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Keimschleuder Hund & Katze – krank durch Haustiere?

Publiziert: Donnerstag, 14. September 2017

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Themen-Special:Juckreiz beim Hund

© chalabala / Fotolia.comAnzeige

Mann und Hund

Beim Schmusen kann der Hund Keime übertragen. Foto: Pixabay.com

Haustiere können Krankheiten auf den Menschen übertragen – und umgekehrt. Diese Art von wechselseitig übertragbaren Infektionskrankheiten nennen Fachleute Zoonosen. Doch wie groß ist das Risiko wirklich, sich bei Hund und Katze mit Keimen anzustecken? Und wo lauern die Gefahren?

Wenn Parasiten – wie Zecken, Würmer oder Flöhe – Haustiere wie Hunde und Katzen befallen, können sie nicht nur beim Tier gefährliche Krankheiten auslösen, sondern auch beim Menschen. Das Robert Koch-Institut schätzt, dass bis zu drei Viertel aller menschlichen Erkrankungen sogenannte Zoonosen sind, also Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Wie viele davon vom Hund oder von der Katze stammen, ist allerdings durch valide Studien nicht geklärt. Wohl weiß man aber, dass Hunde und Katzen viele unterschiedliche Erreger übertragen können – neben Parasiten zum Beispiel auch Pilze, Viren und Bakterien, wie das Bakterium Campylobacter jejuni, welches vom Hund übertragen wird und Durchfall verursacht. Katzen können unter anderem Bakterien der Bartonella-Art weitergeben und Fieber sowie Entzündungen bei Mensch und Tier hervorrufen.

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Keime lauern auch im Hunde- und Katzenfutter

Wie gelangen die Keime vom Tier auf den Menschen? Zoonosen werden auf verschiedene Weise übertragen, am häufigsten:

  • durch Bisse und Kratzer
  • beim Kontakt mit dem Kot, z.B. beim Reinigen des Katzenklos
  • beim Saubermachen von Käfigen und Körbchen
  • beim Schmusen mit dem Hund oder der Katze
  • wenn Sie sich von Ihrem Tier über das Gesicht lecken lassen

Doch die Keime lauern auch im Futter: Vor allem bei rohem Futter, wie es zum Beispiel beim BARFEN verfüttert wird, können sich bei unsachgemäßer Lagerung und Kühlung Keime entwickeln, beispielsweise Salmonellen. Industriell verarbeitetes Tierfutter, sowie frische und sachgemäß gelagerte und gekühlte Produkte sind allerdings in der Regel unbedenklich und frei von krankmachenden Erregern.

Wer ist gefährdet und wie hoch ist das Risiko?

Wenngleich Haustiere wie Hunde und Katzen eine Reihe von Infektionskrankheiten übertragen können, ist das Risiko, sich anzustecken, für gesunde Menschen im Allgemeinen gering – sofern die Tiere angemessen versorgt und Hygieneregeln eingehalten werden. Einer größeren Gefahr für Zoonosen sind Menschen ausgesetzt, die ein schwaches Immunsystem haben (z.B. Krebspatienten, die sich einer Chemotherapie unterziehen), sowie alte Menschen und Säuglinge.

Die positiven Effekte von Hunden und Katzen auf die psychische und körperliche Gesundheit und Fitness sind vielen Studien zufolge deutlich höher als die Risiken durch krankmachende Erreger: So haben Hunde- und Katzenbesitzer einigen Untersuchungen zufolge weniger Krankheiten wie Depressionen und Herzerkrankungen.

Wo lauern die meisten Keime?

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Mit Keimen kann man sich zwar auch bei seinen Haustieren anstecken, aber die meisten Keime – darunter auch krankmachende Erreger – lauern anderswo. Dies sind häufige Quellen, an denen sich Bakterien & Co. befinden:

  • an Wasserhähnen und Wasserspendern
  • auf Handtüchern und Spülschwämmen
  • auf den Metallstangen in der Straßenbahn
  • an den Griffen der Einkaufswagen im Supermarkt
  • im Fitnessstudio, z.B. an den Freihanteln
  • im Büro auf Telefonhörern und Computertastaturen
  • auf Handy- und Smartphone-Displays

Wie kann ich mich und mein Tier vor Keimen schützen?

Damit Sie und Ihr Tier sich nicht mit Keimen infizieren und gesund bleiben, ist es wichtig, einige Hygieneregeln einzuhalten. Dies ist der beste Schutz vor Zoonosen!

Hier unsere Tipps:

Jetzt folgen:

  • Waschen Sie sich nach jedem Kontakt mit Ihrem Hund oder Ihrer Katze die Hände, z.B. nach dem Streicheln und nach dem Füttern.
  • Waschen Sie sich auch nach dem Säubern des Futternapfs oder des Käfigs oder Körbchens gründlich die Hände.
  • Benutzen Sie warmes Wasser und Seife zur Reinigung Ihrer Hände.
  • Vermeiden Sie es, Ihren Hund oder Ihre Katze zu küssen.
  • Lassen Sie Ihr Haustier nicht über Ihr Gesicht lecken.
  • Halten Sie Ihren Hund oder Ihre Katze von Ihren Lebensmitteln fern. Besonders während Sie kochen und Essen zubereiten, sollte Ihr Tier in der Küche keinen Kontakt zu den Lebensmitteln haben.
  • Nehmen Sie Ihr Haustier nicht mit ins Bett.
  • Reinigen Sie die Futter- und Trinknäpfe Ihres Hundes oder Ihrer Katze mindestens täglich. Geben Sie Ihrem Tier mindestens einmal pro Tag frisches Wasser.
  • Reinigen Sie die Käfige oder Körbchen sowie das Katzenklo regelmäßig mit heißem Wasser.
  • Waschen Sie die Hunde- oder Katzendecken regelmäßig bei mindestens 60 °C.
  • Halten Sie Ihre Kinder vom Katzenklo fern und bringen Sie auch ihnen die Hygieneregeln bei.
  • Falls Sie eine offene Wunde haben, lassen Sie Ihr Tier damit nicht in Berührung kommen – geschweige denn über die Wunde lecken.
  • Fall Sie von Ihrem Tier gekratzt oder gebissen wurden, behandeln Sie die Wunde mit einem Haut- und Schleimhaut-Desinfektionsmittel. Bei tiefen oder entzündeten Wunden suchen Sie bitte einen Arzt auf.

Und besonders wichtig: Lassen Sie Ihren Hund oder Ihre Katze, wie vom Tierarzt empfohlen, regelmäßig impfen und entwurmen. So vermeiden Sie, dass Ihr Haustier sich überhaupt mit einem Erreger infiziert.

 

Weiterführende Informationen

Hygienetipps
Schmierinfektionen vorbeugen
Tipps zur Vorbeugung von Zoonosen

Autor: Sonja Harms
Datum: September 2017
Quellen:
ÄrzteZeitung: https://www.aerztezeitung.de/panorama/article/883940/ansteckungsgefahr-keimschleudern-hund-katze.html (Abruf: September 2017)
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): https://www.infektionsschutz.de/hygienetipps/hygiene-und-tiere/ (Abruf: September 2017)
DIE ZEIT: http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2017-04/hunde-haustier-haltung-gesundheit-keime-krankheiten (Abruf: September 2017)
ESCCAP e.V.: Zoonosen. http://www.esccap.de/news/neuigkeiten/zoonosen-gesundheitsrisiko-fuer-mensch-und-tier/ (Abruf: September 2017)
SWR: https://www.swr.de/odysso/bakterien-sind-ueberall-wo-lauern-die-meisten-keime/-/id=1046894/did=19401978/nid=1046894/wit150/index.html (Abruf: September 2017)

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