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Was Sie beim Pferdekaufen beachten sollten

Publiziert: Montag, 15. April 2013

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© chalabala / Fotolia.comAnzeige

Pferd auf der Wiese

Ein eigenes Pferd ist für viele Pferdefreunde ein Traum. Doch der Pferdekauf sollte gut überlegt sein. Foto: vetproduction

Ein eigenes Pferd zu kaufen ist in jedem Fall ein großer Schritt, der gut überlegt sein sollte. Selbstverständlich sollte man sich bei jedem Tier vor der Anschaffung Gedanken machen, doch gerade Pferde stellen ganz besondere Ansprüche an das Zeitpensum, das Organisationstalent und auch den Geldbeutel des Besitzers. Dazu kommt, dass das Pferdekaufen selber eine trickreiche Angelegenheit sein kann, wenn man an den falschen Verkäufer gerät. Von der ersten Überlegung bis zu den wichtigsten Papieren erfahren Sie hier die wichtigsten Eckpunkte zum Thema Pferdekauf.

 

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Vor dem Pferdekauf: Sollte ich wirklich ein Pferd anschaffen?

Für viele Reiter ist es ein reizvoller Gedanke, ein eigenes Pferd zu besitzen. Nicht immer findet sich die perfekte Reitbeteiligung, man würde gerne noch mehr Zeit mit dem Pferd verbringen oder einfach einen Schritt weiter gehen und selbst zum Pferdebesitzer werden. Doch die Anschaffung eines Pferdes bringt auch eine große Verantwortung mit sich. Folgende Fragen sollten Sie sich vor dem Pferdekauf stellen:

  • Habe ich mich lange genug mit Pferden beschäftigt? Kenne ich mich nicht nur mit dem Reiten aus, sondern auch mit den Ansprüchen von Pferden an ihre Haltung, Fütterung, Gesundheitsvorsorge und Pflege?
  • Habe ich genug Zeit für das Pferd? Realistisch ist ein Zeitaufwand von mindestens zwei bis drei Stunden pro Tag. Wenn ein Pferdebesitzer krank wird oder in den Urlaub fahren möchte, braucht er außerdem eine zuverlässige Person, die sich dann um das Pferd kümmern kann – und das jeden Tag. Reitbeteiligungen sind oft eine gute Unterstützung, können Ihnen als Pferdehalter aber auch immer nur einen kleinen Teil der Arbeit abnehmen.
  • Habe ich in meiner näheren Umgebung überhaupt die Möglichkeit, ein Pferd unterzubringen? Ein Stellplatz in einer Box, aber auch Zugang zu einer Weide und einer Reithalle sollten gewährleistet sein. Manche Stallbesitzer bieten eine Vollpension für Pferde an, d.h. sie füttern Ihr Pferd, bringen es täglich nach draußen und misten Box und Weide oder Paddock. Das erspart Ihnen viel Zeit, ist aber entsprechend teurer als ein einfacher Stellplatz.
  • Habe ich genug Geld für ein Pferd? Die Finanzen sind ein Thema, das man beim Pferdekauf nicht außer Acht lassen sollte. Denn die Kosten für ein Pferd gehen weit über den Anschaffungspreis für das Tier selbst hinaus: Neben die Grundausrüstung (Putzkiste, Sattel, Trense etc.) sind vor allem die laufenden Kosten zu beachten. Die Unterbringung des Pferdes, Hufbeschlag, Impfungen, Wurmkuren etc. bringen schon für ein kerngesundes Tier einen hohen finanziellen Aufwand mit sich. Leidet das Pferd unter einer Krankheit oder verletzt sich, können die Tierarztkosten schnell in den vierstelligen Bereich hochschnellen.

 

Das richtige Pferd finden

Ist die Entscheidung für einen Pferdekauf gefallen, stellt sich als nächstes die Frage, nach welcher Art Pferd man nun Ausschau halten sollte. Die meisten Pferdefreunde haben hier schon ihre ganz eigenen Vorstellungen und Wünsche. Es ist jedoch ratsam, sich ganz rational die Frage zu stellen, was man mit dem „Traumpferd“ eigentlich vorhat und ob die Ansprüche von Pferd und Reiter zusammenpassen. Möchten Sie es als Turnierpferd oder als reines Freizeitpferd reiten? Soll es eine bestimmte Pferderasse sein? Welches Alter und Geschlecht passt am besten zu dem Können und dem Gemüt des zukünftigen Besitzers?

Sobald Sie eine ungefähre Vorstellung davon haben, um welche Art Pferd es sich handeln soll, kann die Suche beginnen. Der Weg zum Pferdekauf führt meist über Kleinanzeigen und Aushänge, aber auch über Mundpropaganda unter Pferdefreunden und in den einzelnen Ställen. Haben Sie schließlich einen Verkäufer und ein konkretes Pferd im Visier, ist es ratsam, die Grundbedingungen mit einigen Fragen abzuklären.

So ist es in jedem Fall eine gute Idee, den Verkäufer zu fragen, wo das Pferd ursprünglich herkommt und warum es überhaupt zum Verkauf steht. Den Ausbildungsstand des Pferdes sollten Sie ebenso erfragen wie vorliegende Erkrankungen. Weitere wichtige Fragen sind, wie das Pferd bislang gehalten wurde, wie viele Vorbesitzer es gab und wie der Verkäufer den Charakter des Pferdes einschätzt. Sind all diese Punkte geklärt und entsprechen Ihren persönlichen Vorstellungen, kann das Pferd direkt in Augenschein genommen werden.

 

Was beim Pferdekauf vor Ort wichtig ist

Der erste Kontakt mit dem potenziellen eigenen Pferd ist immer ein aufregender Moment. Damit man bei aller Begeisterung ein paar wichtige Punkte nicht vergisst, ist es gut, einen Pferdekenner mitzunehmen, der Erfahrung beim Pferdekaufen hat. Anderenfalls kann auch einfach eine Liste helfen, auf der man zuvor notiert, worauf man achten möchte. Was auf jeden Fall darauf stehen sollte:

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  • Verhalten des Pferdes: Wie verhält es sich beim Putzen und beim Satteln? Wie fühlt sich der erste Proberitt an? Stimmt die Harmonie zwischen Ihnen und dem Pferd? Wirkt das Pferd aufmerksam und interessiert? Zeigt das Tier sich ängstlich und nervös, sollten Sie aufmerksam werden – ebenso alarmierend ist aber ein auffallend lustloses, schläfriges Verhalten, das auf ein Beruhigungsmittel hindeutet.
  • Physische Eigenschaften des Pferdes: Wirkt das Pferd gesund, normal bemuskelt und gut proportioniert? Ist sein Rücken gerade? Sind seine Beine im Stand und in der Bewegung kräftig und sicher? Sind Augen und Nüstern klar und sauber? Ist das Gebiss gesund und entspricht dem angegebenen Alter?
  • Stall und Verkäufer: Handelt es sich beim Verkäufer tatsächlich um den Besitzer des Pferdes, sodass er genaue Auskunft zu dem Tier geben kann? Beantwortet er offen Ihre Fragen? Stellt er selber Fragen, um sicherzugehen, dass das Pferd in gute Hände kommt? Wirkt die Stallanlage pferdegerecht und gepflegt?

 

Papiere und Kaufvertrag

In jedem Fall sollten Sie kein Pferd kaufen, ohne einen schriftlichen Kaufvertrag abzuschließen. Hierfür gibt es Vordrucke im Internet – doch Vorsicht! Nicht alle gängigen Klauseln sind rechtlich tatsächlich wirksam. Überprüfen Sie vorher genau, was Sie und der Verkäufer des Pferdes unterzeichnen. Vor dem Pferdekauf ist es ratsam, sich mit der aktuellen Rechtslage bezüglich der Verkaufsverträge vertraut zu machen.

So sollten Sie auch eine genaue Vereinbarung bezüglich einer sogenannten Ankaufsuntersuchung (AKU) treffen. Diese gibt es in zwei Formen: Bei der klinischen Ankaufsuntersuchung („kleine AKU“) führt der Tierarzt eine körperliche Untersuchung des Pferdes durch: Er hört Herz und Lunge ab, überprüft Augen und Zähne, Rücken und Beine. Soll das Pferd einmal an Turnieren teilnehmen, ist es empfehlenswert, auch eine röntgenologische Ankaufsuntersuchung („große AKU“) durchzuführen. In der Regel umfasst diese Röntgen-Untersuchung zehn Aufnahmen der Beingelenke und Hufe, an denen der Tierarzt eventuelle Probleme genau erkennen kann. Zusätzlich wird oft eine Blutuntersuchung beim Pferd durchgeführt. Auch für reine Freizeitpferde ist eine AKU in den meisten Fällen sinnvoll, um zu vermeiden, unwissentlich ein krankes Pferd zu kaufen.

Zu jedem Pferd gehört außerdem ein Impfpass, in dem die Impfungen beim Pferd vollständig verzeichnet sein sollten, sowie ein Equidenpass – der „Personalausweis“ des Pferdes. Hier sind alle wichtigen Daten rund um das Pferd verzeichnet.

Jetzt folgen:

Der Kauf eines Pferdes ist letztlich eine Entscheidung, mit der Sie sich im Vorfeld ausführlich beschäftigen sollten. Nicht nur aufgrund der großen Verantwortung, die als Pferdebesitzer auf Sie zukommt; es nimmt auch eine gewisse Zeit in Anspruch, sich mit dem Thema Kaufvertrag zu beschäftigen und zu entscheiden, ob und welche AKU durchgeführt werden soll. Auf jeden Fall sollten Sie sich vorher ein persönliches Bild von dem Pferd machen und es selber probereiten – denn bei allen Punkten, die es beim Pferdekaufen zu beachten gilt, entscheidet am Ende doch häufig das eigene Gefühl, ob es sich um das Traumpferd handelt.

 

 

Weiterführende Informationen

 

Autor: Christina Trappe, B.A.
Tierärztliche Qualitätssicherung: Dr. med. vet. Michael Koch
Datum: April 2013
Quellen:
Dietz, Olof; Huskamp, Bernhard: Handbuch Pferdepraxis. Enke Verlag, Stuttgart 2006

 

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