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Tierfragen: Wie viele Pferderassen gibt es?

Publiziert: Mittwoch, 10. April 2013

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Themen-Special:Juckreiz beim Hund

© chalabala / Fotolia.comAnzeige

Pferde auf einer Wiese

Über Jahrtausende haben sich die verschiedensten Pferderassen entwickelt. Bild: vetproduction

Araber und Friesen, Islandpferde und Russische Traber – die Bandbreite verschiedener Pferderassen ist riesig. Doch wie viele Pferderassen gibt es auf der Welt? Diese Frage ist gar nicht so eindeutig zu beantworten. Die Angaben schwanken zwischen 80 und mehr als 300 Pferderassen. Wir klären, woran es liegt, dass Pferde sich so unterschiedlich entwickelt haben – und warum die verschiedenen Rassen so schwer zu zählen sind.

 

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Wie sich verschiedene Pferderassen entwickelt haben

Pferd und Mensch blicken auf eine lange gemeinsame Geschichte zurück. Bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. wurden in bestimmten Teilen Eurasiens – dort, wo heute Russland, Kasachstan, Rumänien und die Ukraine liegen – erstmals Pferde domestiziert, also vom Wildtier zum Haustier gemacht. Nahezu weltweit hat die Pferdezucht über Tausende von Jahren eine wichtige Rolle für die Menschen und ihre Entwicklung gespielt. Pferde zogen Pflüge über die Felder und Schlitten durch den Schnee, auf ihrem Rücken ritt man auf die Jagd und in die Schlacht. Die verschiedenen Verwendungszwecke, zu denen Pferde gezüchtet wurden, sind ein wichtiger Grund dafür, dass sich so viele verschiedene Pferderassen entwickelt haben. Noch heute werden unterschiedliche Pferdetypen für unterschiedliche Aufgaben eingesetzt:

  • Bei Vollblütern – dazu zählen das Englische Vollblut, das Arabische Vollblut und verschiedene Unterarten vom Araber-Typ – handelt es sich um energiegeladene und sensible Pferde. Ursprünglich als schnelle Jagdpferde gezüchtet, werden die Vollblut-Rassen heute zumeist als Sportpferde eingesetzt. Sie erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 70 km/h und haben einen großen Bewegungsdrang.
  • Warmblüter sind heute als Freizeitpferde der am weitesten verbreitete Pferdetyp. In ihrem Körperbau und ihrem Temperament liegen diese Pferderassen in der Mitte zwischen Vollblütern und Kaltblütern. Typische Warmblut-Rassen sind zum Beispiel der Hannoveraner und das American Quarter Horse. Warmblüter werden gleichermaßen als Reit- und Zugpferde eingesetzt.
  • Kaltblüter sind besonders schwere, stämmige Pferde, die fast ausschließlich als Zugtiere und Arbeitspferde gezüchtet wurden. Kaltblüter gelten als gutmütig, geduldig, nicht besonders schnell, aber dafür enorm kräftig und ausdauernd. Viele Kaltblut-Rassen, zum Beispiel das Schleswiger oder das Russische Kaltblut, sind heute vom Aussterben bedroht.
  • Pferde mit einem Stockmaß unter 1,48 Meter gelten als Ponys. In Deutschland wird auch eine Zwischen-Einteilung vorgenommen: Zwischen 1,30 und 1,48 werden Pferde als Kleinpferde bezeichnet und erst bei einer Widerristhöhe von unter 1,30 Metern spricht man von einem Pony. Ponys und Kleinpferde sind durch ihre praktische Größe besonders gut für Kinder und Reitanfänger geeignet. Sie gelten als robust und manchmal etwas eigensinnig. . Eine beliebte Ponyrasse ist zum Beispiel das Shetlandpony, während etwa Haflinger in der Regel in den Größenbereich der Kleinpferde fallen.

 

Warum die Anzahl der Pferderassen so schwer zu bestimmen ist

Die Pferdezucht ist auf der ganzen Welt ständig im Wandel. Von einigen Pferderassen gibt es nur noch wenige hundert Exemplare auf der Welt, sodass nur noch eine sehr dünne genetische Basis besteht, wie zum Beispiel beim Furioso-North Star. Pferderassen wie der Neapolitaner und das Karelische Kaltblut gelten bereits als ausgestorben. Andererseits werden auch immer wieder neue Rassen entwickelt, zum Beispiel der Leonharder.

Eine weitere Frage ist, wie eng man die Grenzen zwischen den einzelnen Pferderassen zieht. Pintos (Schecken) und Palominos (cremefarbene Pferde) werden in den USA als eigenständige Rassen geführt, obwohl es sich genau genommen nur um Farbschläge handelt. Zudem existieren von einigen Pony- und Pferderassen diverse Variationen: Neben dem Shetlandpony gibt es auch das Mini-Shetlandpony, das American Shetlandpony und das Deutsche Part-Bred Shetland Pony. All diese Ponyrassen sind eng verwandt, werden aber unabhängig voneinander gezüchtet. Manchmal werden die Bezeichnungen einzelner Rassen auch gleichzeitig ein Überbegriff für einen bestimmten Pferdetyp, wie zum Beispiel beim Araber (Arabisches Vollblut).

Eine genaue Aussage darüber, wie viele Pferderassen es eigentlich gibt, ist also schwierig zu treffen. Sicher ist, dass weltweit die unterschiedlichsten Pferderassen und -typen, Kreuzungen und Mischtypen existieren. Dazu kommen Hybride wie Maultier oder Maulesel. Die Variationsbreite ist also groß, und ganz sicher findet sich für jeden individuellen Anspruch das richtige Pferd.

 

 

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Weiterführende Informationen

 

Autor: Christina Trappe, B.A.
Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. vet. Michael Koch
Datum: März 2013
Quellen:
Haller, Martin: Der neue Kosmos-Pferdeführer. Kosmos Verlag, Stuttgart 2003
Lorenz, Stefan: Lehrbuch der anthroposophischen Tiermedizin. Sonntag Verlag, Stuttgart 2007

 

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