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So ein Katzenjammer – wann Katzen nicht aufhören zu miauen

Publiziert: Donnerstag, 18. Februar 2016

Blick einer Katze

Ständiges Miauen kann bei der Katze ein Ruf nach Aufmerksamkeit sein, jedoch auch mit einer hormonellen Umstellung zusammenhängen. Foto: vetproduction

Nahezu jede Katze miaut gelegentlich – manchmal ist das Mauzen ein Ruf nach Futter oder Aufmerksamkeit, manchmal ist es eine Äußerung von Langeweile oder Aufregung. Dabei miauen einige Katzen öfter als andere; mit ihrem Charakter variiert auch ihre Gesprächigkeit. Teilweise ist sie auch rasseabhängig: Siamkatzen gelten beispielsweise als regelrechte „Quatschtanten“ mit einer lauten Stimme. Doch woran kann es liegen, wenn die Katze gar nicht mehr aufhört zu miauen?

 

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Wenn die Katze rollig ist – oder der Kater davon weiß

Bei unkastrierten Katzen kann ein ausdauerndes Miauen häufig sexuell motiviert. Im Alter von durchschnittlich sechs Monaten werden Katzen geschlechtsreif – für Kätzinnen bedeutet dies, dass sie zum ersten Mal rollig wird. In diesem Zustand sind mehrere Eizellen in ihren Eierstöcken herangereift und die Katze ist paarungsbereit. Eine Rolligkeit erkennt man an mehreren Symptomen:

  • Unruhe
  • Miauen, Schreien, Gurren und andere Geräusche
  • Reiben an Gegenständen
  • Rollen auf dem Boden
  • Vermehrtes Urinieren (Markieren), auch an ungewöhnlichen Orten
  • Aufstellen oder zur Seite legen des Schwanzes

Wenn Sie nicht mit ihrer Katze züchten möchten, ist es in den meisten Fällen empfehlenswert, vom Tierarzt eine Kastration der Katze durchführen zu lassen. Das gilt besonders für Freigänger, jedoch auch für Wohnungskatzen. Grund dafür ist nicht das Miauen der Katze, sondern eine medizinische Indikation: Wird eine Katze während der Rolligkeit nicht gedeckt, besteht die Gefahr, dass sie eine Dauerrolligkeit entwickelt – eine Gebärmutter-Entzündung oder Zysten bei der Katze können die Folge sein.

Handelt es sich bei dem miauenden Tier um einen Kater, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass eine Katze in der Nachbarschaft rollig ist. Mit ihrer feinen Nase können Kater geschlechtsreife Kätzinnen über weite Strecken riechen. Hormonell bedingt ist der Kater dann ganz aus dem Häuschen und wird alles versuchen, um zu der Katze zu gelangen – und seinen Unmut mit ausdauerndem Miauen kundtun, wenn er nicht nach draußen darf. Wird eine Kastration des Katers durchgeführt, verliert das Tier normalerweise sein Interesse an paarungsbereiten Kätzinnen. Dies kann jedoch eine Weile dauern. Sowohl der Grund als auch der richtige Zeitpunkt für eine Kastration sollten genau mit dem Tierarzt besprochen werden.

 

Miauen aus Langeweile und Unterforderung

Ist die miauende Katze bereits kastriert, muss es einen anderen Grund für ihre Unruhe geben. Besonders bei Wohnungskatzen schleicht sich schnell die Langeweile ein – denn selbst die gemütlichste Katze braucht neben Ruhephasen auch Spiel und Aktivität. Ist eine Katze chronisch unausgeglichen, tut sie ihrem Unmut auch manchmal mit häufigem Miauen und Jammern kund.

Das beste Gegenmittel ist die richtige Beschäftigung der Katze. Dazu sind folgende Punkte wichtig:

  • Gesellschaft: Keine Katze ist gerne allein. Besonders Wohnungskatzen sollte man lieber zu zweit oder mehreren halten, sonst kommt schnell Langeweile auf und die Katze entwickelt Verhaltensprobleme wie z.B. ständiges Miauen.
  • Eine spannende Umgebung: Neben dem Kratzbaum freuen sich Katzen auch über Kletterbretter, Aussichtsplätze, Hängematten und Kratzbretter in der ganzen Wohnung. Viele Katzen haben auch gar keine großen Ansprüche und lieben zum Beispiel Pappkartons oder Papiertüten zum Spielen und Verstecken.
  • Über frische Luft freuen sich auch Wohnungskatzen. Im Idealfall können Sie Ihren Balkon oder die Terrasse katzensicher gestalten. Besonders Spaziergänge mit Geschirr und Leine finden viele Katzen großartig. Aber auch mit einem abgesicherten Fensterbrett als Aussichtsplattform kann man vielen Katzen eine Freude machen.
  • Fast alle Katzen spielen gern – nicht nur mit ihren Artgenossen, sondern auch mit Menschen. Spielangeln mit Federn und Bällen sind ebenso beliebtes Katzenspielzeug wie Wattestäbchen oder Korken aus Weinflaschen. Auch mit einem Laserpointer kann man verspielte Katzen wunderbar beschäftigen.

Bei Katzen aus dem Tierheim oder aus zweiter Hand kann es manchmal passieren, dass ehemalige Freigänger irrtümlich als Wohnungskatzen vermittelt werden. Auch solche Katzen neigen dazu, stundenlang zu miauen – denn haben sie die Vorzüge des Freigangs einmal kennengelernt, wollen sie sie ungern wieder missen.

 

Miauen als Zeichen von Schmerzen

In manchen Fällen stecken hinter einem anhaltenden Maunzen der Katze auch körperliche Ursachen. Miaut sie beim Wasserlassen, können etwa eine Blasenentzündung oder Blasensteine bei der Katze der Grund sein. Wenn der Verdacht besteht, dass die Katze verletzt oder krank sein könnte, sollte sie sofort einem Tierarzt vorgestellt werden.

 

 

Weiterführende Informationen

 

Autor: Christina Trappe, B.A.
Tierärztliche Qualitätssicherung: Dr. med. vet. Michael Koch
Datum: März 2013
Quellen:
Hornizek, Marian C. et al.: Krankheiten der Katze. Enke Verlag, Stuttgart 2005
Quinten, Doris: Katzen. Meine Lieblingstiere. Compact Verlag, München 2009

Schlagwörter:

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