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Tierfragen: Warum Pferde wiehern

Publiziert: Mittwoch, 8. Mai 2013

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© chalabala / Fotolia.comAnzeige

Pferd auf der Wiese

Für Pferde ist das Wiehern ein Mittel der Kommunikation. Foto: vetproduction

Wiehern, schnauben, grummeln – Pferde geben ganz vielfältige Laute von sich. Als besonders „typisch Pferd“ empfinden die meisten Menschen das Wiehern. Doch was bedeutet es eigentlich, wenn ein Pferd wiehert? Tiermedizinportal.de ist dieser Frage nachgegangen.

 

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Wiehern als Teil der Pferdesprache

Pferde kommunizieren sehr vielfältig – und zwar nicht nur mit Lautäußerungen, sondern vor allem mit ihrer Körpersprache. Durch Haltung und Gesichtsausdruck eines Pferdes wird schnell klar, ob es sich gerade freut oder Angst hat, ob es ein anderes Pferd dominiert oder sich ihm unterlegen fühlt. Das Wiehern ist also nur ein kleiner Teil der Pferdesprache – wenn auch ein besonders auffälliger.

Domestizierte Pferde – also die Haus- und Nutzpferde in menschlicher Obhut – wiehern deutlich häufiger als wildlebende Pferde. Man vermutet, dass das Wiehern bei Wildpferden ursprünglich die Funktion hatte, die Herde zusammenzuhalten und einzelne Herdenmitglieder wiederzufinden: In Wäldern und anderen unübersichtlichen Gegenden können die Pferde so ihre eigene Position mitteilen beziehungsweise einschätzen, wo sich andere Herdenmitglieder befinden.

Unsere heutigen Pferde drücken mit ihrem Wiehern die verschiedensten Empfindungen aus. Wer sich viel mit einem Pferd beschäftigt, erkennt nach einer Weile an der Tonlage, um welche Art von Wiehern es sich handelt und was das Tier gerade mitteilen möchte. Es ist in ganz unterschiedlichen Situationen zu hören:

  • Stuten kommunizieren durch Wiehern mit ihren Fohlen. Bereits ein junges Fohlen kann seine Mutter an der Stimme erkennen – und umgekehrt. So können die beiden sich mithilfe des Wieherns schnell wiederfinden, wenn sie einander aus den Augen verloren haben.
  • Bekannte Pferde grüßen einander manchmal mit einem freundlichen Wiehern – zum Beispiel, wenn ein Pferd ein anderes aus seiner Box im Vorbeigehen beobachtet oder wenn beide auf dieselbe Koppel gebracht werden.
  • Wenn sich zwei Hengste begegnen und es zu einem Machtkampf kommt, wird es oft laut: Hier hört man Kampfschreie, Warnschreie und das schrille Wiehern des Unterlegenen.
  • Pferde wiehern auch aus Angst – etwa, wenn sie fürchten, ihre Herde verloren zu haben oder sich in einer unbekannten Umgebung unwohl und bedroht fühlen.

Übrigens hat jedes Pferd seine ganz eigene Stimme. Hört man ganz genau hin, kann man manchmal auch als Mensch unterscheiden, welches Pferd gerade gewiehert hat.

 

 

Weiterführende Informationen

Autor: Christina Trappe, B.A.
Tierärztliche Qualitätssicherung: Dr. med. vet. Michael Koch
Datum: April 2013
Quellen:
Roberts, Monty: Die Sprache der Pferde: Die Monty-Roberts-Methodes des JOIN-UP. Bastei Lübbe Verlag, Köln 2012

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