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Erste Hilfe beim Tier bei Atemstillstand

 

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Wie äußert sich ein Atemstillstand bei meinem Tier?

Katze Narkose

Ein Atemstillstand ist ein lebensbedrohlicher Zustand. Das Tier sollte sofort Erste Hilfe erhalten und zum Tierarzt. Foto: vetproduction

Ein Atemstillstand ist ein lebensbedrohlicher Zustand, dem eine schwere Erkrankung, Vergiftung oder Verletzung des Tieres voraus geht. Bevor Ihr Tier einen Atemstillstand erleidet, wird es bewusstlos. In der Regel zeigt das Tier deutliche Symptome eines Schocks. Ein Atemstillstand ist absolut lebensbedrohlich, da das Gehirn des Tieres nicht mehr mit Sauerstoff versorgt wird. Ohne sofortige Behandlung stirbt das Tier binnen weniger Minuten.

Um einen Atemstillstand zu erkennen, beobachten Sie, ob sich die Rippen des Tieres heben und senken. Fühlen Sie gegebenenfalls die Rippenbewegungen mit der Hand. Eine schwache Atmung lässt sich auch erspüren, wenn Sie die Finger wenige Millimeter vor die Nasenöffnung des Tieres halten.

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Überprüfen Sie den Puls beziehungsweise den Herzschlag Ihres Tieres. Um den Puls bei Ihrem Tier aufzufinden, ist ein wenig Übung erforderlich. Es ist daher ratsam, gelegentlich am gesunden Tier das Pulsmessen zu üben. Der Puls lässt sich bei Tieren auf der Innenseite des Oberschenkels – in der Rinne zwischen den Oberschenkelmuskeln – ertasten. Greifen Sie dazu mit Ihrer Hand von außen so an den Oberschenkel des Tieres, dass sich Ihr Daumen außen befindet und Ihre Finger innen.

Bei einem Tier im Schock kann der Puls unter Umständen sehr schwach und daher kaum oder gar nicht zu tasten sein. Legen Sie Ihr Ohr auf den Brustkorb des Tieres, etwa auf Höhe des Ellenbogens, um die Herztöne zu hören.

Was ist die Ursache für einen Atemstillstand beim Tier?

Ein Atemstillstand kann beim Tier zahlreiche Ursachen haben. Nicht selten mündet ein Schock in einem Atemstillstand. Häufige Gründe für einen Atemstillstand bei Tieren sind unter anderem:

  • Erkrankungen von Herz und Kreislauf, wie Herzrhythmusstörungen, Herzversagen durch Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
  • Starke Blutungen oder Flüssigkeitsverlust
  • Schädigung von Gehirn und Rückenmark (z.B. nach Unfällen)
  • Stromunfälle
  • Vergiftungen

Wie leiste ich Erste Hilfe, wenn mein Tier einen Atemstillstand hat?

Vermuten Sie bei Ihrem Tier einen Atemstillstand, ist – unabhängig von der Ursache – absolute Eile geboten. Die Erste Hilfe besteht dann in sofortigen Wiederbelebungsmaßnahmen (Reanimation), die bis zum Erreichen der nächsten Tierarzt-Praxis fortgeführt werden müssen. Sie sind daher stets auf eine weitere Hilfsperson für den Transport Ihres Tieres angewiesen.

Grundsätzlich ist es hilfreich, wenn Sie sich mit den Reanimationsmaßnahmen der Ersten Hilfe vertraut gemacht haben, bevor Sie im Notfall Ihr Wissen anwenden müssen, denn im Ernstfall zählt jede Minute.

Gehen Sie bei der Reanimation Ihres Tieres nach den ABC-Regeln vor:

  • A-Atemwege: Stellen Sie sicher, dass die Atemwege Ihres Tieres frei sind. Strecken Sie den Kopf des Tieres und ziehen Sie seine Zunge hervor. Entfernen Sie eventuell vorhandene Fremdkörper, Schleim oder Erbrochenes (am besten mit einem Tuch) aus der Maulhöhle.
  • B-Beatmen: Umfassen Sie Nase und Maul Ihres Tiers mit Ihrer Hand so, dass der Fang geschlossen ist. Atmen Sie tief ein, setzen Sie Ihren Mund an die Nasenöffnung des Tieres und atmen Sie kräftig aus. Richtig ausgeführt, können Sie dabei beobachten, wie sich die Rippen des Brustkorbs heben. Warten Sie ab, bis sich die Rippen wieder senken. Und wiederholen Sie den Vorgang. Insgesamt 10 bis 20 Mal in der Minute sollten Sie Ihr Tier beatmen – solange, bis es selbständig die Atmung wieder aufnimmt.
  • C-Circulation (Kreislauf): Ein Atemstillstand muss nicht zwangsläufig von Herzversagen begleitet sein. Lässt sich jedoch kein Herzschlag mehr feststellen, beginnen Sie unverzüglich mit der Herzmassage:

Lagern Sie Ihr Tier dazu auf die rechte Körperseite. Drücken Sie seinen Brustkorb etwa auf Höhe des Ellenbogengelenks mit kontrollierter Kraft etwa 80 bis 100 Mal in der Minute zusammen. Wenn keine weitere Hilfsperson zugegen ist, komprimieren Sie den Brustkorb Ihres Tieres 15 Mal hintereinander und beatmen Sie dann Ihr Tier mit zwei aufeinander folgenden Atemstößen. Anschließend beginnen Sie erneut mit der Herzmassage. Bei kleinen Hunden oder Katzen können Sie die Herzmassage auch durchführen, indem Sie den Brustkorb mit einer Hand von unten umfassen, sodass auf der einen Brustkorb-Hälfte die Finger, auf der anderen der Daumen zu liegen kommt. Ist ein weiterer Helfer zugegen, können Beatmung und Herzmassage auch gleichzeitig erfolgen.

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Bei einem Atemstillstand ist die Reanimation die einzige Überlebenschance für Ihr Tier. Befürchtungen, Sie könnten Ihr Tier dabei verletzen, sollten Sie dabei außen vor lassen. Selbst wenn eventuell Schäden an den Rippen auftreten, lassen sich diese zu einem späteren Zeitpunkt behandeln.

 

 

Weiterführende Informationen

Autor: Pascale Huber, Tierärztin
Datum: Januar 2011
Quellen:
Suter, P.F., Kohn, B. et al.: Praktikum der Hundeklinik. Parey Verlag, 2006
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. De gruyter Verlag, 2010
Powell, L. et al.: Small Animal Emergency and critical care. Wiley Blackwell Verlag, 2011
Silverstein, D., Hopper K.: Small Animal Critical Care Medicine. Saunders Elsevier Verlag, 2009

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