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10 Erziehungstipps für Hunde

Publiziert: Dienstag, 19. Februar 2013

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Themen-Special:Juckreiz beim Hund

© chalabala / Fotolia.comAnzeige

Hund auf Wiese

Schlüsselbegriffe in der Hundeerziehung sind Aufmerksamkeit und Motivation. Foto: vetproduction

Hundeerziehung kann eine ganz schön knifflige Angelegenheit sein: Während der eine Hund an der Leine zieht und fremde Hunde anbellt, belagert der andere das Sofa oder zerbeißt Tischbeine und Turnschuhe. Hier finden Sie eine Reihe genereller Erziehungstipps für alle Lebenslagen, damit sich die meisten Probleme bei Ihnen und Ihrem Hund erst gar nicht einschleichen:

 

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Erziehungstipp 1: Hundeerziehung beginnt am ersten Tag

Egal ob Welpe oder Hundesenior – sobald der Vierbeiner bei Ihnen einzieht, sollten die grundlegenden Regeln im Haus feststehen und eingehalten werden. Es ist viel einfacher, wenn der Hund von Anfang an lernt, dass das Sofa nicht sein Platz ist und dass er nirgendwo hingelangt, wenn er an der Leine zieht. Ungünstige Verknüpfungen im Kopf des Hundes wieder abzutrainieren ist viel schwieriger, als sie erst gar nicht entstehen zu lassen.

 

Erziehungstipp 2: Konsequent sein und an einem Strang ziehen

Dem Hund „nur ab und zu“ etwas durchgehen zu lassen, was eigentlich nicht erlaubt ist, kann monatelanges Hundetraining wieder zunichtemachen. Wer seinem Hund nur alle paar Wochen einen Happen vom Tisch zusteckt, erzieht einen besonders hartnäckigen Bettler: Fido lernt, dass er nur ausdauernd genug betteln muss, bis irgendwann mal etwas abfällt. Auch wenn nur die Enkelkinder ihm etwas abgeben oder Frauchen und Herrchen sich in der Konsequenz nicht einig sind, lernt der Hund besonders schnell – nämlich die Erziehungslücken effektiv auszunutzen.

 

Erziehungstipp 3: Den Hund richtig motivieren

Wer sich einen aufmerksamen Hund wünscht, der mit Freude neue Dinge lernt und sich auf Spaziergängen auch in brisanten Situationen abrufen lässt, der muss dafür sorgen, dass der Hund vor allem eines verinnerlicht: Bei Ihnen ist es am Spannendsten und es lohnt sich, mit Ihnen zusammenzuarbeiten. Hunde lernen am besten mit positiver Bestärkung. Für viele Tiere eignen sich hierzu Leckerchen – was völlig in Ordnung ist, solange diese von der üblichen Futterration abgezogen werden – während einige sich vor allem draußen kaum für Futter interessieren. Nutzen Sie alles für die Erziehung, was Ihren Hund motiviert. Sparen Sie auch nicht daran, Ihren Hund begeistert zu loben, wenn er etwas richtig macht.

 

Erziehungstipp 4: Klar kommunizieren

„Jetzt mach mal schnell Sitz, das Frauchen kommt bald wieder“ oder „Du weißt doch genau, dass du nicht an die Schuhe gehen sollst“ sind keine geeigneten Sätze, um Ihrem Hund etwas mitzuteilen. Ein „Sitz!“ oder „Nein!“, verbunden mit der entsprechenden Geste, reichen in der Hundeerziehung vollkommen aus. Es spricht nichts dagegen, wenn Sie mit Ihrem Hund reden – aber wer inflationär auf den Hund einplaudert, muss sich nicht wundern, wenn der Vierbeiner das irgendwann als Hintergrundgeräusch einordnet und letztlich einfach ausblendet. Wenn ein Hund auf „Ich hab dir doch schon tausendmal gesagt, dass du nicht auf die Couch sollst“ tatsächlich reagiert, liegt das daran, dass er die Körpersprache und Tonlage seines Menschen zu interpretieren gelernt hat.

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Erziehungstipp 5: Das richtige Timing entscheidet

Die Bedeutung von richtigem Timing in der Hundeerziehung ist vielen Hundehaltern gar nicht bewusst. Mit einem Hund zu schimpfen, der eine halbe Stunde zuvor eine Zeitung zerfetzt hat, ist absolut ineffektiv – selbst wenn man ihm die Zeitung um die Ohren haut. Hunde leben im Augenblick. Falls Ihr Vierbeiner überhaupt etwas versteht, dann höchstens, dass Sie eine Abneigung gegen Zeitungen haben. Gleiches gilt umgekehrt fürs Loben: Wenn Sie Ihren Hund in dem Moment ansprechen oder streicheln, wenn er Sie zur Begrüßung anspringt, bestärken Sie ihn in diesem Verhalten. Begrüßen Sie ihn lieber dann, wenn alle vier Pfoten den Boden berühren – das erspart Ihnen in Zukunft eine Menge dreckiger Hosen.

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Erziehungstipp 6: Hier spielt die Musik!

Viele Hunde können auf Spaziergängen kaum ohne Leine laufen. Die einen brechen zur Jagd in den Wald auf, die anderen sind weg, sobald sie einen anderen Hund sehen. Lassen Sie es erst gar nicht so weit kommen! Um Sie entspannt auf einem Spaziergang zu begleiten, muss Ihr Hund lernen, sich an Ihnen zu orientieren. Das bedeutet, dass bei Ihnen „Action“ ist! Spielen Sie Apportierspiele mit Ihrem Hund, fragen Sie Kommandos oder kleine Tricks ab, arbeiten Sie mit einem Futterbeutel, wechseln Sie zwischendurch spontan die Richtung, leiten Sie Kopf- und Suchspiele ein, kurz: Vermitteln Sie Ihrem Hund, dass es sich lohnt, sich an Ihnen zu orientieren. Das stärkt die Bindung zwischen Hund und Mensch und macht beiden viel mehr Spaß.

Jetzt folgen:

 

Erziehungstipp 7: Langsam die Schwierigkeit steigern

Ihr Hund soll lernen, alleine zu Hause zu bleiben? Dann beginnen Sie damit, für eine Minute den Raum zu verlassen. Sie wollen Ihrem Hund beibringen, neben dem Fahrrad herzulaufen, ohne dass er an der Leine zieht? Dann radeln Sie nicht sofort in vollem Tempo los. Zuerst sollte Ihr Fido lernen, artig neben Ihnen herzulaufen, während Sie das Rad schieben. Beginnen Sie immer mit dem kleinstmöglichen Schritt und steigern Sie langsam den Schwierigkeitsgrad. Es ist völlig normal, wenn nicht alles von Beginn an klappt.

 

Erziehungstipp 8: Sich Komplizen suchen

Wenn Sie mit Ihrem Hund ein Verhalten üben möchten, das andere Menschen oder Hunde involviert, ist es häufig sinnvoll, hundefreundliche Freunde oder Bekannte einzuweihen. Auch der Kontakt zu anderen Hundebesitzern in einer Hundeschule kann hier sehr wertvoll sein. Ihr Hund jagt Joggern hinterher? Dann ist es hilfreich, ein oder zwei Komplizen einzuspannen, die vollkommen gelassene Probe-Jogger abgeben. Ihr Hund bellt an der Leine andere Hunde an? Dann gibt es keinen besseren Ort, ruhiges Verhalten zu üben, als in einer Hundeschule oder auf einem Hundeplatz. Manche Erziehungsprobleme lassen sich mit etwas Unterstützung viel besser lösen.

 

Erziehungstipp 9: Denken wie ein Hund

Häufig hört man von Hundehaltern Sätze wie „Der weiß genau, dass er etwas falsch gemacht hat“ oder „Der will mich nur ärgern, er ist einfach ein Sturkopf“. In 99 Prozent der Fälle ist das aber einfach eine menschliche Fehlinterpretation. Hunde denken nicht in Kategorien wie Richtig und Falsch, sie kennen auch keine Häme und kein schlechtes Gewissen. Natürlich mögen Hunde es nicht, wenn sie merken, dass Herrchen oder Frauchen wütend ist – dann ziehen sie den Schwanz ein, blicken zur Seite oder verkrümeln sich in eine Ecke. Dies ist jedoch reines Beschwichtigungsverhalten und hat nichts mit Scham oder schlechtem Gewissen zu tun. Genauso ist es nicht als Zeichen von Boshaftigkeit und Sturheit zu werten, wenn Ihr Hund ein Kommando ignoriert. Das hat in den meisten Fällen ganz pragmatische Gründe: Die Ablenkung ist zu groß oder die Motivation zu gering. Wenn es für Ihren Hund gerade verlockendere Dinge gibt, als auf Sie zu hören, nehmen Sie das nicht persönlich, sondern nehmen Sie sich lieber vor, das Ganze noch einmal mit viel Geduld zu üben.

 

Erziehungstipp 10: Entspannt und geduldig bleiben

Viele Hundehalter machen den Fehler, dass sie zu viel auf einmal erwarten oder frustriert sind, wenn etwas einfach nicht funktionieren mag. Es stimmt: Manchmal fallen Hunde immer und immer wieder in die gleichen Verhaltensmuster zurück oder scheinen plötzlich alles Gelernte wieder vergessen zu haben. Das ist frustrierend – und vollkommen normal. Bleiben Sie geduldig, wenn Ihr Hund wieder in der Leine hängt und zieht wie am ersten Tag. Vielleicht sind Sie einen Schritt zu schnell vorgegangen oder das Erlernte ist einfach noch nicht genug gefestigt. Vielleicht haben Ihr Hund oder Sie auch einfach nur einen schlechten Tag. Verlieren Sie nicht den Mut und werden Sie vor allem nicht grob und ungeduldig. Das wird den Hund lediglich verunsichern und ihn zu weiteren Fehlern verleiten. Nur wenn Sie einen kühlen Kopf behalten, schaffen Sie eine angenehme Lernatmosphäre.

 

 

Weiterführende Informationen

Autor: Christina Trappe, B.A.
Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Martin Waitz
Datum: Februar 2013
Quellen:
Hoefs, Nicole; Führmann, Petra: Das Kosmos Erziehungsprogramm für Hunde. Kosmos, Stuttgart 2006
Rütter, Martin: Hundetraining mit Martin Rütter: individuell, partnerschaftlich, leise, einfach. Kosmos, Stuttgart 2006

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