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Wiederbelebung (Reanimation) von Tieren

 

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Falls Ihr Tier einen Atemstillstand oder Herzversagen hat, ist absolute Eile geboten. Bis Sie die nächste Tierarzt-Praxis erreicht haben, sollten Sie mit sofortigen Wiederbelebungsmaßnahmen (Reanimation) beginnen und diese bis zum Eintreffen beim Tierarzt fortführen.

Maul vom Hund

Bei der Wiederbelebung beim Tier ist es notwendig, die Atemwege zu untersuchen. Hier ein gesunder Hund. Foto: vetproduction

Grundsätzlich ist es hilfreich, wenn Sie sich mit den Reanimationsmaßnahmen der Ersten Hilfe vertraut gemacht haben, bevor Sie im Notfall Ihr Wissen anwenden müssen, denn im Ernstfall zählt jede Minute.

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So läuft die Wiederbelebung (Reanimation) von Tieren ab

Gehen Sie bei der Reanimation Ihres Tieres nach den ABC-Regeln vor:

  • A-Atemwege: Stellen Sie sicher, dass die Atemwege Ihres Tieres frei sind. Strecken Sie den Kopf des Tieres und ziehen Sie seine Zunge hervor. Entfernen Sie eventuell vorhandene Fremdkörper, Schleim oder Erbrochenes (am besten mit einem Tuch) aus der Maulhöhle.
  • B-Beatmen: Umfassen Sie Nase und Maul Ihres Tiers mit Ihrer Hand so, dass der Fang geschlossen ist. Atmen Sie tief ein, setzen Sie Ihren Mund an die Nasenöffnung des Tieres und atmen Sie kräftig aus. Richtig ausgeführt, können Sie dabei beobachten, wie sich die Rippen des Brustkorbs heben. Warten Sie ab, bis sich die Rippen wieder senken. Und wiederholen Sie den Vorgang. Insgesamt 10 bis 20 Mal in der Minute sollten Sie Ihr Tier beatmen – solange, bis es selbständig die Atmung wieder aufnimmt.
  • C-Circulation (Kreislauf): Ein Atemstillstand muss nicht zwangsläufig von Herzversagen begleitet sein. Lässt sich jedoch kein Herzschlag mehr feststellen, beginnen Sie unverzüglich mit der Herzmassage:

Lagern Sie Ihr Tier dazu auf die rechte Körperseite. Drücken Sie seinen Brustkorb etwa auf Höhe des Ellenbogengelenks mit kontrollierter Kraft etwa 80 bis 100 Mal in der Minute zusammen. Wenn keine weitere Hilfsperson zugegen ist, komprimieren Sie den Brustkorb Ihres Tieres 15 Mal hintereinander und beatmen Sie dann Ihr Tier mit zwei aufeinander folgenden Atemstößen. Anschließend beginnen Sie erneut mit der Herzmassage. Bei kleinen Hunden oder Katzen können Sie die Herzmassage auch durchführen, indem Sie den Brustkorb mit einer Hand von unten umfassen, sodass auf der einen Brustkorb-Hälfte die Finger, auf der anderen der Daumen zu liegen kommt. Ist ein weiterer Helfer zugegen, können Beatmung und Herzmassage auch gleichzeitig erfolgen.

Bei einem Atemstillstand oder Herzversagen ist die Reanimation die einzige Überlebenschance für Ihr Tier. Befürchtungen, Sie könnten Ihr Tier dabei verletzen, sollten Sie dabei außen vor lassen. Selbst wenn eventuell Schäden an den Rippen auftreten, lassen sich diese zu einem späteren Zeitpunkt behandeln.

 

 

Weiterführende Informationen

Autor: Pascale Huber, Tierärztin
Datum: Januar 2011
Quellen:
Suter, P.F., Kohn, B. et al.: Praktikum der Hundeklinik. Parey Verlag, 2006
Powell, L. et al.: Small Animal Emergency and critical care. Wiley Blackwell Verlag, 2011
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. De gruyter Verlag, 2010
Silverstein, D., Hopper K.: Small Animal Critical Care Medicine. Saunders Elsevier Verlag, 2009

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