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Herzuntersuchung bei Tieren

 

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Definition:

Untersuchung Kaninchen

Der Tierarzt kann bei einer Herzuntersuchung, je nach Beschwerden, verschiedene Verfahren anwenden. Foto: vetproduction

Was ist eine Herzuntersuchung bei Tieren?

Eine Herzuntersuchung bei Tieren ist eine gründliche Untersuchung des Herzens. Der Tierarzt kann dazu, je nach Beschwerden, verschiedene Verfahren anwenden. Grundlegende Herzuntersuchungen beim Tier sind das Beobachten (Adspektion) und Abtasten (Palpation) der Herzgegend sowie das Abhören des Herzens (Auskultation).

Herzuntersuchungen werden im Rahmen der körperlichen Untersuchung bei Tieren routinemäßig durchgeführt. Kann der Tierarzt durch diese Methoden keine Diagnose stellen, sind weiterführende Herzuntersuchungen bei Tieren möglich, zum Beispiel die Herzultraschall-Untersuchung (Echokardiografie) und die Elektrokardiografie (Elektrokardiogramm, EKG).

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Durchführung:

Wie wird eine Herzuntersuchung bei Tieren durchgeführt?

Adspektion: Bei der Adspektion betrachtet der Tierarzt die Herzgegend beim stehenden Tier. Durch den Herzschlag entstehen Schwingungen, die bei jungen, dünnen und kurzhaarigen Tieren an der linken Körperseite mit bloßem Auge sichtbar sind. Ansonsten ist der Herzschlag nur sichtbar, wenn Besonderheiten vorliegen, zum Beispiel eine Herzvergrößerung oder ein zu schneller Herzschlag (Tachykardie). Letzteres kann allerdings auch auftreten, wenn das Tier sehr aufgeregt ist.

Palpation: Nach der Adspektion palpiert der Tierarzt die Herzgegend des Tieres. Bei Hunden und Katzen legt er dazu beide Handflächen flach links und rechts auf Höhe des Herzens auf den Brustkorb und achtet auf den Herzrhythmus. Durch das Abtasten lassen sich neben einem verstärkten oder schwachen Herzschlag auch Frequenz- und Rhythmusstörungen erkennen.

Ein verstärkter Herzstoß tritt zum Beispiel auf, wenn das Herz vergrößert ist (Hypertrophie), und bei Tieren, deren Brustwand sehr dünn ist. Besonders schwach oder nicht tastbar ist der Herzschlag, wenn die Herzaktivität des Tieres sehr gering ist (z.B. bei Herzschwäche). Aber auch eine geblähte Lunge oder Flüssigkeitsergüsse kommen als Ursache infrage. Bei Hunden ist der Herzschlag meistens wegen starker Fetteinlagerungen, Flüssigkeit im Brustkorb oder einem Herzbeutel-Erguss (Perikarderguss) schlecht tastbar. Bei Katzen ist Flüssigkeit im Brustkorb der häufigste Grund für einen schwach tastbaren Herzschlag.

Auskultation: Bei der Auskultation hört der Tierarzt das Tier mit einem Stethoskop ab. Er achtet auf die normalen Herztöne und mögliche Herzgeräusche, die bei verschiedenen Erkrankungen auftreten. Der Tierarzt hört zunächst die Stelle ab, an der er den Herzschlag bei der Palpation am besten ertasten konnte, zunächst auf der linken Körperseite. Er beurteilt den Herzschlag danach, wie häufig, stark und regelmäßig er auftritt und wie gut sich die Herztöne voneinander absetzen.

Außerdem achtet der Tierarzt bei der Auskultation auf Herzgeräusche. Liegen Herzgeräusche vor, kann der Tierarzt anhand des Zeitpunkts, zu dem sie auftreten, auf mögliche Ursachen schließen. Auch die Lautstärke und der Klang der Herzgeräusche liefern Hinweise auf mögliche Herzerkrankungen. Die Stelle, an der die Herzgeräusche am lautesten sind (Punctum maximum), ist ebenfalls charakteristisch.

Abnorme Herzgeräusche treten unter anderem bei Defekten der Herzklappen oder Kammerwände auf. Die Auskultation liefert dem Tierarzt auch Hinweise auf eine chronische Herzklappen-Entzündung, angeborene Missbildungen, Fremdkörper oder Parasiten im Herzen. Um die Diagnose zu sichern, können weitere Herzuntersuchungen beim Tier, zum Beispiel eine Elektrokardiografie (Elektrokardiogramm, EKG), Herzultraschall-Untersuchung (Echokardiografie), Röntgen-Untersuchungen oder eine Computertomografie (CT) des Herzens angefertigt werden.

Bei Reptilien ist die Auskultation mit einem Stethoskop schwierig, da die Schuppen Reibegeräusche verursachen. In der Regel überprüft der Tierarzt die Herztätigkeit bei ihnen mit einem sogenannten Pulsoxymeter.

Perkussion: Bei Großtieren wie Pferden oder Rindern führt der Tierarzt in seltenen Fällen eine Perkussion des Herzens durch, um die Herzdämpfung zu beurteilen. Dazu klopft er den Brustkorb des Tieres mit einem kleinen Hammer und einem sogenannten Plessimeter, einem S-förmig gebogenen Metallspatel, ab. Die Herzdämpfung ist unter anderem bei Herzbeutel-Ergüssen verstärkt. Bei einer geblähten Lunge ist die Herzdämpfung dagegen geringer als normal. Hat das Tier bei der Perkussion Schmerzen, kann dies ein Hinweis auf eine akute Entzündung des Herzbeutels oder des Rippenfells sein.

Bei Kleintieren wie Hunden oder Katzen wird die Perkussion normalerweise nicht durchgeführt, da sie oft nicht sehr aussagekräftig ist. Mit anderen Herzuntersuchungen wie der Herzultraschall-Untersuchung oder einer Röntgen-Untersuchung sind Erkrankungen des Herzens beim Kleintier besser erkennbar. Sind diese Methoden nicht verfügbar, führt der Tierarzt die Perkussion mit zwei Fingern anstelle von Hammer und Plessimeter durch.

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