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Auf die Plätze, fertig, los – Rennmäuse brauchen viel Raum

Publiziert: Freitag, 22. März 2013

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Mongolische Rennmaus

Mongolische Rennmaus. Bild: Falk Jaquart / Pixelio

Mongolische Rennmäuse (Meriones unguiculatus) sind possierliche und sehr agile Nagetiere, die Rennen und Buddeln zu ihren größten Leidenschaften zählen. Ursprünglich beheimatet in den Steppen der Mongolei und im nordöstlichen China, erobern Rennmäuse inzwischen als Heimtiere Wohn- und Kinderzimmer auf der ganzen Welt. Ihre Haltung und Pflege ist im Großen und Ganzen nicht schwierig – dennoch sollte die Anschaffung von Rennmäusen gut überdacht werden. Besonders wichtig ist eine artgerechte Unterbringung der bewegungsfreudigen Nager.

 

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Aquarium, Terrarium, Käfig – das richtige Heim für Rennmäuse

Um für Rennmäuse ein artgerechtes Zuhause zu schaffen, muss man zunächst die wichtigsten Bedürfnisse der Tiere kennen.

  • Rennmäuse sind gesellige Tiere, die in der Natur in großen Kolonien mit kleinen Untergruppen – Rennmaus-Paaren und ihrem Nachwuchs – leben. Sie kommunizieren miteinander über hochfrequente Geräusche und Klopfzeichen und markieren einander mit ihren Duftdrüsen. Mongolische Rennmäuse sollten somit nie einzeln gehalten werden. Am besten ist es, die Tiere zu zweit oder in kleinen gleichgeschlechtlichen Gruppen zu halten. Sitzen Männchen und Weibchen im selben Gehege, vermehren die Rennmäuse sich rasend schnell.
  • Rennmäuse haben einen unglaublichen Bewegungsdrang. Am liebsten flitzen sie den ganzen Tag durch die Gegend, erkunden die Umgebung, suchen Futter und Nistmaterial zusammen. Als Käfig-Grundfläche für zwei Rennmäuse gelten 100 x 40 Zentimeter als das absolute Minimum, besser sind 120 x 50 Zentimeter.
  • Als passionierte Buddeltiere, die in ihrem natürlichen Lebensraum ganze Gangsysteme graben, brauchen Rennmäuse eine viel höhere Einstreutiefe als zum Beispiel Farbmäuse oder Ratten. Bei falsch gehaltenen Rennmäusen kann man nicht selten beobachten, dass die Nager stundenlang in einer Käfigecke auf dem blanken Boden scharren. Empfehlenswert ist eine Einstreutiefe von mindestens 20 Zentimetern. Daher sind Aquarien und Terrarien für Rennmäuse besser geeignet als herkömmliche Käfige mit flachen Einstreuschalen.
  • Ein besonders schönes Heim kann man Rennmäusen mit einem Eigenbau schaffen. Hierfür eignen sich die verschiedensten Materialien, zum Beispiel Glas, Plexiglas, Holz und Gitter. Auch mehrere Etagen werden von Rennmäusen gerne genutzt, etwa eine verglaste Buddel- und eine vergitterte Laufetage. Je mehr Platz die Rennmäuse haben, umso geringer wird die Wahrscheinlichkeit von Revierkämpfen und anderen Problemen.

 

Das Rennmaus-Heim artgerecht einrichten

Rennmäuse brauchen neben einem geräumigen Käfig oder Aquarium auch eine gewisse Inneneinrichtung, um sich rundum wohlzufühlen. Dazu gehört eine Wasserflasche, eine sogenannte Nippeltränke. Wenn die Rennmäuse viel frisches Grünfutter bekommen, trinken sie relativ wenig – dennoch ist es wichtig, dass sie ihren Flüssigkeitsbedarf stillen können. Ein normaler Wassernapf ist theoretisch ebenso geeignet, wird von den kleinen Buddlern aber meist binnen weniger Stunden mit Streu „zugeschüttet“. Futter kann ebenfalls in einem Napf angeboten werden; Sie können aber zumindest die trockenen Bestandteile auch einfach im Käfig verteilen, um die Rennmäuse zu beschäftigen.

Zum Verstecken und Schlafen bieten sich für Rennmäuse handelsübliche Schlafhäuser für Nager an. Rennmäuse mögen es, warm und geschützt zu schlafen und kuscheln sich gerne aneinander. Empfehlenswert sind Holzhäuschen, da sie von den Tieren gefahrlos angenagt werden können. Weniger geeignet sind Häuser aus Plastik. Auch einfache Schachteln, Eierkartons und Toilettenpapier-Röhren nehmen Rennmäuse gerne als Schlafplätze an – allerdings muss man damit rechnen, dass diese Einrichtungsgegenstände bald ihrem Nagetrieb zum Opfer fallen.

Besonders gerne bauen Rennmäuse sich in ihrem Schlafhäuschen und anderen Höhlen ein gemütliches „Bett“ aus Nistmaterial. Dafür verwenden sie alles, was ihnen geeignet erscheint: Ob Papier, Heu, Stroh oder Textilfasern, alles wird fleißig zerrupft und ins Nest geschleppt. Mit einfachem Küchen- oder Toilettenpapier als Nistmaterial kann man Rennmäusen eine große Freude machen.

Ihre ständig nachwachsenden Nagezähne müssen Rennmäuse regelmäßig an geeignetem Nagematerial abreiben. Äste, Zweige, Tannenzapfen, Holz- und Pappröhren sind für Rennmäuse multifunktionale Einrichtungsgegenstände zum Klettern, Erkunden und Nagen.

Für ihre Fellpflege brauchen Rennmäuse außerdem ein Sandbad. Sie regulieren damit die Talgmenge in Haut und Fell sowie ihre Körpertemperatur. Dazu kann man einfach ein ausreichend großes Gefäß mit Chinchillasand aus dem Zoofachhandel befüllen. Besonders gut geeignet sind kugelförmige Glasgefäße oder Einmachgläser, da die Rennmäuse aus flachen Schalen beim Scharren schnell den Sand herausschleudern. Es macht viel Freude zu beobachten, wie die kleinen Nager sich blitzschnell durch den Sand wälzen.

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Wer seinen Rennmäusen all diese Bedürfnisse erfüllt, kann sich lange Zeit an gesunden und aktiven Tieren erfreuen, die unkompliziert zu pflegen sind und eine Menge Lebensfreude versprühen.

 

 

Weiterführende Informationen

Autor: Christina Trappe, B.A.
Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Martin Waitz
Datum: Februar 2013
Quellen:
Kötter, Engelbert: Rennmäuse. Gräfe & Unzer Verlag, München 2008
Schmidt-Röger, Heike: Rennmäuse. Freundlich – clever – aktiv. Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart 2005

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