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Tierfragen: Können Pferde erbrechen?

Publiziert: Montag, 25. März 2013

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© chalabala / Fotolia.comAnzeige

Pferdekopf

Das falsche Futter kann bei Pferden in seltenen Fällen zum Erbrechen führen. Foto: vetproduction

„Man hat schon Pferde kotzen sehen“ – was ist dran an diesem Sprichwort? Handelt es sich gar um ein Gerücht, dass Pferde nicht erbrechen können? Dieses Mal beschäftigen wir uns in unserer Rubrik „Tierfragen“ mit dem Verdauungstrakt des Pferdes.

 

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So sind Magen und Speiseröhre des Pferdes aufgebaut

Pferde haben einen speziell aufgebauten Verdauungstrakt, der eigentlich nicht auf das Erbrechen ausgelegt ist. Ihre Speiseröhre ist ungefähr 1,20 Meter lang. Sie mündet in den relativ kleinen Pferdemagen – der Magen eines Großpferdes hat ungefähr 12 bis 15 Liter Fassungsvermögen. Zum Vergleich: Der Pansen eines Rindes umfasst ein Volumen von 150 bis 180 Liter.

Eine Besonderheit, die das Erbrechen bei Pferden so schwierig macht, ist ein stark ausgeprägter Klappmuskel (Kardia-Schließmuskel) am Mageneingang. Er öffnet sich für Futterbrei, der durch die Speiseröhre kommt, verhindert aber seinen Rückfluss aus dem Magen. Dazu kommt, dass die Einmündung der Speiseröhre in den Magen sehr spitzwinklig ist. Daher ist es für ein Pferd sehr schwierig zu erbrechen.

 

Erbrechen Pferde also tatsächlich nie?

Bei Pferden und ihrer Fähigkeit zu erbrechen gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel. Wenn Pferde an speziellen Krankheiten leiden oder hastig eine große Menge von quellendem und gärendem Futter gefressen haben (Magenüberladung beim Pferd), bekommen auch Pferde einen Würgereiz. Sie werden dann unruhig, biegen ihren Hals durch und spannen ihn an. Das Erbrechen gelingt dem Pferd in der Regel aber nur dann, wenn die aufgenommene Nahrung einen hohen Flüssigkeitsanteil hat.

Dabei lässt sich ein weiteres Phänomen beobachten: Durch den besonderen anatomischen Aufbau des Pferderachens erbrechen Pferde nicht durch das Maul, sondern durch die Nase. Letztlich stimmt es also – man hat schon „Pferde kotzen sehen“. Allerdings ist das eher die Ausnahme und sieht außerdem anders aus, als man es sich womöglich vorstellt.

 

 

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Weiterführende Informationen

 

 

Autor: Christina Trappe, B.A.
Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Martin Waitz
Datum: März 2013
Quellen:
Baumgartner, Walter (Hrsg.): Klinische Propädeutik der Haus- und Heimtiere. Parey,Stuttgart 2009
Dietz, Olof; Hauskamp, Bernhard (Hrsg.): Handbuch Pferdepraxis, Enke, Stuttgart 2006

 

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