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Barfen für die Katze

 

Katze frisst.

Das Barfen bei der Katze basiert auf einer Rohfütterung aus Fleisch und Knochen. Foto: vetproduction

Die richtige Ernährung ist für die Gesundheit von Katzen einer der wichtigsten Bausteine. Die Meinungen über das optimale Katzenfutter gehen dabei oft auseinander. Barfen für die Katze ist, wie bei Hunden auch, eine spezielle Fütterungsform mit dem Ziel, die Tiere möglichst natürlich zu ernähren.

„B.A.R.F.“ steht für „bones and raw food“, also „Knochen und rohes Futter“. Im deutschen Sprachraum hat sich auch die Übersetzung „biologisch artgerechtes rohes Futter“ etabliert. Beim Barfen bekommt die Katze ausschließlich ungekochtes Futter wie rohes Frischfleisch und rohes, püriertes Obst und Gemüse.

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B.A.R.F.-Anhänger sehen Frischfleisch als natürlichste Ernährungsform für Katzen an. Barfen soll die Katze gesünder und fitter halten als erhitztes Katzenfutter. Befürworter argumentieren, dass rohes Katzenfutter noch alle Vitamine und Mineralstoffe enthält. Beim Kochen werde dagegen ein Teil dieser wertvollen Nährstoffe zerstört. „Barfer“ berichten von positiven Auswirkungen wie glänzenderes Fell oder gepflegtere Zähne der Katze.

 

Wie funktioniert Barfen bei der Katze?

Doch wie funktioniert Barfen für die Katze? Kommerziell hergestelltes B.A.R.F. gibt es bislang nicht. Wer barfen möchte, muss das Futter für seine Katze also selbst herstellen. Zumindest B.A.R.F.-Anfänger sollten dazu die einzelnen Futterbestandteile abwiegen. Außerdem sind scharfe Fleischmesser und eventuell ein Fleischwolf sinnvoll, um das Frischfleisch für die Katze in passende Portionen zu zerteilen. Pflanzliches Futter wie Gemüse oder Getreide werden beim Barfen mit einem Mixer oder Pürierstab zerkleinert, damit die Katze sie besser verdauen kann.

Natürlich macht es Arbeit, das Katzenfutter selbst herzustellen. Eine Alternative stellen nach wie vor handelsübliche Fertigfutter dar. Sie decken den Ernährungsbedarf des Tieres komplett ab und erlauben eine unkomplizierte Futtergabe. Auch kann eine Kombination aus Fertigfutter und B.A.R.F. für den Anfang leichter sein. Vielen B.A.R.F.-Anhängern ist es aber besonders wichtig, genau zu wissen, was im Futter für ihre Katze steckt. Beim Barfen können sie direkt beeinflussen, was die Katze bekommt und was nicht. Damit die Katze alle Nährstoffe erhält, die sie braucht, sollten sich Katzenbesitzer sehr genau mit dem Bedarf ihres Tieres auseinandersetzen und das Futter dementsprechend anpassen.

 

Tierärzte raten meist von B.A.R.F. ab

Die meisten Tierärzte empfehlen Barfen für die Katze nicht. Insbesondere rohes Fleisch kann Krankheitserreger enthalten, zum Beispiel Salmonellen, die schweren Durchfall hervorrufen. Beim Barfen ist deshalb besondere Hygiene gefragt. Kochen tötet Bakterien ab und schützt die Katze vor unangenehmen und teilweise sogar gefährlichen Lebensmittel-Infektionen. So kann Schweinefleisch die Erreger der sogenannten Aujeszky-Krankheit enthalten. Dabei handelt es sich um eine Virusinfektion, die bei Katzen in der Regel tödlich verläuft. Sowohl Tierärzte als auch B.A.R.F.-Befürworter raten deshalb davon ab, Katzen mit rohem Schweinefleisch oder Schweineknochen zu füttern.

Auch das Verfüttern von Knochen – einem Hauptbestandteil bei B.A.R.F. – sehen Tierärzte häufig kritisch. Katzen sollten, wenn überhaupt, nicht zu häufig Knochen bekommen. Röhrenknochen und Knochen von alten Schlachttieren, insbesondere von älterem Geflügel, splittern leicht. Die Knochensplitter können zu inneren Verletzungen führen. Deshalb sind diese Knochen nicht für Katzen geeignet.

 

Sind Knochen gut für die Katze?

Knochen von jüngeren Schlachttieren sind dagegen gut für die Zähne. Wenn die Katze auf den Knochen kaut, werden Zahnbeläge abgerieben. Knochen können außerdem dazu beitragen, dass die Katze gut mit Mineralstoffen versorgt wird. Dazu eignen sich aber nur Knochen, die nicht zu hart sind. Sie sollten deshalb ebenfalls von jüngeren Schlachttieren stammen. Bei harten Knochen besteht die Gefahr, dass die Zähne beschädigt werden.

Bekommt die Katze zu viele Knochen gefüttert, treten mitunter Verdauungsstörungen auf. Teilweise ist der Kot weiß verfärbt, eingetrocknet und sehr hart. Tierärzte bezeichnen dies als „Knochenkot“. Plötzlich auftretende (akute) oder auch langfristige (chronische) Verstopfung (Obstipation) kann die Folge sein. Auch kann der verhärtete Kot den Darm verletzen und in schweren Fällen zu einem lebensbedrohlichen Darmdurchbruch (Perforation) führen.

 

Mangelerscheinungen beim Barfen vermeiden

Im Gegenteil zu anderen Haustieren haben Katzen einen höheren Eiweißbedarf und nehmen in freier Laufbahn viel Fleisch zu sich. Sie fressen aber auch das Fell und Pflanzenreste aus dem Verdauungstrakt der gefangenen Tiere. Das Futter sollte deshalb nur zu etwa zwei Dritteln aus Fleisch bestehen.

Für die Katze sind Kohlenhydrate durch pflanzliche Nahrung wichtig, denn sie dienen als Energielieferanten und erhöhen gleichzeitig den Ballaststoffgehalt der Nahrung. Ballaststoffe beugen Verdauungsbeschwerden, wie einer Verstopfung vor und sorgen für eine geregelte Verdauung. Dieser Aspekt wird beim Barfen oft vernachlässigt. Achten Sie deshalb auch bei B.A.R.F. auf eine ausgewogene Ernährung bei Katzen.

 

Barfen – Tipps zum Einstieg

Ob Barfen für die eigene Katze das Richtige ist, muss jeder selbst entscheiden. Nicht jede Katze kann das Futter gleich gut vertragen. Wenn Ihre Katze momentan fit und vital ist, ein angemessenes Gewicht und ein glänzendes Fell hat, spricht nichts dagegen, wenn Sie beim bisherigen Futter bleiben. Wer dennoch Barfen möchte, sollte einige Dinge beachten:

  • Achten Sie in jedem Fall auf eine gute Hygiene! Kochen tötet viele Bakterien ab, die in rohem Frischfleisch noch vorhanden sind und für die Katze gefährlich sein können.
  • Stellen Sie die Futterrationen ausgewogen zusammen. Das Katzenfutter sollte neben Fleisch auch reichlich Ballaststoffe enthalten. Gerade B.A.R.F.-Anfängern hilft es oft, die Futterbestandteile abzuwiegen.
  • Knochen sollten Sie – wenn überhaupt – nur sparsam und sehr vorsichtig verfüttern. Wenn Sie Ihrer Katze Knochen geben möchten, wählen Sie möglichst Knochen von jüngeren Schlachttieren aus.
  • Testen Sie die verschiedenen Lebensmittel zunächst vorsichtig und prüfen Sie, ob die Katze die Nahrung verträgt.

Wenn Sie barfen, sollten Sie unter anderem die Verdauung Ihrer Katze gut im Auge behalten. Wenn sie Verstopfung hat oder ihr Kot weiß verfärbt und sehr hart ist, ist es dringend zu empfehlen, einen Tierarzt aufzusuchen. Mit regelmäßigen Kotuntersuchungen und Blutuntersuchungen können Sie überprüfen lassen, ob Ihre Katze gesund und mit allen Nährstoffen ausreichend versorgt ist – damit sie lange fit und munter bleibt.

 

 

Weiterführende Informationen

 

Autor: M. Sc. Nadja Graßmeier, Ernährungswissenschaftlerin; Klaudia Fernowka, B.A.
Medizinische Qualitätssicherung:
Dr. med. M. Waitz
Datum:
Mai 2012
Quellen:

Eilert-Overbeck, B.: Katzen. Gräfe und Unzer, München 2008
Eickhoff, M.: Das Katzenzahnbuch. Parey, Stuttgart 2009
Huhn, A.: Katzenkrankheiten. Ulmer, Stuttgart 2006
Kübler, H.: Quickfinder Katzenkrankheiten. Gräfe und Unzer, München 2011
Pfleiderer, M., Rödder, B.: Was Katzen wirklich wollen. Gräfe und Unzer, München 2010
Reinerth, S.: Natural Cat Food. Books On Demand, Nordstedt 2008

Schlagwörter:

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