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Hunde-Agility ‒ Sport für Mensch und Tier

Publiziert: Donnerstag, 22. November 2012

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Themen-Special:Juckreiz beim Hund

© chalabala / Fotolia.comAnzeige

Hunde-Agility - Ein Hund beim Apportieren

Beim Hunde-Agility müssen manchmal auch Gegenstände apportiert werden. Foto: vetproduction

Kurze Sprints, schnelle Wendungen und große Sprünge – beim Agility laufen die Hunde durch einen Parcours mit zahlreichen Hindernissen. Ursprünglich in den USA verbreitet, erfreut sich der Hundesport mittlerweile auch hier großer Beliebtheit und ist längst in zahlreichen Hundeschulen in Deutschland vertreten. Beim Hunde-Agility werden Ausdauer, Koordination und Konzentration des Hundes gefordert, doch auch Herrchen oder Frauchen muss dabei aktiv mitmachen und mitlaufen. Hunde-Agility ist deshalb Training für Tier und Mensch. Das Zusammenspiel von Körper- und Kopfarbeit macht nicht nur fit, sondern auch großen Spaß – aber Vorsicht: einmal angefangen, besteht Suchtgefahr!

 

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Worauf kommt es beim Hunde-Agility an?

Beim Hunde-Agility arbeiten Mensch und Tier gemeinsam im Team. Mit Agility können Sie deshalb auch die Bindung zu Ihrem Hund weiter stärken. Der Lauf durch den Parcours erfordert einen guten Grundgehorsam des Hundes. Der Hund muss Hindernisse überspringen, überklettern und manchmal dabei auch gleichzeitig Objekte apportieren. Bei vielen Übungen geht es um hauptsächlich um den guten Gehorsam, bei einigen jedoch auch um den Mut und die Überwindung des Hundes, wenn beispielsweise hohe Rampen erklommen werden müssen.

Der Besitzer ist beim Hunde-Agility immer mit dabei und steht dem Hund mit Sprachkommandos, aber vor allem auch durch eine deutliche Körpersprache zur Seite. Der Mensch führt den Hund durch den Parcours und folgt dabei so, dass er dem Hund den Weg weisen kann, ihm aber nicht in die Quere kommt.

Bei dem Parcours gibt es gibt verschiedene Arten von Agility-Geräten, welche in beliebiger Reihenfolge angeordnet werden können:

  • Bei Kotaktzonen-Geräten handelt es sich um verschiedene Rampen und Stege, bei welchen die Hunde bergauf und bergab gehen oder balancieren müssen. Beginn und Ende des Laufstegs müssen dabei mindestens mit einer Pfote berührt werden.
  • Sprünge werden mit Hilfe von verschiedenen Stangenhalte-Systemen (ähnlich dem Pferdesport) und auch zum Beispiel mit Hilfe von Reifen durchgeführt.
  • Schläuche und Röhren müssen ohne Sichtkontakt zum Menschen vom Hund alleine durchlaufen werden. Die festen oder weichen Röhren bestehen meist aus blickdichtem Stoff.
  • Beim Stangen-Slalom muss der Hund die Stangen im Zickzack durchlaufen, hier geht es um Schnelligkeit.

 

Für welche Rassen ist Hunde-Agility geeignet?

Ob groß oder klein ‒ Hunde-Agility ist grundsätzlich für alle Hunderassen geeignet. Der Parcours ist je nach Größe des Hundes und seinen besonderen Fähigkeiten anpassbar. Für kleine, wendige Hunde gibt es das sogenannte Mini-Agility mit zahlreichen Sprüngen. Ältere Kandidaten versuchen sich in der Senioren-Klasse, bei der es weniger Hindernisse gibt und eher die Schnelligkeit entscheidet.

Wichtig beim Agility ist vor allem, dass Ihr Hund gesund ist. Für Hunde mit Erkrankungen des Bewegungsapparats wie zum Beispiel eine Hüftgelenkdysplasie (HD) oder Arthrose ist Hunde-Agility nicht geeignet. Auch Herz- und Kreislauf-Erkrankungen können für diesen anstrengenden Hundesport ein Problem darstellen.

Wenn Ihr Hund schon etwas älter ist oder wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihr Hund fit für Agility ist, befragen Sie zur Sicherzeit einen Tierarzt. Er kann den Gesundheitszustand Ihres Hundes meist bereits in einer kurzen Untersuchung checken.

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Welche Risiken gibt es beim Hunde-Agility?

Beim Hunde-Agility kann es durch die vielen Sprünge und das hohe Tempo unter Umständen auch zu Stürzen, Ausrutschern und somit auch zu Verletzungen des Hundes kommen. Gerade am Anfang ist bei dem turbulenten Hundesport deshalb Vorsicht geboten. Bei Ausrutschern braucht Ihr Hund eine kurze Aufmunterung, um den Spaß am Sport nicht zu verlieren.

Wie auch wir Menschen kann der Hund bei Überanstrengung an einem Muskelkater leiden. Dann können Hundemassagen helfen, den Hundekörper zu entspannen und die Muskulatur zu lockern.

 

Jetzt folgen:

Beim Hunde-Agility zunächst klein anfangen

Bei dem ersten Agility-Training sollte Ihr Hund ausgewachsen sein. Er sollte unbedingt den Grundgehorsam beherrschen, da es beim Hunde-Agility vor allem auf eine gute Kommunikation zwischen Mensch und Tier ankommt. Viele Hundeschulen und Vereine bieten Schnupperkurse zum Ausprobieren an. Nehmen Sie dabei immer ausreichend Leckerlis für den Hund zur Belohnung und Motivation mit.

Bei den ersten Übungen sollten Sie nur langsam, mit niedrigen Hindernissen und leichten Koordinationsübungen anfangen. Um den Hund an die Agility-Geräte zu gewöhnen, können Sie den Parcours mit ihm zunächst kontrolliert an der Leine ablaufen. Bei Rampen und Erhöhungen sollten möglichst auf beiden Seiten Hilfspersonen anwesend sein, um den Hund gegebenenfalls aufzufangen und so Verletzungen zu vermeiden.

Mit der Zeit wird Ihr Hund immer schneller und überwindet auch die Angst von schwierigeren Agility-Geräten. Dann können Sie den Parcours entsprechend anpassen und den Schwierigkeitsgrad weiter steigern. Achten Sie dabei aber immer darauf, Ihren Hund nicht zu überfordern und nicht zu drängen. Die Übungen sollten deshalb nicht zu lang sein und es ist immer wichtig, Pausen einzulegen.

 

Hunde-Agility in Turnieren und Wettkämpfen

Mittlerweile gibt es beim Hunde-Agility viele nationale sowie internationale Wettkämpfe, bei denen sich die Hundehalter entweder im Duo mit dem Hund oder auch in Teams miteinander messen. Die Wettkämpfe verlaufen nach festen Regeln für verschiedene Hundegrößen und Leistungsklassen. Ein Parcours ist dabei immer zwischen 100 und 200 Meter lang und besteht aus maximal 20 Hürden, von denen mindestens sieben Sprünge notwendig sind.

Bei Agility-Wettkämpfen geht um Zeit und Fehlerlosigkeit. Der Hundeführer darf den Hund dabei nicht berühren, sondern nur über Kommandos oder Körpersprache führen. Anhalten ist verboten und auch ein Richtungswechsel kann zur Disqualifikation führen. Dennoch ist Verbissenheit beim Hunde-Agility fehl am Platz; es gilt das Motto „Dabei sein ist alles!“. Wie auch im Training steht dabei der Spaß von Zwei- und Vierbeiner im Vordergrund.

 

 

Weiterführende Informationen

 
 

Autor: Klaudia Fernowka, B.A.
Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Martin Waitz
Datum: November 2012
Quellen:
Mai, Sabine: Physiotherapie und Bewegungstraining für Hunde. MVS Medizinverlage, Stuttgart 2011
Wolf, K.: Hunde – Spiel & Sport. Gräfe und Unzer Verlag GmbH, München 2009

 

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