend und schmerzlindernd. Da beide Arzneistoffgruppen einen ähnlichen Effekt haben, muss die Dosis von Dolorex® entsprechend reduziert werden.

Bei Hunden verabreicht der Tierarzt das Arzneimittel bei mäßigen viszeralen (die Eingeweide betreffenden) Schmerzen sowie zur Beruhigung in Kombination mit anderen Arzneimitteln, die als Wirkstoff beispielsweise Medetomidin enthalten. Auch diese Substanz wirkt beruhigend und schmerzlindernd, indem sie Bindungsstellen mit den Namen α(alpha)2-Adrenoezeptoren aktiviert. Da beide Arzneistoffgruppen einen ähnlichen Effekt haben, muss die Dosis von Dolorex® entsprechend reduziert werden.

Katzen erhalten Dolorex® nach Operationen an den Weichteilen, um die Schmerzen zu lindern.

Dolorex® darf nicht angewendet werden bei:

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  • Katzen mit Leber- oder Nierenerkrankungen
  • Tieren mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Butorphanol oder einem sonstigen Inhaltsstoff
  • Trächtigen oder laktierenden (säugenden) Tieren

Erkranken Pferde, die eine Herzrhythmusstörung oder eine Bradykardie (langsamen Herzschlag) aufweisen, an einer Kolik mit Kotverhaltung, so sollte Dolorex® nicht zusammen mit dem Wirkstoff Detomidin gegeben werden. Denn diese Kombination verringert die gastrointestinale Motilität, also die Bewegung des Magen-Darm-Trakts.

 

Wie soll Dolorex® verabreicht werden?

Der Tierarzt spritzt die Dolorex®-Injektionslösung je nach Anwendungsgebiet entweder direkt in die Vene (intravenös), in den Muskel (intramuskulär) oder unter die Haut (subkutan) des Tieres. Zu beachten ist, dass der Stopfen der Injektionsflasche nicht öfter als 25 mal durchstochen werden darf.

Dosisempfehlung von Dolorex® bei Pferden:

  • Zur Schmerzausschaltung (Analgesie): Empfohlen wird eine Dosis von 0,05–0,1 mg Butorphanol pro kg Körpergewicht. Dies entspricht einer Menge von 2,5-5 ml Dolorex® pro 500 Kilogramm Körpergewicht, die direkt in die Vene (intravenös) gespritzt wird.
  • Zur Beruhigung (Sedation) kann der Tierarzt Butorphanol in Kombination mit Arzneimitteln, die als Wirkstoff Substanzen wie Detomidin oder Romifidin enthalten, verabreichen. Für Butorphanol wird eine Dosis von 0,01–0,02 mg pro kg Körpergewicht empfohlen. Gespritzt wird das Arzneimittel direkt in die Vene (intravenös). Wird Dolorex® in Kombination mit einem Arzneimittel mit dem Wirkstoff Romifidin gegeben, so spritzt der Tierarzt Romifidin gleichzeitig mit Butorphanol oder vier Minuten vorher. Für Romifidin wird eine Dosis von 0,05 mg pro kg Körpergewicht empfohlen. Entscheidet sich der Tierarzt für eine Kombination aus Butorphanol und Detomidin, so verabreicht er zuerst Detomidin in einer Dosis von 0,01-0,02 mg pro kg Körpergewicht und etwa fünf Minuten später Dolorex®.

Dosisempfehlung von Dolorex® bei Hunden:

  • Zur Schmerzausschaltung (Analgesie): Empfohlen wird eine Dosis von 0,2-0,4 mg Butorphanol pro kg Körpergewicht. Dies entspricht einer Menge von 0,2-0,4 ml Dolorex® pro 10 Kilogramm Körpergewicht. Das Arzneimittel wird direkt in die Vene (intravenös) gespritzt. Zu beachten ist, dass Dolorex® nicht zu schnell injiziert wird.
  • Zur Beruhigung (Sedation) kann der Tierarzt Butorphanol in Kombination mit Arzneimitteln, die als Wirkstoff die Substanz Medetomidin enthalten, verabreichen. Dem Hund wird eine Dosis von 0,1-0,2 mg Butorphanol pro kg Körpergewicht gespritzt. Medetomidin kann gleichzeitig mit Dolorex® verabreicht werden. Empfohlen wird eine Dosis von 0,01-0,03 mg pro kg Körpergewicht.

Dosisempfehlung von Dolorex® bei Katzen:

Zur Schmerzausschaltung (Analgesie): Die Katze wird vor der Medikamentengabe gewogen, um die benötigte Dosis korrekt zu berechnen. Der Hersteller empfiehlt eine Dosis von 0,4 mg Butorphanol pro kg Körpergewicht. Dies entspricht einer Menge von 0,2 ml Dolorex® pro 5 Kilogramm Körpergewicht. Das Arzneimittel wird in einer geeigneten skalierten Spritze unter die Haut (subkutan) gespritzt. Die Injektionsstelle sollte bei jeder Anwendung gewechselt werden, um Reizungen zu vermeiden.

 

Welche Nebenwirkungen hat Dolorex®?

Unter der Anwendung von Dolorex® wurden folgende Nebenwirkungen beobachtet:

  • Pferd: Beruhigung (Sedierung), erhöhte Laufbewegung, Störung der Bewegungskoordination (Ataxie), verringerte Bewegung des Magen-Darm-Trakts (gastrointestinale Motilität), Herz-Kreislauf-Störungen wie Blutdruckabfall oder Beeinträchtigung der Herztätigkeit (Depression des kardiovaskulären Systems).
  • Hund: Beruhigung (Sedierung), Durchfall (Diarrhoe), Appetitlosigkeit (Anorexie), Herz-Kreislauf-Störungen wie Blutdruckabfall oder Beeinträchtigung der Herztätigkeit (Depression des kardiovaskulären Systems), Abflachung der Atmung (Depression des respiratorischen Systems), verringerte Bewegung des Magen-Darm-Trakts (gastrointestinale Motilität), Schmerz während der Injektion.
  • Katze: Beruhigung (Sedierung), leichte Unruhe (Agitation), Pupillenerweiterung (Mydriasis), Orientierungslosigkeit, Verstimmung (Dysphorie), Schmerz während der Injektion. Bei mehrmaliger Anwendung kann das Arzneimittel Reizungen an der Injektionsstelle verursachen.

Tritt nach Anwendung von Dolorex® eine Atemdepression auf, das heißt verlangsamt sich die Atmung des Tieres zunehmend, kann der Tierarzt als Gegenmittel Arzneimittel, die den Wirkstoff Naloxon enthalten, verabreichen.

 

 

Weiterführende Informationen

 

Wichtiger Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dieser Text keine Beratung, Empfehlung oder Aufforderung im Hinblick auf den Kauf und/oder die Anwendung von Medikamenten darstellt. Die medizinischen Informationen stellen weder derartige Beratungen dar noch haben sie zum Zweck, den Tierarzt-Besuch, d.h. eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Tierarzt, zu ersetzen. Sie dienen ausschließlich Ihrer Information und sollen weder zur Selbstdiagnose noch zur Selbstbehandlung bei Ihrem Tier auffordern. Bitte wenden Sie sich bei gesundheitlichen Problemen Ihres Tieres immer an Ihren Tierarzt oder Apotheker!

 

Autor: Dr. Silke Kerscher-Hack, Apothekerin
Datum: Oktober 2014
Quellen:
MSD Tiergesundheit: Information über Dolorex®
http://www.msd-tiergesundheit.de/products/dolorex/dolorex.aspx (Abruf: Oktober 2014)
University of Zurich. Institute of Veterinary Pharmacology and Toxicology:
http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?tak/05000000/00057315.01?inhalt_c.htm (Abruf: Oktober 2014)

 

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