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Hundebiss – was tun?

Publiziert: Dienstag, 17. Juni 2014

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Themen-Special:Juckreiz beim Hund

© chalabala / Fotolia.comAnzeige

Hund

Ein Hundebiss erfordert schnelles Handeln. Foto: vetproduction

Die Beziehung von Hunden und Menschen verläuft normalerweise harmonisch. Der „beste Freund des Menschen“ ist gehorsam, verlässlich und steht treu zur Seite. Doch ab und an kann es passieren, dass die Tiere – aus welchem Grund auch immer – zubeißen. So kommen schätzungsweise 30.000 bis 50.000 Bissverletzungen pro Jahr vor. Wie man im Falle eines Bisses richtig handelt, ist vielen nicht ganz bewusst. Die Wunde säubern und selbst verbinden? Oder doch lieber einen Arzt aufsuchen und die Wunde professionell versorgen lassen? Je nach Tiefe der Wunde und Schwere der Infektion müssen bestimmte Maßnahmen getroffen werden. In jedem Fall gilt: Ruhe bewahren. Alle weiteren Informationen finden Sie hier.

 

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Was Sie nach einem Hundebiss tun sollten

Ein Hundebiss ist eine sogenannte primär infizierte Wunde, die von einer leichten Verletzung der Haut über Quetschungen und Muskelschäden und bis hin zu Knochen- oder Organschäden reichen kann. Hundebisse sind in Bezug auf die Infektionsgefahr weniger gefährlich als Bisse von Katzen oder Menschen. Dennoch führen etwa 10 bis 20 Prozent der Hundebisse zu einer Infektion. Besondere Vorsicht gilt im Ausland: Sind Sie dort von einem Hund gebissen worden, suchen Sie umgehend einen Arzt auf. Im Gegensatz zu Deutschland ist Tollwut in vielen Ländern Europas noch verbreitet und kann im Falle einer Infektion lebensbedrohlich werden.

Bei kleineren Hautabschürfungen können Sie die Wunde selbst versorgen. Dafür geeignet sind Desinfektionslösungen und steriles Verbandsmaterial. Beobachten Sie die Verletzung in den folgenden Stunden: Sollte die verletzte Stelle sehr warm werden, gerötet sein und schmerzen, oder sollten Sie gar Fieber bekommen, begeben Sie sich in ärztliche Behandlung.

 

Tiefe Wunden erfordern in jedem Fall eine ärztliche Versorgung

Ist die Wunde tief, empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen, der die Verletzung professionell versorgt. Sie sollte möglichst bald mit reichlich steriler Kochsalzlösung und einem Desinfektionsmittel gereinigt werden, um Infektionen zu vermeiden. Außerdem kann der Arzt Fremdkörper, wie abgebrochene Zähne oder Futterreste, entfernen und die Wunde fachgerecht verbinden. Vorbeugend kann der Arzt ein Antibiotikum verschreiben, um eine mögliche Infektion mit bakteriellen Erregern zu verhindern.

 

Ist Ihr Tetanusschutz noch aktuell?

Ein Hundebiss kann im ersten Moment gar nicht problematisch erscheinen. Vor allem dann nicht, wenn die Wunde sehr klein ist oder sogar eher einem oberflächlichen Kratzer als einer Bisswunde gleicht. Doch egal, ob Hautabschürfung oder tiefe Fleischwunde: Prüfen Sie Ihren aktuellen Impfstatus bezüglich Tetanus (Wundstarrkrampf). Die Tetanus-Impfung schützt Sie vorbeugend vor der Infektionen durch die Bakterien (Clostridium tetani), die überall im Erdreich vorkommen.

Die Tetanus-Erreger können über den Speichel des Hundes in die Wunde gelangen und dort ein Gift produzieren, das starke Krämpfe der Muskulatur auslöst. In Deutschland verlaufen Tetanus-Infektionen zwar selten lebensbedrohlich, ein aktueller Impfstatus ist dennoch äußerst wichtig. Sind Sie sich bezüglich Ihres Tetanusschutzes unsicher, suchen Sie Ihren Arzt auf und bringen Sie Ihren Impfpass mit.

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Für Hundebesitzer: Warum beißt Ihr Hund?

Die Gründe, warum Ihr Hund zubeißt, können vielfältig sein. Beim Spielen und durch Übermut des Hundes kann dies schnell passieren. Bemerken Sie an Ihrem Hund aber grundlegende Veränderungen im Verhalten oder gibt es des Öfteren Zwischenfälle dieser Art, können auch andere Auslöser der Grund für das plötzliche Zubeißen sein:

  • Der Hund hat Schmerzen.
  • Es liegt eine Infektion vor – vielleicht sogar Tollwut.
  • Der Hund hört oder sieht schlecht und erschreckt sich daher leichter.

Klären Sie mögliche Gründe am besten mit dem Tierarzt ab. Vorübergehend sollten Sie Ihren Hund an der Leine führen oder gegebenenfalls einen Maulkorb in Erwägung ziehen. Sind Sie Besitzer eines „Listenhundes“, umgangssprachlich auch Kampfhund genannt, müssen Sie Ihr Tier in der Öffentlichkeit ohnehin Leine und Maulkorb anlegen, um andere, insbesondere Kinder vor Angriffen zu schützen.

 

Jetzt folgen:

Weiterführende Informationen

Leinenpflicht in Deutschland. So schützen Sie sich vor Hundebissen:

http://www.shop-apotheke.com/blog/shop-apotheke-news/leinenpflicht-in-deutschland-so-schuetzen-sie-sich-vor-hundebissen/

 

 

 

 

 

Autor: Veronika Meier
Datum: Juni 2014
Quellen:
AMWF: Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie: Wunden und Wundbehandlung
http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/006-129l_S1_Wunden_und_Wundbehandlung_2011-07.pdf
Ambulanzzentrum Uniklinikum Hamburg-Eppendorf: Tierbissverletzungen.
http://www.uke.de/kliniken/ambulanzzentrum/downloads/ambulanzzentrum-uke/20130124_Tierbissverletzungen.pdf
Deutsches Ärzteblatt: Therapeutische Sofortmaßnahmen und Behandlungsstrategien bei Bissverletzungen
http://www.aerzteblatt.de/archiv/3608/Therapeutische-Sofortmassnahmen-und-Behandlungsstrategien-bei-Bissverletzungen
Kinderärzte im Netz: Sofortmaßnahmen bei Bisswunden
http://www.kinderaerzte-im-netz.de/bvkj/contentkin/show.php3?id=7&nodeid=58
RKI Merkblatt: Tetanus.
http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Tetanus.html#doc2398266bodyText7
RKI Ratgeber für Ärzte: Tollwut.
http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Tollwut.html#doc2392880bodyText2

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