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Wühltischwelpen: Vorsicht vor Hundehändlern beim Welpenkauf

Publiziert: Montag, 18. Februar 2013

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Themen-Special:Juckreiz beim Hund

© chalabala / Fotolia.comAnzeige

Wühltischwelpen Logo

Wühltischwelpen-Logo. Quelle: Arbeitsgemeinschaft Welpenhandel

Die Anschaffung eines Welpen beginnt heute für viele Menschen mit einer Online-Suche. Diverse Internetportale wimmeln nur so von Inseraten mit Bildern von niedlichen jungen Rassehunden, die noch dazu unschlagbar günstig angeboten werden. Zum Teil finden sich verlockende Welpen-Anzeigen auch in Zeitungen und Zeitschriften. Tausende von Menschen fallen jedes Jahr darauf herein – denn warum für einen Welpen 800 Euro ausgeben, wenn man einen genauso hübschen für 80 Euro bekommt?

Die meisten Menschen wissen nicht, dass sie mit dem Kauf von preisgünstigen Welpen aus dubiosen Quellen fast immer Hundehändler aus Ost- und Südosteuropa unterstützen. Die angeblich gesunden und geimpften Hunde haben in Wirklichkeit noch nie einen Tierarzt gesehen, Papiere und Impfausweis sind in der Regel gefälscht. Viele der Welpen sind krank und sterben schon als Junghunde, andere entwickeln aufgrund der fehlenden Sozialisation Probleme mit Menschen oder anderen Hunden. An den Anzeigen selbst ist das nicht zu erkennen – oft wird sogar damit geworben, dass die Welpen mit Familienanschluss aufwachsen. Die Realität ist allerdings eine andere.

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Wo kommen die günstigen Welpen her?

Hinter den günstig angebotenen Welpen aus Inseraten stecken meist organisierte Welpen-Großhändler, die in Polen, Rumänien, Bulgarien oder der Ukraine unter tierschutzwidrigen Bedingungen Hunde verschiedenster Rassen vermehren. Hündinnen werden „am Fließband“ gedeckt und die Welpen ihnen viel zu früh wieder abgenommen, sodass in möglichst kurzer Zeit auf kleinem Raum eine Vielzahl an Hunden produziert wird. Krankheiten und Wurmbefall verbreiten sich hier rasend schnell.

Einige dieser Welpen werden in Osteuropa auf Märkten oder direkt aus dem Kofferraum verkauft; andere schaffen die Händler in Wagenladungen nach Deutschland und in andere Länder, weil dort noch mehr Profit aus den Hunden zu schlagen ist. Der Transport der Welpen widerspricht meist jeder denkbaren Tierschutzauflage. Eine häufige Zwischenstation sind Belgien und die Niederlande, da dort die Pässe der Tiere einfach in einheimische Pässe umgeschrieben werden können. Laut Schätzungen der niederländischen Politik kommen zwei Drittel der dort verkauften Welpen ursprünglich aus Osteuropa. Es handelt sich um perfekt organisierte Unternehmen, deren Ziel es ist, mit einer Masse an hübschen Rassewelpen zu günstigen Preisen Geld zu verdienen.

 

Woran erkennt man einen seriösen Hundezüchter?

Natürlich ist der Welpenpreis nicht das einzige Kriterium, an dem man einen verantwortungsbewussten Hundezüchter von einem Hundehändler unterscheiden kann. Jedoch spielt er durchaus eine Rolle, denn allein die Fütterungs- und Tierarztkosten betragen für einen seriösen Züchter bis zum Zeitpunkt der Abgabe durchaus mehrere Hundert Euro und ein sehr niedriger Verkaufspreis spricht meist für geringe „Produktionskosten“. Allerdings haben einige Hundehändler inzwischen auch die Preise erhöht. Beim Welpenkauf ist also generell Vorsicht geboten.

Wenn Sie sich einen Welpen anschaffen möchten, ist es ratsam, den Züchter Ihrer Wahl bereits vorher ein- bis zweimal zu besuchen. Nicht nur können Sie so Ihren Welpen aufwachsen sehen, sondern es gibt Ihnen auch die Gelegenheit, den Züchter und seine Hunde kennenzulernen. Wichtig ist, dass Sie das Muttertier sehen können. Die Hündin sollte gesund, freundlich und den Welpen zugewandt wirken – Hundehändler präsentieren gerne eine „Alibi-Hündin“, wenn die Welpen von ihrer eigentlichen Mutter schon lange getrennt sind.

Ein engagierter Züchter interessiert sich auch für Sie, weil er sichergehen möchte, dass seine Welpen in gute Hände kommen. Er wird Ihnen einige Fragen stellen und einen Kaufvertrag vorlegen, den er mit Ihnen genau durchspricht. Seriöse Züchter haben in der Regel auch nicht mehr als zwei Hunderassen im Angebot und können Ihnen genaue Auskunft über jeden einzelnen Hund und seinen Charakter geben.

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Bewahren Sie stets eine gewisse Vorsicht bei Welpen-Anzeigen im Internet. In keinem Fall sollten Sie einen Welpen in einem Hinterhof, auf einem Tiermarkt, aus einem Käfig oder einem Kofferraum auf der Straße kaufen – auch nicht aus Mitleid. Mit jedem Hund, den Sie kaufen, spielen Sie einem Netzwerk von skrupellosen Hundehändlern in die Hände und neue Welpen werden nachproduziert.

 

Organisationen gegen „Wühltischwelpen“

Inzwischen engagieren sich eine Reihe von großen Tierschutzverbänden, zum Beispiel der bmt (Bund gegen Missbrauch der Tiere), zusammen mit dem deutschen Hundezuchtverband VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) und diversen anderen Vereinen gegen das Geschäft mit dem Welpenhandel. 2011 wurde dafür die Arbeitsgemeinschaft Welpenhandel gegründet, die eine deutliche Warnung vor „Wühltischwelpen“ ausspricht. Die AG erforscht aktuell in Kooperation mit Tierärzten, wie hoch der Anteil an kranken Welpen von osteuropäischen Hundehändlern ist und wie gefährlich das letztlich für die Verbreitung von Staupe, Tollwut und Parvovirose in Deutschland ist.

Wenn Sie sich also einen Hund zulegen möchten, gehen Sie bei der Auswahl des Züchters sorgfältig vor und lassen Sie nicht den Preis entscheiden. Die Tierarztkosten bei einem kranken Hund schießen schnell in den vierstelligen Bereich – damit ist also nichts gewonnen. Auch bei seriösen Tierschutzvereinen suchen gelegentlich Welpen und junge Hunde ein neues Zuhause. Wenn es ein Rassewelpe sein soll, ist die beste Wahl ein liebevoller und engagierter Züchter, der einem Verein wie dem VDH angeschlossen ist.

Jetzt folgen:

 

 

Weiterführende Informationen

Arbeitsgemeinschaft Welpenhandel: www.wuehltischwelpen.de
Autor: Christina Trappe, B.A.
Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Martin Waitz
Datum: Februar 2013
Quellen:
Arbeitsgemeinschaft Welpenhandel: www.wuehltischwelpen.de (Abruf: 02/2013)

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