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Erste Hilfe für kranke Teichfische

 

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Foto: Pixabay.com

Vom klassischen Gartenteich, der als Biotopteich angelegt wurde bis hin zu typischen Koiteichen ohne Bepflanzung und Flachwasserzonen umfasst das Thema „Teich“ sehr unterschiedliche Lebensräume für Fische. Entsprechend groß ist die Zahl unterschiedlicher Fischarten, die dort gehalten werden und ihre Bedürfnisse. Die am häufigsten anzutreffenden Fischarten sind Koi, Goldfische und „Biotopfische“ wie Bitterling, Moderlieschen, Gründling, Sonnenbarsch und Nase. Mitunter werden auch groß werdende Fischarten wie Stör, Amur oder Graskarpfen gehalten oder Raubfische wie Katzenwels oder Zander. All diese Arten sind sehr unterschiedlich anpassungsfähig an Umweltstress, unzureichende Wasserqualität und ganz sicher nicht an die Teichgröße bzw. das Teichvolumen. Daher gibt auch im Teich: Die Problemanalyse beginnt mit der Fischumwelt, dem Wasser.

Schritt 1: Messung der Wasserwerte

Dies kann man mit den Tropftests in Wassertestkoffern selbst durchführen oder sich an einen Zoohändler wenden, der Wasseruntersuchungen anbietet. Teststäbchen liefern keine zuverlässigen Daten und sind daher nicht geeignet, um Probleme zu lösen. Wichtig ist es, sich die ermittelten Werte aufzuschreiben, damit eine Beratung und Hilfestellung erfolgen kann. Ein paar Notizen zur Geschichte der Werte ist immer nützlich, z.B. große Wasserwechsel, Ausfall der Heizer, sommerliche Hitze oder winterliche Kälte am Standort, Gewitter, Algenvernichtung, neue Fische und wann sie in den Teich gesetzt wurden.

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Was muss man messen?

Wassertemperatur (°C)

Karbonathärte (KH)

Gesamtammonium (NH4/NH3)

Nitrit (NO2)

pH-Wert

Nitrat (NO3)

Phosphat (PO4)

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Sauerstoff (O2)

Schritt 2: Teilwasserwechsel

Machen Sie sicherheitshalber NACH der Messung der Wasserwerte einen Teilwasserwechsel von 20-40%. Meist bessert sich dann bereits die Lage für die Fische. Es kann sein, dass man auch eine Wasserprobe des Leitungswassers oder Brunnenwasser untersuchen muss, um Probleme, die aus der Wasserversorgung stammen, zu finden.

Schritt 3: Weniger füttern!

Teichfische können sehr gut mit sehr wenig Futter auskommen. In bepflanzten Teichen wird meist eine gewisse Menge an Naturfutter leben und die Nahrungsallrounder Koi und Goldfisch holen sich Algen und Wasserpflanzen, wenn sie hungrig sind. Eine Woche ohne Futter verbessert die Wasserqualität und Kiemengesundheit. Futter darf nicht stinken oder schimmelig sein und sollte auf Hinweise auf Verderb kontrolliert werden. Die Lagerung ist sehr wichtig: Nicht bei sommerlichen Temperaturen im Freien stehen lassen, sondern es sollte in einem kühlen Keller oder Kühlschrank gelagert werden.

Schritt 4: Fische beobachten und kranke Fische fotografieren oder filmen

Auf der Suche nach einem Rat ist es nützlich, die auffälligen Symptome zu beschreiben und meist ist ein kleines Video besser als jedes Bild. Dokumentieren Sie alles, was Ihnen nicht normal erscheint. Bei Teichfischen ist die wichtigste Infektionskrankheit die Pünktchenkrankheit, auch „Ichthyo“ genannt. Da sie praktisch alle Fischarten befällt, gehört sie zu den wirklich gefährlichen Krankheiten, die man schnell erkennen und behandeln muss. In wenigen Tagen entsteht eine Massenvermehrung, die für viele Fische tödlich verläuft. Sind auf kranken, apathischen oder gestorbenen Fischen weiße Pünktchen auf Auge, Flossen oder Körper zu sehen, sollte man sofort eines der im Zoohandel erhältlichen Mittel gegen „Pünktchen“ oder „Ichthyo“ besorgen und eine Behandlung beginnen. Jeder Tag ohne Behandlung verschlimmert die Lage der Fische.

Daher ist es ratsam, ein geeignetes Behandlungsmittel in ausreichender Menge zu Hause auf Vorrat zu haben, besonders dann, wenn man neue Fische kaufen will. Die Dosierung und Behandlungsdauer sollte gemäß der Packungsbeilage erfolgen und man darf diese Mittel nicht überdosieren! Der ist es sehr wichtig, das Teichvolumen zu wissen. Auch in richtiger Dosierung kann es zu einer Schädigung der Filterbiologie kommen, daher während der Behandlung nicht füttern und die vorgeschrieben Teilwasserwechsel einhalten. Nach einer Woche Behandlungsdauer beendet man mit einem großen Teilwasserwechsel und 24 Stunden Aktivkohlefilterung. Die Behandlung sollte man gründlich überwachen und abbrechen, wenn die Fische ungewöhnlich reagieren, z.B. aus dem Becken springen.

Schritt 5: Immer eine gute Hilfe für Koi und Goldfische sind Kurzzeitsalzbäder

Eine Wanne wird mit so viel Teichwasser gefüllt, dass der Fisch sich gut umdrehen kann und nicht anstößt, sein gesamter Körper muss von Wasser bedeckt sein. Dazu eine Belüfterkugel zur Sauerstoffversorgung durch eine Pumpe hängen. Pro Liter Wasser werden 20 g jod- und fluorfreies Kochsalz gegeben, aber nicht aufgelöst. Dann den kranken Fisch dazugeben und für etwa 10 Minuten baden. Wenn der Fisch umkippt, muss man ihn zurück in den Teich setzen. Diese Behandlung kann man an drei aufeinanderfolgenden Tagen wiederholen, wobei das Bad stets neu angesetzt werden muss. Salzwasser nicht auf den Rasen kippen, sondern in den Gully entsorgen!

Schritt 6: Fische untersuchen lassen

Viele Menschen wissen nicht, dass es spezialisierte Tierärzte und Personen gibt, die sich mit Fischkrankheiten auskennen und sie unter dem Mikroskop diagnostizieren können. Findet man keinen Tierarzt in der Nähe kann man sich an die Chemischen und Tierärztlichen Landesuntersuchungsämter wenden oder an einen erfahrenden Zoohändler mit Mikroskop. Die meisten Fischkrankheiten sind nur dort zu erkennen. Ohne die Untersuchung von Abstrichen wird man daher nie zu einer sicheren Diagnose kommen können.

Umgang mit toten Fischen, die untersucht werden sollen

Fische, die untersucht werden sollen, müssen am Tag ihres Todes untersucht werden. Daher ist es wichtig, sich vorher mit dem Untersucher zu verständigen, ob eine Untersuchung stattfinden kann und wie der Fisch am schnellsten zum Untersucher kommt. Plastiktüten, Alufolie oder alles, was zu Luftabschluss führt, sollte NICHT zur Aufbewahrung verwendet werden. Tote Fische müssen SOFORT auf dem Wasser herausgenommen werden, sie verwesen extrem schnell! Dann wird der Fisch lose in ein feuchtes Zellstoffpapier gewickelt und gekühlt – NICHT eingefroren. Nochmal: Tote Fische nicht im Wasser liegen lassen!

Wasserprobe aus dem Teich nehmen

Eine Wasserprobe sollte mindestens 500 ml (1/2 Liter) umfassen. Das Gefäß vorher 5-10x mit dem Aquarienwasser ausspülen und unter Wasser befüllen, bis keine Luft mehr darin ist. Dann unter Wasser verschließen und im Kühlschrank aufbewahren. Auch diese Probe muss schnellstmöglich untersucht werden.

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