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Erste Hilfe beim Tier bei Schock (Schocktherapie)

 

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Wie äußert sich bei meinem Tier ein Schock?

Maul vom Hund

Bei einem Schock bei Tieren sehen die Schleimhäute blass, und nicht so rosig wie auf diesem Foto, aus. Foto: vetproduction

Es ist wichtig, einen Schock bei Ihrem Tier schnell erkennen zu können, um rasch Erste Hilfe zu leisten. Hat Ihr Tier einen Schock, ist es in der Regel sehr schwach – in manchen Fällen auch bewusstlos. Folgende Symptome weisen beim Tier auf einen Schock hin:

  • Schneller Puls: Den Puls können Sie bei Hund und Katze auf der Innenseite des Oberschenkels tasten. Umfassen Sie den Oberschenkel des Tieres so, dass Ihre Finger innen, und Ihr Daumen außen liegt. In der Mitte der Oberschenkel-Innenseite ertasten Sie eine Rinne zwischen den Muskeln. Indem Sie hier sanften Druck ausüben, können Sie den Puls der Oberschenkel-Arterie fühlen. Normalerweise beträgt der Puls etwa zwischen 80 und 120 Schlägen in der Minute, kann aber bei jungen, sehr kleinen oder aufgeregten Tieren auch höher sein. Im Schock „rast“ der Puls und die Pulswelle fühlt sich gleichzeitig schwach an.
  • Schnelle, flache Atmung: Bei Tieren mit einem Schock ist die Atmung schnell und flach. Sie erkennen die Atemfrequenz, indem Sie die Bewegungen des Brustkorbs beobachten, oder Ihre Hand leicht den Rippen des Tieres auflegen.
  • Blasse Schleimhäute: Im Schock sehen die Schleimhäute von Tieren blass bis weißlich-porzellanfarben aus. Gut zu sehen ist dies am Zahnfleisch. Um die Durchblutung zu testen, überprüfen Sie die Füllungszeit der kleinen Blutgefäße (sog. kapilläre Füllungszeit), indem Sie mit dem Finger einmal kräftig gegen das Zahnfleisch des Tieres drücken. Normalerweise nimmt die blasse Druckstelle binnen zwei Sekunden wieder eine blassrosa Farbe an. Im Schock ist dieses Phänomen deutlich verzögert – das Zahnfleisch des Tieres bleibt blass.
  • Niedrige Körpertemperatur: Fühlen Sie mit den Händen die Temperatur der Gliedmaßen Ihres Tieres. Im Schock sind diese auffällig kalt. Die Körpertemperatur liegt bei 37 °C oder darunter (die normale Körpertemperatur bei Hunden und Katzen beträgt zwischen 38,0 °C und 38,5 °C).

Was sind die Ursachen eines Schocks beim Tier?

Die Ursachen eines Schocks bei Tieren können vielfältig sein. Ein Schock ist immer die Folge einer anderen Grunderkrankung. Häufige Gründe für einen Schock bei Tieren sind:

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  • Volumenmangel-Schock (Hypovolämischer Schock): Durch Flüssigkeitsverlust (z.B. bei starkem Erbrechen oder Durchfall) oder bei Blutungen
  • Herz-Kreislauf-Schock (Kardiogener Schock): Etwa durch Herzversagen, Herzrhythmusstörungen oder Herzschwäche
  • Stoffwechselerkrankungen: Zum Beispiel bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Schilddrüsen-Funktionsstörungen, Nebennieren-Erkrankungen
  • Vergiftungen: Durch äußere Gifte (z.B. Schwermetall-Vergiftung, Medikamenten-Vergiftung) oder innere Vergiftungen (z.B. Harnvergiftung)
  • Septischer Schock: Bei schweren bakteriellen Infektionen, insbesondere bei Jungtieren
  • Anaphylaktischer Schock: Durch starke Allergien

Wie leiste ich Erste Hilfe, wenn mein Tier einen Schock hat?

  • Bei einem Tier im Schock ist Erste Hilfe das oberste Gebot, denn ein Schock ist stets lebensbedrohlich. So gehen Sie vor, wenn Ihr Tier einen Schock hat:
  • Lagern Sie Ihr Tier auf die rechte Körperseite. Die hintere Körperpartie sollte dabei leicht erhöht liegen.
  • Strecken Sie den Hals von Hund oder Katze, sodass die Atmung nicht behindert wird. Achten Sie darauf, dass die Atemwege frei sind.
  • Schützen Sie Ihr Tier im Schock vor weiterer Auskühlung, etwa durch eine warme Decke oder eine Wärmflasche.
  • Falls Ihr Tier stark blutet, versuchen Sie einen größeren Blutverlust zu verhindern. Drücken Sie daher bei Blutungen sterile Kompressen auf die blutende Stelle oder legen Sie einen festen Verband an.
  • Machen Sie sich schnellstmöglich auf den Weg zu einer möglichst nahe gelegenen Tierarzt-Praxis oder Tierklinik.

 

 

Weiterführende Informationen

Autor: Pascale Huber, Tierärztin
Datum: Januar 2011
Quellen:
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. De Gruyter Verlag, 2010
Powell, L. et al.: Small Animal Emergency and critical care. Wiley Blackwell Verlag, 2011
Silverstein, D., Hopper K.: Small Animal Critical Care Medicine. Saunders Elsevier Verlag, 2009

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