Anzeige

Anzeige

Zur Tiermediziner-Community Vets online

Anzeige


Mitmachen und gewinnen
Home » Magazin » Vorsicht Vergiftung: Kein Teebaumöl für Katzen

Vorsicht Vergiftung: Kein Teebaumöl für Katzen

Publiziert: Montag, 31. Oktober 2011

Diesen Artikel teilen:

 
Themen-Special:Juckreiz beim Hund

© chalabala / Fotolia.comAnzeige

Katze

Katzen sind stärker gefährdet, sich mit Teebaumöl zu vergiften, als andere Haustiere. Foto: vetproduction

Teebaumöl ist ein Naturprodukt, welches sich zunehmender Beliebtheit erfreut. Vielleicht haben auch Sie es schon als alternatives Heilmittel eingesetzt? Teebaumöl verspricht bei verschiedenen Problemen wie Entzündungen und Hautproblemen Linderung und soll wenig bis keine Nebenwirkungen haben. Beim Menschen wird das Öl auf die Haut aufgetragen, aber auch verdünnt als Dampfbad, zum Gurgeln oder als kosmetischer Zusatz verwendet.

Als Tierbesitzer haben Sie vielleicht den Wunsch, auch Ihr Tier möglichst ohne Chemie und auf natürliche Art zu behandeln und zu pflegen. Bei Katzen wird Teebaumöl zur Fellpflege sowie gegen den Befall mit Parasiten, wie Flöhen und Pilzen, im Handel angeboten. Teebaumöl ist jedoch zunehmend in Verdacht geraten, bei Katzen Vergiftungen auszulösen. Was ist also dran, dass dieses Naturprodukt für Haustiere gefährlich ist?

Anzeige

 

Was genau ist Teebaumöl?

Der Teebaum (auch: Melaleuca alternifolia) ist in Australien beheimatet und ist dort seit langer Zeit als natürliches Haus- und Heilmittel bekannt. Das Öl wird durch ein spezielles Destillationsverfahren aus den Blättern und Zweigen des Baums gewonnen. Die Herstellung von Teebaumöl ist aufwändig, daher ist reines Teebaumöl recht kostbar. Das in Deutschland verkaufte Teebaumöl enthält meist mehrere Substanzen, die für den Verbraucher oftmals nicht erkennbar sind. Einige Hersteller mischen Teebaumöl mit anderen ätherischen Ölen oder Zusätzen.

Bleiben Sie immer auf dem Laufenden für das Wohl Ihres Tieres

Nachgewiesen ist die antibakterielle und pilzvernichtende Wirkung von Teebaumöl, es ist jedoch nicht als Arzneimittel zugelassen. Zudem wird dem Teebaumöl noch eine Reihe weiterer heilender Wirkungen, beispielsweise gegen Akne, Warzen und andere Hautprobleme, zugesagt und es findet auch in der Kosmetikproduktion Anwendung.

 

Welche Symptome treten bei einer Teebaumöl-Vergiftung auf?

Giftig für Ihre Katze sind einzelne Bestandteile des Teebaumöls wie Terpene und Phenole, aber auch Bestandteile anderer ätherischer Öle. Katzen werden Teebaumöl in der Regel nicht freiwillig fressen oder aufnehmen, da sie beim Fressen recht wählerisch und vorsichtig sind. Wenn das Öl jedoch auf das Fell der Katze aufgetragen wird, gelangt es über den ausgeprägten Putztrieb und die Fellpflege der Katze in ihren Organismus. Deshalb sind Katzen stärker gefährdet, sich mit Teebaumöl zu vergiften, als andere Haustiere.

Anzeige

Der Stoffwechsel von Katzen kann ätherische Öle nur sehr langsam verarbeiten, daher reichern sich solche Stoffe im Körper des Tieres nach und nach an.

Symptome einer Vergiftung mit Teebaumöl bei Ihrer Katze können Schwäche, Muskelzittern und Störungen in der Bewegungskoordination sein. Auch Fressunlust, Darmprobleme und Abmagerung können Symptome bei Ihrer Katze sein, wenn sie mit Teebaumöl in Kontakt gekommen ist.

Bei einmaligem Kontakt mit geringen Mengen Teebaumöl muss ihre Katze nicht beeinträchtigt wirken oder gesundheitliche Probleme davontragen. Bei häufigerem Kontakt mit dem ätherischen Öl können jedoch Langzeitfolgen wie Depression und Schwäche bei der Katze auftreten.

 

Was tun, wenn meine Katze mit Teebaumöl in Kontakt gekommen ist?

Wenn Ihre Katze einmalig mit Teebaumöl in Kontakt gekommen ist, müssen nicht zwangsläufig Symptome auftreten. Sprechen Sie trotzdem mit Ihrem Tierarzt über die bereits aufgenommenen ätherischen Öle.

Falls Ihre Katze Symptome einer Vergiftung zeigt, sollten Sie Ihr Tier direkt zum Tierarzt bringen. Schildern Sie ihm genau, wie es zu der möglichen Vergiftung gekommen ist und wie hoch die Menge des potenziell aufgenommenen Gifts ist. Falls Sie das Teebaumöl noch besitzen, zeigen Sie es dem Tierarzt, damit er weitere Informationen über die mögliche Vergiftung erhält. Der Tierarzt entscheidet dann über die weitere Behandlung Ihrer Katze.

 

Wie vermeide ich eine Teebaumöl-Vergiftung?

Viele Anbieter von Ölen weisen mittlerweile auf die giftige Wirkung von Teebaumöl hin. Falls Sie Teebaumöl zu Hause haben, lagern Sie es so, dass Ihre Katze nicht in Kontakt damit kommt. Auch wenn Sie selbst Teebaumöl zum Beispiel als Kosmetikprodukt benutzt haben, denken Sie daran, die Reste zu entsorgen. Waschen Sie sich nach dem Kontakt mit dem Teebaumöl die Hände, bevor Sie Ihre Katze streicheln!

Benutzen Sie zu Bekämpfung von Flöhen und anderen Parasiten statt Teebaumöl nur die gängigen, für Haustiere zugelassenen Mittel oder lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt beraten.

 

Lesen Sie auch zum Thema:
Erste Hilfe beim Tier bei Vergiftungen
Häufige Vergiftungen bei Hund und Katze

 

Weiterführende Informationen

 

 

Autor: Anja Kleinehanding
Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. M. Waitz
Datum: Oktober 2011
Quellen:
www.bfr.bund.de/cm/343/teebaumoel_zur_fellpflege_von_katzen_nicht_ausnahmslos_geeignet.pdf (Abruf: Oktober 2011)
Ran,J.: Praxishandbuch Katzenkrankheiten, Symptombasierte Diagnostik und Therapie. Urban&Fischer Verlag München 2009

 

Diesen Artikel teilen:

Weitere interessante Artikel zum Thema:

Anzeige

Anzeige

© chalabala / Fotolia.comAnzeige

Mitmachen & GewinnenNeu Mitmachen und gewinnen
Aktuelle Stellenangebote
Newsletter abonnieren

Verpassen Sie keine Neuigkeiten mit unserem kostenlosen Newsletter!

Auszeichnungen
Gewinner Health Media Award 2016 - Kategorie Tiermedizin