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Wie Sie Hamsterkrankheiten erkennen und vorbeugen

Publiziert: Dienstag, 19. Juni 2012

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Kontrollieren Sie den Hamster regelmäßig auf  Krankheitsanzeichen, so erkennen Sie Hamsterkrankheiten rechtzeitig. (Hier ein gesunder Hamster.) Foto: vetproduction

Auch wenn sie nicht die Größten sind, bei einer richtigen Pflege sind Hamster wenig krankheitsanfällig. Die kleinen Nagetiere verfügen über ein gutes Immunsystem und erkranken relativ selten, es gibt daher keine typischen Hamsterkrankheiten. Als Tierbesitzer sollten Sie dennoch immer das Aussehen und das Verhalten Ihres Schützlings im Auge behalten. Allgemeine Krankheitsanzeichen sind zum Beispiel apathisches oder aggressives Verhalten, oder auch ein struppiges Fell und Abmagerung. Hier können Sie sich über die häufigsten Hamsterkrankheiten informieren und erfahren, wie Sie ihnen vorbeugen.

 

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Die häufigsten Hamsterkrankheiten

Durchfall

Gesunde Hamster sind sehr reinliche Tiere. Wenn die Afterregion Ihres Hamsters durch Kot verschmutzt oder feucht ist, deutet dies in der Regel auf eine Durchfall-Erkrankung hin. Der Kot des Hamsters ist dann nicht wie sonst fest und trocken, sondern weich und wässrig. Gründe für den Durchfall können falsches Futter oder eine bakterielle Infektion sein. Sobald Sie den Durchfall bemerken, sollten Sie Ihrem Hamster kein Frischfutter mehr geben und den Tierarzt aufsuchen. Die Afterregion können Sie vorsichtig mit einem feuchten Wattepad säubern. Durchfall beim Hamster muss meist mit Medikamenten zum Wiederaufbau der Darmflora behandelt werden.

 

Haarlinge oder Pilzbefall

Ein Befall durch Haarlinge oder Pilze beim Hamster äußert sich durch starken Juckreiz und Kratzen. Die Haut ist dann gerötet und das Fell stumpf und schuppig. Ursachen für den Parasitenbefall können geschwächte Abwehrkräfte oder Haltungsfehler sein (z.B. durch mangelnde Hygiene). Für die Behandlung von Haarlingen gibt es auch für Hamster spezielle Lösungen (sogenannte Spot-Ons) zum Auftragen auf die Haut – jedoch in deutlich niedrigeren Mengen und Konzentrationen als bei Hunden und Katzen.

 

Erkältung

Ähnlich wie beim Menschen, zeigt sich eine Erkältung beim Hamster durch Niesen, Atemgeräusche oder Nasenausfluss. Wenn der Käfig des Hamsters falsch platziert ist, kann die Erkältung durch Zugluft oder starke Temperaturschwankungen entstehen. Eine Behandlung beim Tierarzt erfolgt in der Regel mithilfe von Antibiotika. Zu Hause kann eventuell die Bestrahlung mit einer Wärmelampe helfen, die Heilung zu beschleunigen. Stellen Sie die Lampe aber so auf, dass der Hamster sich der Wärme auch entziehen kann und kontrollieren Sie regelmäßig den Käfig, um eine Überhitzung des Hamsters zu vermeiden.

 

Verstopfte Backentaschen

Wenn der Hamster nicht mehr frisst und die Backentaschen nicht richtig entleeren kann, sind die Taschen unter Umständen verstopft. Dies kann durch klebriges Futter oder zu große Futterstücke passieren. Verstopfte Backentaschen können zu starken Entzündungen und Abszessen führen, die nur schwer heilen. Beobachten Sie den Hamster eine kurze Weile. Manchmal hatte der Hamster noch keine Gelegenheit, um die Backentaschen zu entleeren. Falls Sie aber über längere Zeit gefüllt bleiben, sollten Sie auch hier den Tierarzt aufsuchen, damit dieser die Essensreste vorsichtig mit einer Pinzette entfernen kann.

 

Zahnfehlstellungen

Wie bei Meerschweinchen und Kaninchen, tritt eine Zahlfehlstellung auch beim Hamster verhältnismäßig häufig auf. Die Zähne des Hamsters wachsen das ganze Leben lang nach und müssen regelmäßig abgerieben werden. Geschieht dies durch eine Zahnfehlstellung oder mangelndes Nagen nicht, kann es zu Verletzungen im Mundbereich kommen. Stellen Sie Ihrem Hamster deshalb immer genug Material zum Knabbern, wie zum Beispiel saubere Zweige oder Holz, zur Verfügung. Zur Not können Sie die Zähne beim Tierarzt kürzen lassen.

 

Mit dem Hamster beim Tierarzt

Bei kleinen Tieren wie Hamstern verlaufen Krankheiten häufig schnell. Zögern Sie deshalb nicht, bei Auffälligkeiten den Tierarzt auszusuchen. Versuchen Sie keine selbstständige Behandlung des Tieres, dadurch verstreicht häufig nur wertvolle Zeit. Informieren Sie sich stattdessen schon vorzeitig über einen spezialisierten Tierarzt in Ihrer Nähe, der sich mit der Behandlung von Nagetieren auskennt.

Verwenden Sie für den Weg zum Tierarzt eine geeignete Transportbox, die Sie im besten Fall schon beim Kauf des Hamsters besorgt haben. Überlegen Sie auf der Fahrt, ob Sie in letzter Zeit etwas bei der Haltung des Hamsters verändert haben, zum Beispiel beim Futter, bei der Einstreu oder bei der Käfigeinrichtung – dies können wertvolle Informationen für den Tierarzt sein.

 

So beugen Sie Hamsterkrankheiten vor

Das A und O bei der Hamsterhaltung ist ein artgerechtes Zuhause und abwechslungsreiches Futter. Eine ausgewogene Ernährung aus Körnerfutter und Frischfutter wie Äpfel, Salat oder Möhren hält den Hamster fit und stärkt das Immunsystem. Um Infektionen durch Bakterien zu vermeiden, sollten Sie den Käfig in regelmäßigen Abständen sorgfältig reinigen. Zu einer guten Hygiene des Hamsterkäfigs gehört:

  • Entfernen Sie übriggebliebenes Frischfutter täglich aus dem Käfig.
  • Wechseln Sie in den Toilettenecken, die sich der Hamster eingerichtet hat, alle drei Tage die Einstreu aus.
  • Waschen Sie einmal wöchentlich die Futterschale und Trinkflasche unter heißem Wasser (ohne Spülmittel).
  • Reinigen Sie mindestens einmal im Monat den gesamten Käfig und wechseln Sie die gesamte Einstreu.

Kontrollieren Sie den kleinen Nager am besten täglich auf mögliche Krankheitsanzeichen hin: Wie sehen das Fell, die Augen und die Afterregion aus? Frisst der Hamster regelmäßig und verhält er sich normal? Auch das Gewicht können Sie regelmäßig mit einer kleinen Küchenwaage überprüfen. Achten Sie dabei vor allem auf eine eventuelle Gewichtsabnahme; ein gesunder Goldhamster wiegt zwischen 85 bis 130 Gramm.

Hamster sind relativ schreckhaft, setzen Sie den kleinen Nager deshalb möglichst wenig Stress aus. Sie sollten die nachtaktiven Tiere nicht aus dem Schlaf reißen, sondern sich bei der Versorgung und auch bei der Säuberung des Käfigs nach dem Rhythmus des Hamsters richten.

 

 

Weiterführende Informationen

 

Autor: Klaudia Fernowka, B.A.
Medizinische Qualitätssicherung:
Dr. med. M. Waitz
Datum:
Juni 2012
Quellen:

Fehr, M. et al.: Krankheiten der Heimtiere. Schlütersche, Hannover 2008
Fritzsche, P.: Hamster. Gräfe und Unzer Verlag GmbH, München 2007
Fritzsche, P.: Mein Hamster. Gräfe und Unzer Verlag GmbH, München 2006

Schlagwörter:

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