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Typische Meerschweinchen-Krankheiten erkennen und vorbeugen

Publiziert: Donnerstag, 21. Februar 2013

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Themen-Special:Juckreiz beim Hund

© chalabala / Fotolia.comAnzeige

Meerschweinchen kratzt sich

Häufiges Kratzen kann ein Zeichen für Krankheiten beim Meerschweinchen sein. Foto: vetproduction

Meerschweinchen sind zwar nicht sehr krankheitsanfällig, doch wenn die kleinen Nager einmal erkranken, ist meist schnelles Handeln gefragt. Besonders weil der Verdauungstrakt der Tiere sehr komplex ist, kann sich der Zustand der Meerschweinchen rasch verschlechtern und ein Gang zum Tierarzt ist erforderlich. Meist sind Haltungs- oder Ernährungsfehler für Meerschweinchen-Krankheiten verantwortlich. Es gibt auch einige arttypische Meerschweinchen-Krankheiten wie zum Beispiel Lippengrind oder Blähungen. Wir haben die deshalb wichtigsten Meerschweinchen-Krankheiten für Sie zusammengefasst und erklären, wie Sie ihnen vorbeugen können.

 

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Abszess (Eitergeschwür) bei Meerschweinchen

Bei einem Abszess handelt es sich um eine Entzündung und Ansammlung von Eiter im Gewebe. Manchmal können die betroffenen Stellen etwas bluten oder verkrustet sein. Es gibt verschiedene Ursachen von einem Abszess bei Meerschweinchen, beispielsweise Verletzungen oder Augenerkrankungen und Zahnerkrankungen. Backenabszesse kommen bei Meerschweinchen verhältnismäßig häufig vor und können auch durch spitze Futterstücke oder Knabberäste entstehen. Auch Ballenabszesse sind häufig bei Meerschweinchen. Sie entstehen durch einen falschen oder verschmutzen Untergrund (z.B. durch Urin).

Bei einem Abszess sollten Sie Ihr Meerschweinchen einem Tierarzt vorstellen, dieser behandelt den Abszess meist lokal durch eine Spülung und Reinigung der Wunde. Zusätzlich kann das Meerschweinchen mit Antibiotika-haltigen Salben behandelt werden. Vermeiden Sie es, bis zum Tierarztbesuch auf den Abszessen herumzudrücken, dadurch wird die Entzündung meist nur verschlimmert. Abszesse bei Nagetieren kommen häufig immer wieder. Mit einer guten Meerschweinchenkäfig-Hygiene und der richtigen Ernährung können Sie jedoch die Verletzungs- und Erkrankungsgefahr verringern.

 

Zahnkrankheiten bei Meerschweinchen

Zahnkrankheiten bei Meerschweinchen umfassen unter anderem Zahnfehlstellungen, Zahnanomalien oder eine Überlänge der Zähne durch eine unzureichende Abreibung. Bei Zahnerkrankungen fressen Meerschweinchen meistens schlecht, speicheln und haben eine verklebte Mundpartie. Durch die schlechte Futteraufnahme kann es im weiteren Verlauf zu einer gestörten Verdauung und Abmagerung kommen. Falls das Meerschweinchen unter einer Zahnfehlstellung leidet, kann es notwendig sein, die Zähne in regelmäßigen Abständen vom Tierarzt kürzen zu lassen. Die Zähne der Nagetiere wachsen ein Leben lang und müssen durch das Fressen abgerieben werden. Stellen Sie Ihrem Meerschweinchen deshalb immer genug Nagematerial in Form von Knabberhölzern oder Knabberstangen zur Verfügung.

 

Parasiten und Pilze bei Meerschweinchen

Zu den häufigen Meerschweinchen-Krankheiten zählt der Befall von Parasiten und Pilzen, da diese auch zwischen den Artgenossen übertragen werden können. Milben, Haarlinge und Flöhe lösen einen starken Juckreiz bei den Meerschweinchen aus und können zu schweren Hauterkrankungen führen. Parasiten sind zwar nicht lebensgefährlich, müssen aber vom Tierarzt behandelt werden. Gleiches gilt für einen Pilzbefall bei Meerschweinchen, welcher ebenfalls mit Kratzen und zusätzlich mit einem kreisrunden Haarausfall einhergeht. Bei einem Parasitenbefall kann der Tierarzt den Wirkstoff mit einem Spot-on-Präparat oder einer Spritze verabreichen. Manchmal ist ein medizinisches Bad mit einem speziellen Shampoo erforderlich. Um Parasiten beim Meerschweinchen vorzubeugen, achten Sie stets auf eine gute Käfighygiene und waschen Sie Frischfutter gründlich mit lauwarmem Wasser ab.

 

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Lippengrind (entzündete Lippen und Mundwinkel) bei Meerschweinchen

Lippengrind bei Meerschweinchen entsteht vor allem durch einen Mangel an Vitamin A, B, C oder Proteinmangel bei der Ernährung. Dabei kommt es zu einer Verdickung der Lippen und Entzündungen der Mundwinkel. Der Tierarzt behandelt den Lippengrind bei Meerschweinchen meist mit Salben. Besonders ein Vitamin-C-Mangel kann Meerschweinchen-Krankheiten auslösen, da Meerschweinchen das Vitamin nicht selbstständig im Körper herstellen können. Versorgen Sie die Nagetiere deshalb immer mit genügend Frischfutter und reichhaltigem Grünfutter, wie beispielsweise Brokkoli oder Petersilie. Diese enthalten besonders viel Vitamin C.

 

Tympanie (Gasansammlung) bei Meerschweinchen

Unter einer Tympanie bei Meerschweinchen versteht man eine Gasansammlung im Darm oder Magen des Tieres. Das Meerschweinchen ist apathisch und hat einen aufgeblähten Bauch. Durch die Aufgasung frisst das Meerschweinchen nur sehr unregelmäßig und magert ab. Der Magen von Meerschweinchen ist sehr anfällig für Futter, welcher Gärungsprozesse und Fäulnisprozesse in Gang setzen kann. Eine Tympanie entsteht deshalb häufig durch schlecht gewordenes Grünfutter und in einigen Fällen auch durch Infektionen. Die Tiere zeigen dann oft eine beschleunigte Atmung und Bauchschmerzen beim Hochheben. Der Tierarzt erkennt eine Tympanie durch das Abtasten und eine Röntgen-Untersuchung des Meerschweinchens. Eine akute Tympanie kann in der Regel gut mit Medikamenten behandelt werden. Eine schwere Tympanie erfordert dagegen meist Sofortmaßnahmen durch den Tierarzt und gegebenenfalls die Entgasung des Magens über eine Sonde.

 

Jetzt folgen:

Tipps für den Transport des Meerschweinchens zum Tierarzt

Erkundigen Sie sich am besten schon im Vorfeld nach einem Tierarzt in Ihrer Nähe, welcher auf die Behandlung von Nagetieren spezialisiert ist. Transportieren Sie das Meerschweinchen in einer kleinen Transportbox, dies ist für das Tier meist stressärmer als der Transport auf dem Arm. Eine Transportbox ist im Tierhandel erhältlich, oder Sie verwenden ein geeignetes Gefäß aus dem Haushalt. Achten Sie dabei darauf, dass die Box stabil ist und das Tier mit ausreichend Luft versorgt wird. Damit das Meerschweinchen nicht ganz so ängstlich ist, geben Sie noch ein wenig Einstreu aus dem Käfig hinzu. So sind Sie im Fall der Fälle gut auf die Fahrt zum Tierarzt vorbereitet.

 

 

Weiterführende Informationen

Autor: Klaudia Fernowka, B.A.
Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Martin Waitz
Datum: Januar 2013
Quellen:
Birmelin, Immanuel: Meerschweinchen. Gräfe und Unzer Verlag, München 2007
Drescher, Birgit et. al.: Meerschweinchen: Heimtier und Patient. Enke Verlag, Stuttgart 2011
Ewringmann, Anja et.al.: Leitsymptome bei Meerschweinchen, Chinchilla und Degu. Enke Verlag, Stuttgart 2012
Gabrisch, K.; Zwart, P.: Krankheiten der Heimtiere. Schlütersche, Hannover 2007

 

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