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Silvester mit dem Hund – was tun gegen die Angst vor dem Lärm?

 

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Hund liegt im Schnee

Um der Angst vor dem Silvesterlärm entgegenzuwirken, sollte man als Tierhalter ruhig und gelassen bleiben und mit gedämpfter Stimme sprechen. Foto: vetproduction

Schon wieder rückt ein Jahr auf sein Ende zu – nur noch wenige Wochen, und Silvester steht vor der Tür. Während die meisten Zweibeiner das Zischen, Krachen und Knallen der Silvesterböller als pures Vergnügen empfinden, ist der Silvesterlärm für viele Hunde jedoch das bloße Grauen. Und auch die Herrchen und Frauchen solch empfindsamer Vierbeiner leiden mit und sind oft ratlos, wenn ihr Hund mit eingezogener Rute geduckt durch die Wohnung läuft und sich zitternd in den hintersten Winkel verzieht. Was kann man also tun, wenn der Hund den Silvesterlärm fürchtet?

 

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Warum fürchten sich Hunde vor Lärm?

Ängstliches Verhalten von Hunden auf laute Geräusche wie Silvesterknaller kann mehrere Ursachen haben. Zum einen ist die Lärmempfindlichkeit von Hunden individuell sehr unterschiedlich. Auch gibt es bestimmte Hunderassen (z.B. Hüterassen wie der Australien Shepherd oder der Border Collie), bei denen eine gewisse Neigung zu Geräuschängsten erblich bedingt ist.

Zum anderen spielt das Verhalten des Hundebesitzers eine wichtige Rolle. Reagiert zum Beispiel ein Welpe ängstlich auf Lärm, und erhält er von seinem Besitzer daraufhin Mitleid oder gar ein Leckerli zum Trost, kann es passieren, dass der Hund die Geräuschangst regelrecht erlernt.

 

Jetzt folgen:

Was kann man gegen die Lärmangst von Hunden tun?

Eine Methode, die Lärmangst bei Hunden in den Griff zu bekommen, besteht in einer Verhaltenstherapie, genauer gesagt in einer Desensibilisierung. Dabei soll der Hund an das angstauslösende Signal schrittweise gewöhnt werden. Viele Tierärzte bieten zu diesem Zweck spezielle CDs an, auf denen laute Geräusche zu hören sind. Zunächst spielt der Besitzer diese in einer mäßigen Lautstärke ab. Toleriert der Hund diese ohne Anzeichen von Angst, erhält er eine Belohnung. Auf diese Weise kann man die Lautstärke allmählich steigern, bis der Hund letztlich auch laute Geräusche gelassen hinnimmt. Dieses Training erfordert allerdings meist mehrere Wochen Geduld und sollte schon viele Monate vor Silvester begonnen werden.

Eine weitere, kurzfristige Möglichkeit, um bei Hunden die Angst vor Silvesterlärm zu lindern, besteht in einem Pheromon-Zerstäuber. Die enthaltenen Pheromone sind Geruchsbotenstoffe, die den Hormonen ähneln, die von säugenden Hündinnen im Bereich der Zitzen abgegeben werden. Sie sollen den aufgeregten Hund beruhigen und ihm ein Gefühl der Geborgenheit vermitteln. Der Zerstäuber lässt sich einfach an die Steckdose anschließen und verteilt dann seinen Inhaltsstoff gleichmäßig im Raum. Ratsam ist, den Pheromon-Zerstäuber bereits ein bis zwei Wochen vor Silvester einzusetzen. Auch homöopathische Mittel, welche beruhigend und angstlindernd wirken, helfen in manchen Fällen gegen die Lärmangst bei Hunden. Verabreichen Sie diese aber nur auf Anraten eines Tierarztes.

 

Beruhigungsmittel in schweren Fällen von Lärmangst

Lässt sich die Angst des Hundes an Silvester nicht lindern, kann der Tierarzt bestimmte Beruhigungsmittel, sogenannte Sedativa, einsetzen. Allerdings können sie Nebenwirkungen, wie Übelkeit und Erbrechen, verursachen. In seltenen Fällen kann eine sogenannte paradoxe Reaktion auftreten, was bedeutet, dass sich die Aufregung des Hundes noch weiter steigert. In jedem Fall sollten Sie Ihren Hund nicht unbeaufsichtigt lassen, um eingreifen zu können, wenn Nebenwirkungen auftreten. Lassen Sie Ihren Hund daher nicht alleine zu Hause an Silvester, wenn Sie ihm ein Beruhigungsmittel gegeben haben!

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Damit sich der Hund entspannen kann, ist auch das Verhalten seines Besitzers wichtig. Denn Gefühle und Stimmungen übertragen sich leicht von Mensch zu Tier. Bleiben Sie ruhig und gelassen, reden Sie mit gedämpfter Stimme und strahlen Sie Sicherheit aus, so hilft dies auch Ihrem Hund, gut durch die Silvesternacht zu kommen.

 

 

Weiterführende Informationen

 

Autor: Pascale Huber, Tierärztin
Datum: Dezember 2016
Quellen: Suter, P.F. et al.: Praktikum der Hundeklinik. 11. Auflage. Enke Verlag 2011

 

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