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Cobactan®

 

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Was ist Cobactan®?

Cobactan® ist ein verschreibungspflichtiges Antibiotikum, das der Tierarzt zur Behandlung von bakteriellen Infektionen bei Rindern, Pferden und Schweinen einsetzt. Im Handel ist Cobactan® als Salbe für Kühe (Cobactan® LC 75 mg), als Injektionslösung für Schweine und Rinder (Cobactan® 2,5 % W/V) sowie als Injektionslösung für Pferde und Rinder (Cobactan® 4,5 % W/V) erhältlich.

 

Welche Wirkstoffe enthält Cobactan®?

Cobactan® enthält den Wirkstoff Cefquinom, der zur Gruppe der Cephalosporine gehört. Der Arzneistoff ist ein sogenanntes Breitspektrum-Antibiotikum, das heißt er wirkt gegen viele verschiedene Bakterien. Darunter sind die wichtigsten gramnegativen und grampositiven Erreger wie Escherichia coli, Staphylococcus spp., Salmonella spp. und Streptococcus spp.

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In der Cobactan®-Injektionslösung sind in 1 ml Lösung entsprechend der Dosierung 25 mg bzw. 45 mg, in einem Injektor des Arzneimittels Cobactan® LC 75 mg des Wirkstoffs Cefquinom enthalten.

 

Wann wird Cobactan® angewendet?

Cobactan® LC 75 mg: Der Tierarzt verordnet Cobactan® LC 75 mg bei Milchkühen, wenn sie an einer Euterentzündung (Mastitis) leiden. Voraussetzung ist, dass diese durch Staphylococcus aureus, Streptococcus uberis, Streptococcus dysgalactiae, Escherichia coli und andere Enterobakterien hervorgerufen wird, und dass die Erreger auch gegen den Wirkstoff Cefiquinom empfindlich sind.

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Cobactan® 2,5% W/V und Cobactan® 4,5% W/V: Mit Cobactan®-Injektionslösung werden bakterielle Infektionen bei Rindern, Schweinen und Pferden behandelt. Wichtig ist, dass die Erreger gegen den Wirkstoff Cefiquinom empfindlich sind.

  • Pferde: Atemwegserkrankungen (Bakterien: Streptococcus equi subsp. zooepidemicus)
  • Fohlen: schwere bakterielle Infektionen mit hohem Blutvergiftungs-Risiko (Septikämie-Risiko, Bakterien: Escherichia coli)
  • Rinder: Atemwegserkrankungen (Bakterien: Pasteurella multocida, Mannheimia haemolytica), Euterentzündungen mit gestörtem Allgemeinbefinden (Bakterien: Escherichia coli), Zehenhautentzündung (Dermatitis digitalis), Ballenfäule (infektiöse Bulbar-Nekrose) und akute Entzündung am Zwischenklauenspalt (Panaritium, interdigitale Nekrobazillose)
  • Kälber: Blutvergiftung (Septikämie, Bakterien: Escherichia coli)
  • Schweine: bakterielle Infektionen der Lunge und der Atemwege (Bakterien: Pasteurella multocida, Haemophilus parasuis, Actinobacillus pleuropneumoniae, Streptococcus suis und andere Cefiquinom-empfindliche Erreger), Metritis-Mastitis-Agalaktie-Syndrom, bei dem sowohl die Gebärmutter (Metritis) als auch die Brustdrüse (Mastitis) entzündet ist und ein Milchmangel (Agalaktie) auftritt (Bakterien: Escherichia coli, Staphylococcus spp., Streptococcus spp. und andere Cefiquinom-empfindliche Erreger)
  • Ferkel: Hirnhautentzündung (Meningitis, Bakterien: Streptococcus suis)
  • Außerdem: Gelenkentzündungen (Arthritis, Bakterien: Streptococcus spp., E. coli und andere Cefiquinom-empfindliche Erreger), Entzündungen der Epidermis (Epidermitis, Bakterien: Staphylococcus hyicus)

Cobactan® darf nicht angewendet werden bei:

  • Tieren mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Cephalosporin- oder andere β-Lactam-Antibiotika. Letztere erhielten ihren Namen aufgrund ihres chemischen Aufbaus. In ihrem Grundgerüst befindet sich nämlich ein viergliedriger Ring, der Lactam-Ring. Eine Untergruppe der β-Lactam-Antibiotika bilden die die Penizilline sowie die Cephalosporin-Antibiotika.
  • Geflügel einschließlich der Eier, da so Antibiotika-Resistenzen auf Menschen verbreitet werden können
  • Tieren, die weniger als 1,25 kg wiegen (Cobactan® 25 % W/V)

 

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Wie soll Cobactan® verabreicht werden?

Cobactan® LC 75 mg: Bevor das Arzneimittel der Kuh verabreicht wird, muss der Besitzer jedes infizierte Viertel vollständig ausmelken. Die Zitze sowie die Zitzenöffnung werden mit dem Reinigungstuch gründlich gereinigt und desinfiziert. Anschließend spitzen Sie den kompletten Inhalt eines Injektors in die infizierte Zitze. Massieren Sie diese sowie das komplette Euter. Wiederholen Sie die Behandlung alle 12 Stunden über drei aufeinander folgenden Melkzeiten.

Dabei ist zu beachten, dass der Injektor nur einmal verwendet werden darf. Entsorgen Sie angebrochene Injektoren. Bis fünf Tage nach Abschluss der Behandlung mit Cobactan® darf die Milch nicht für den menschlichen Verzehr verwendet werden. Auch dürfen die Tiere selbst bis vier Tage nach Behandlungsende nicht geschlachtet und vom Menschen gegessen werden.

Cobactan® 2,5 % W/V: Cobactan® 2,5 % W/V enthält keine antimikrobiellen Zusätze. Für die Arzneimittelgabe desinfizieren Sie deshalb zuerst den Stopfen und ziehen dann das benötigte Volumen in einer geeigneten skalierten und sterilen Spritze auf. Der Stopfen kann ohne weiteres bis zu 25-mal durchstochen werden. Geben Sie die Cobactan®-Lösung Rindern bevorzugt in den Muskel (intramuskulär) im Nacken- oder Halsbereich. Bei den übrigen Tierarten wird das Arzneimittel ebenfalls intramuskulär gespritzt. Achten Sie darauf, die Injektionsstelle zu wechseln, um Reizungen zu vermeiden!

Rinder dürfen bis fünf Tage, Schweine bis drei Tage nach Abschluss der Behandlung mit Cobactan® nicht geschlachtet und vom Menschen gegessen werden. Kuhmilch darf erst nach 24 Stunden wieder für den menschlichen Verzehr verwendet werden.

Folgende Dosen empfiehlt der Hersteller:

  • Bakterielle Infektionen, Zehenhautentzündung, Ballenfäule, akute Entzündung am Zwischenklauenspalt bei Rindern: Empfohlen wird eine Dosis von 1 mg Cefquinom pro kg Körpergewicht. Dies entspricht einer Menge von 2 ml Cobactan® pro 50 Kilogramm Körpergewicht. Das Arzneimittel wird dem Tier einmal täglich verabreicht. Die Behandlungsdauer sollte zwischen drei und fünf Tage betragen.
  • Euterentzündungen mit gestörtem Allgemeinbefinden bei Rindern: Empfohlen wird eine Dosis von 1 mg Cefquinom pro kg Körpergewicht. Dies entspricht einer Menge von 2 ml Cobactan® pro 50 Kilogramm Körpergewicht. Das Arzneimittel wird dem Tier einmal täglich verabreicht. Die Behandlungsdauer sollte zwei Tage betragen.
  • Blutvergiftung bei Kälbern: Empfohlen wird eine Dosis von 2 mg Cefquinom pro kg Körpergewicht. Dies entspricht einer Menge von 4 ml Cobactan® pro 50 Kilogramm Körpergewicht. Das Arzneimittel wird dem Tier einmal täglich verabreicht. Die Behandlungsdauer sollte zwischen drei und fünf Tage betragen.
  • Atemwegserkrankung bei Schweinen: Empfohlen wird eine Dosis von 2 mg Cefquinom pro kg Körpergewicht. Dies entspricht einer Menge von 2 ml Cobactan® pro 25 Kilogramm Körpergewicht. Das Arzneimittel wird dem Tier einmal täglich verabreicht. Die Behandlungsdauer sollte drei Tage betragen.
  • Metritis-Mastitis-Agalaktie-Syndrom bei Schweinen: Empfohlen wird eine Dosis von 2 mg Cefquinom pro kg Körpergewicht. Dies entspricht einer Menge von 2 ml Cobactan® pro 25 Kilogramm Körpergewicht. Das Arzneimittel wird dem Tier einmal täglich verabreicht. Die Behandlungsdauer sollte zwei Tage betragen.
  • Hirnhautentzündung, Gelenkentzündungen, Entzündungen der Epidermis bei Ferkel: Empfohlen wird eine Dosis von 2 mg Cefquinom pro kg Körpergewicht. Dies entspricht einer Menge von 2 ml Cobactan® pro 25 Kilogramm Körpergewicht. Das Arzneimittel wird dem Tier einmal täglich verabreicht. Die Behandlungsdauer sollte fünf Tage betragen.

 

Cobactan® 4,5% W/V: Im ersten Schritt stellen Sie die Injektionslösung her. Hierfür wird der Inhalt des Lösungsmittel-Behältnisses in die Flasche mit dem Pulver gegeben und gut geschüttelt. Die Lösung sollte nun klar, schwach gelblich bis gelb sein und keine sichtbaren Partikel enthalten. Auf keinen Fall darf ein anderes Lösungsmittel außer dem mitgelieferten verwendet werden!

Für die Arzneimittelgabe wischen Sie zuerst den Stopfen ab und ziehen dann das benötigte Volumen in einer geeigneten skalierten Spritze auf. Der Stopfen kann ohne weiteres bis zu 20-mal durchstochen werden. Die Cobactan®-Lösung wird Rindern in den Muskel (intramuskulär) im Nacken- oder Halsbereich gespritzt. Bei Kälbern erfolgt die Medikamentengabe in den Muskel. Pro Injektionsstelle sollten maximal 10 ml injiziert werden. Bei Pferden und Fohlen können Sie die Lösung direkt in die Vene (intravenös) oder in den Muskel (intramuskulär) injizieren. Bei Fohlen empfiehlt der Hersteller jedoch, Cobactan® die ersten drei Tage intravenös und anschließend intramuskulär zu verabreichen. Bei allen Tieren sollte die Injektionsstelle gewechselt werden.

Pferde dürfen bis vier Tage, Kühe bis zwei Tage nach Abschluss der Behandlung mit Cobactan® nicht für den menschlichen Verzehr geschlachtet werden. Kuhmilch darf erst nach einer Wartezeit von 36 Stunden wieder vom Menschen getrunken werden. Pferde, deren Milch von Menschen verzehrt werden soll, dürfen das Arzneimittel nicht erhalten.

Folgende Dosen empfiehlt der Hersteller:

  • Atemwegserkrankung bei Pferden: Empfohlen wird eine Dosis von 1 mg Cefquinom pro kg Körpergewicht. Dies entspricht einer Menge von 1 ml Cobactan® pro 45 Kilogramm Körpergewicht. Das Arzneimittel wird dem Tier einmal täglich verabreicht. Die Behandlungsdauer sollte zwischen fünf bis zehn Tage betragen und zwei Tage nach Abklingen der Symptome beendet werden.
  • Schwere bakterielle Infektionen bei Fohlen: Empfohlen wird eine Dosis von 1 mg Cefquinom pro kg Körpergewicht. Dies entspricht einer Menge von 1 ml Cobactan® pro 45 Kilogramm Körpergewicht. Das Arzneimittel wird dem Tier zweimal täglich verabreicht. Die Behandlungsdauer sollte zwischen 6 bis 14 Tage betragen und drei Tage nach Abklingen der Symptome beendet werden.
  • Atemwegserkrankung bei Rindern: Empfohlen wird eine Dosis von 1 mg Cefquinom pro kg Körpergewicht. Dies entspricht einer Menge von 1 ml Cobactan® pro 45 Kilogramm Körpergewicht. Das Arzneimittel wird dem Tier einmal täglich verabreicht. Die Behandlungsdauer sollte zwischen drei bis fünf Tage betragen.
  • Zehenhautentzündung, Ballenfäule, akute Entzündung am Zwischenklauenspalt bei Rindern: Empfohlen wird eine Dosis von 1 mg Cefquinom pro kg Körpergewicht. Dies entspricht einer Menge von 1 ml Cobactan® pro 45 Kilogramm Körpergewicht. Die erste Injektion erfolgt direkt in die Vene (intravenös), die zweite wird 12 Stunden später in den Muskel (intramuskulär) gespritzt. Die folgenden Medikamentengaben erfolgen einmal täglich. Die Behandlungsdauer sollte zwischen zwei bis vier Tage betragen.
  • Euterentzündungen mit gestörtem Allgemeinbefinden bei Rindern: Empfohlen wird eine Dosis von 1 mg Cefquinom pro kg Körpergewicht. Dies entspricht einer Menge von 1 ml Cobactan® pro 45 Kilogramm Körpergewicht. Das Arzneimittel wird dem Tier einmal täglich verabreicht. Die Behandlungsdauer sollte zwei Tage betragen.
  • Blutvergiftung bei Kälbern: Empfohlen wird eine Dosis von 2 mg Cefquinom pro kg Körpergewicht. Dies entspricht einer Menge von 2 ml Cobactan® pro 45 Kilogramm Körpergewicht. Das Arzneimittel wird dem Tier einmal täglich verabreicht. Die Behandlungsdauer sollte zwischen drei und fünf Tage betragen.

 

Welche Nebenwirkungen hat Cobactan®?

Unter der Anwendung von Cobactan® können folgende Nebenwirkungen auftreten:

  •  Selten: Überempfindlichkeitsreaktionen gegen Cephalosporine
  •  Bei Rindern und Schweinen können örtliche Gewebereaktionen auftreten. Diese heilen jedoch innerhalb von 15 Tagen ab.
  •  Bei Pferden können leichte Reaktionen an der Injektionsstelle auftreten. Auch diese heilen innerhalb von 15 Tagen ab.

 

 

Weiterführende Informationen

 

Wichtiger Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dieser Text keine Beratung, Empfehlung oder Aufforderung im Hinblick auf den Kauf und/oder die Anwendung von Medikamenten darstellt. Die medizinischen Informationen stellen weder derartige Beratungen dar noch haben sie zum Zweck, den Tierarzt-Besuch, d.h. eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Tierarzt, zu ersetzen. Sie dienen ausschließlich Ihrer Information und sollen weder zur Selbstdiagnose noch zur Selbstbehandlung bei Ihrem Tier auffordern. Bitte wenden Sie sich bei gesundheitlichen Problemen Ihres Tieres immer an Ihren Tierarzt oder Apotheker!

 

Autor: Dr. Silke Kerscher-Hack, Apothekerin
Datum: Oktober 2014
Quellen:
MSD Tiergesundheit: Information über Cobactan®
http://www.msd-tiergesundheit.de/search.aspx?search=Cobactan&x=0&y=0 (Abruf: Oktober 2014)
University of Zurich. Institute of Veterinary Pharmacology and Toxicology:
http://www.vetpharm.uzh.ch/perldocs/index_y.htm (Abruf: Oktober 2014)

 

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