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Kaninchen draußen halten – was Sie bei der Außenstallhaltung beachten sollten

Publiziert: Donnerstag, 12. April 2012

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© chalabala / Fotolia.comAnzeige

Drei Kaninchen im Außenstall

In einem Außenstall brauchen Kaninchen auch Rückzugs-möglichkeiten. Foto: vetproduction

Kaninchen sind sehr gesellige Tiere, sie brauchen vor allem genügend Platz und ausreichend Bewegung. Mit einem Außenstall können Sie den kleinen Hopplern deshalb im besonderen Maße gerecht werden. Wer über einen großen Balkon oder Garten verfügt, kann seine Kaninchen durchaus ganzjährig draußen halten. Dabei gilt es einige wichtige Punkte zu beachten, denn die Außenstallhaltung von Kaninchen ist relativ anspruchsvoll.

 

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Das erste Mal Frischluft schnuppern

Optimale Temperaturen, um Ihre Kaninchen an das Außenklima zu gewöhnen, herrschen mit Beginn des warmen Wetters, ab etwa Mitte Mai. Auch wenn Ihr Kaninchen bisher ein Stubenhocker war, kann es an die Freilandhaltung gewöhnt werden. Bringen Sie die Kaninchen bei einer Temperatur ab etwa 15 Grad nach draußen, damit sie sich an das Klima gewöhnen können. Bis zu den kalten Wintermonaten haben die Langohren genügend Zeit, ein dickes Winterfell zu bekommen.

Wichtig für die Außenstallhaltung ist generell, dass Sie das Kaninchen zwischendurch nicht in die Wohnung holen, wenn es sich bereits an die Außentemperaturen gewöhnt hat. Der starke Temperaturwechsel kann dem Kaninchen schaden. Falls die Betreuung zu Hause doch einmal nötig ist, beispielsweise im Krankheitsfall des Kaninchens, versuchen Sie es langsam in kühlen Räumen zu akklimatisieren.

 

Genehmigung für den Außenstall einholen

Ein Punkt, der von vielen Tierhaltern vergessen wird, aber trotzdem sehr wichtig ist: die Genehmigung des Kaninchenstalls. Ein großer Außenstall für Kaninchen erfordert einige Umbauten in Ihrem Garten. Wenn es sich nicht um Ihren Privatbesitz handelt, holen Sie deshalb zunächst eine Genehmigung von Ihrem Vermieter ein. Informieren Sie gegebenenfalls auch Ihre direkten Nachbarn über die neuen Gartenbewohner.

 

Der optimale Kaninchenstall

Es gibt zwar fertige Stallkonstruktionen im Tierfachhandel, doch wenn Sie den Kaninchenstall eigenhändig bauen, haben Sie eine Vielzahl von Möglichkeiten, das neue Heim individuell zu gestalten. Dabei sollten Sie vor allem darauf achten, dass der Außenstall absolut ausbruchssicher und einbruchssicher ist. Greifvögel, Füchse oder Mader stellen natürliche Feinde des Kaninchens dar und dürfen auf keinen Fall die Möglichkeit haben, in den Stall einzudringen. Der Außenstall sollte später in regelmäßigen Abständen auf eventuelle Schäden kontrolliert werden.

Die Wände des Kaninchenstalls lassen sich am einfachsten mit einem Maschendrahtzaun, der an einem Holzrahmen befestigt wird, bauen. Der Zaun sollte eine Maschenweite von maximal 16 x 16 Millimeter haben und mindestens 1,2 Millimeter dick sein – denn so hält er möglichen Knabberattacken stand! Um zu verhindern, dass die Kaninchen sich unter den Außenwänden hindurch buddeln, graben Sie die Wände etwa 50 bis 60 Zentimeter tief in die Erde ein (lückenlos). Vergessen Sie nicht, den Stall oben ebenfalls abzudichten. Als Dachbedeckung eignet sich neben dichtem Netz (ähnlich einem Katzennetz) auch ein transparentes und regendichtes Wellplastik. Richten Sie sowohl sonnige als auch schattige, überdachte Bereiche für die Kaninchen ein.

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Kaninchen sollten nicht alleine gehalten werden, denn sie sind soziale Tiere und brauchen ihre Artgenossen. Planen Sie pro Tier deshalb etwa zwei bis drei Quadratmeter Platz ein. Jeder zusätzliche Quadratmeter bereitet den Kaninchen natürlich noch mehr Freude.

 

Einrichtung und Haltung der Kaninchen

Die Einrichtung des Außenstalls der Kaninchen sollte abwechslungsreich gestaltet werden. Mehrere Etagen erfordern keine zusätzliche Fläche, bieten aber mehr Spaß. Zudem sollte es Nagemöglichkeiten, Unterschlüpfe und Ausgucke geben. Jedes Kaninchen braucht sein eigenes, winddichtes Schlafhäuschen von etwa 20 x 30 x 20 Zentimeter, in das es sich bei Stress oder Kälte zurückziehen kann.

Den Boden des Kaninchenstalls können Sie mit Holz oder Rindeneinstreu auslegen. Stellen Sie immer ausreichend Heu und Stroh zur Verfügung. Dieses dient nicht nur als Untergrundmaterial, sondern auch als zusätzliche Futterquelle für die Kaninchen. Die eigentliche Futterstelle der Nager sollte überdacht sein, so bleibt das Futter trocken und länger frisch.

Jetzt folgen:

 

Gesundheitsvorsorge

Säubern Sie den Kaninchenstall regelmäßig, um die Einnistung von Fliegen und sonstigen Insekten zu vermeiden. Für Kaninchen, die im Außenstall gehalten werden, ist zudem eine Impfung ratsam. Die wichtigsten Krankheiten, gegen die Kaninchen geimpft werden, sind die Myxomatose und die RHD (auch Chinaseuche genannt). Je nach Verbreitung im betroffenen Gebiet können Sie Ihre Tiere auch gegen Kaninchenschnupfen impfen lassen. Befragen Sie dazu am besten Ihren Tierarzt.

Selbstverständlich sollten Sie jeden Tag nach den Kaninchen sehen. Etwa einmal wöchentlich bietet sich eine kleine Gesundheitskontrolle der Tiere an. Folgendes können Sie überprüfen:

 

  • Verhalten: Ist das Kaninchen lebhaft oder abgeschlagen?
  • Fell: Glänzt das Fell oder wirkt es matt und struppig?
  • Augen: Sind die Augen klar und glänzend oder womöglich verklebt?
  • Ohren: Sind die Ohren des Kaninchens sauber oder haben sie Beläge?
  • After: Ist der After sauber oder evtl. von Kotresten verklebt?

 

Wenn Ihr Kaninchen Krankheitssymptome ausweist, sollten Sie diese zu Sicherheit beim Tierarzt abklären lassen.

 

 

Weiterführende Informationen

 

Autor: Klaudia Fernowka, B.A.
Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. M. Waitz
Datum: April 2012
Quellen:
Wegler, M.: Kaninchen im Außengehege. GU Verlag, München 2008
Schmidt, E.: Mein Kaninchen: Rundum gesund. GU Verlag, München 2009
Deutscher Tierschutzbund e.V.: Die Haltung von Zwergkaninchen. www.tierschutzbund.de/fileadmin/mediendatenbank_free/Steckbriefe/Heimtiere/Steckbrief_Zwergkaninchen.pdf (Abruf: 04. 2012)
Deutscher Tierschutzbund e.V.: Steckbrief Zwergkaninchen. www.tierschutzbund.de/fileadmin/mediendatenbank_free/Broschueren/Haltung_von_Zwergkaninchen.pdf (Abruf: 04.2012)

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