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Endoskopien (Spiegeluntersuchungen) bei Tieren

 

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Themen-Special:Juckreiz beim Hund

© chalabala / Fotolia.comAnzeige

Definition:

Endoskopie beim Hund

Bei der Spiegeluntersuchung wird das Endoskop durch den Rachen des Tieres eingeführt. Foto: vetproduction

Was sind Endoskopien (Spiegeluntersuchungen) bei Tieren?

Eine Endoskopie (Spiegeluntersuchung) ist ein bildgebendes Verfahren zur Untersuchung von Tieren. Wörtlich bedeutet Endoskopie „in das Innere des Körpers sehen“. Mithilfe eines Endoskops inspiziert der Tierarzt innere Körperhöhlen und Organe, die sich durch eine Ultraschall-Untersuchung oder Röntgen-Untersuchung nicht ausreichend beurteilen lassen. Ohne die Endoskopie wäre es sonst nur durch eine Operation möglich, das Innere des Körpers zu betrachten. Ursprünglich stammt die Endoskopie aus der Humanmedizin, wird aber vermehrt auch in der Tiermedizin eingesetzt.

Durch eine Endoskopie kann der Tierarzt die Oberflächen von inneren Organen beurteilen, Gewebeproben (Biopsien) entnehmen und Fremdkörper entfernen. Auch die sogenannte Minimalinvasive Chirurgie (Schlüsselloch-Chirurgie) ist durch die Endoskopie möglich: Bestimmte kleinere Operationen können so mithilfe des Endoskops durch kleine Einschnitte durchgeführt werden.

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Die Endoskopie ist an verschiedenen Stellen und Organen des Körpers einsetzbar. Der Tierarzt kann so beispielsweise den Darm (Koloskopie), die Gelenke (Arthroskopie), die Blase (Zystoskopie), die Lunge (Bronchoskopie) oder den Magen (Gastroskopie) durch eine endoskopische Untersuchung beurteilen. Beim Pferd werden häufig der Luftsack und der Kehlkopf endoskopisch untersucht.

Ein Endoskop besteht aus einem Einführungsschlauch (Insertionsschlauch), der je nach Endoskop-Art eine gewisse Beweglichkeit aufweist (flexibles Endoskop) oder aus unbiegsamen Materialien besteht (starres Endoskop). An dem Einführungsschlauch befinden sich eine Kamera (die Optik), ein Handgriff und ein abführendes Kabel. Das sogenannte Lichtkabel verbindet das Endoskop mit einer Lichtquelle. Bei Video-Endoskopen wird das Bild direkt auf einen Bildschirm übertragen.

Der Tierarzt füllt die Organe oder Körperhöhle bei der Endoskopie mit Luft oder Gas, damit die Organwände nicht auf die Kamera fallen und das Bild verdecken. Hierfür benötigt er eine Gaspumpe oder einen sogenannten Luftinsufflator. Oftmals ist eine Absaugpumpe vorhanden, um Körperflüssigkeiten oder Gase des Tieres während der Endoskopie abzusaugen.

Im Rahmen einer Endoskopie bei Tieren führt der Tierarzt flexible Arbeitsgeräte wie Zangen, Scheren oder Schlingen in den Arbeitskanal des Endoskops ein, um Gewebeproben zu entnehmen oder Fremdkörper zu entfernen. Mithilfe von kleinen Bürstchen kann er Proben von Zellen gewinnen und im Labor beurteilen.

Durchführung:

Wie wird eine Endoskopie (Spiegeluntersuchung) beim Tier durchgeführt?

Der Tierarzt führt eine Endoskopie (Spiegeluntersuchung) in Vollnarkose oder unter einer starken Beruhigung durch. Es gibt zwei verschiedene Arten der Endoskopie – Tiermediziner unterscheiden einen diagnostischen und einen therapeutischen Eingriff.

Unter therapeutischen Eingriffen ist ein sogenannter minimal chirurgischer Eingriff zu verstehen, beispielsweise eine geplante Kastration mittels Endoskopie.

Der Tierarzt schafft vor der Operation zunächst möglichst sterile Bedingungen. Er befreit die betroffene Stelle des Tieres von Haaren, säubert und desinfiziert sie. In den Bauchraum wird ein Gas gefüllt, damit genügend „Platz“ für das Endoskop vorhanden ist, ohne die umgebenden Organe zu beschädigen. Der Tierarzt setzt drei kleine Schnitte; durch einen Schnitt wird das Endoskop eingeführt, womit er in das Innere sehen kann. Die Arbeitsgeräte führt er durch die beiden anderen Zugänge ein. Der Tierarzt kann den endoskopischen Eingriff dann mithilfe dieser Geräte durchführen. Die drei kleinen Einschnittstellen werden vernäht, nachdem die Operation beendet ist.

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Bei einem diagnostischen Eingriff ist das Ziel, die Ursache einer Erkrankung mittels Endoskopie herauszufinden. Erbricht das Tier beispielsweise häufig, führt der Tierarzt eine Magenspiegelung (Gastroskopie) durch, um eine Magenschleimhaut-Entzündung (Gastritis) oder ein Magengeschwür (Magenulkus) zu diagnostizieren. Hierfür legt er das Tier in Narkose und schiebt den Endoskopie-Schlauch vorsichtig unter Sichtkontrolle in die Speiseröhre und weiter bis in den Magen vor. Der Tierarzt betrachtet Magen und die ersten Darmabschnitte dann genau und achtet dabei besonders auf krankhafte Veränderungen.

Bei Endoskopien der Gelenke (Arthroskopien) bei Tieren setzen Tierärzte diagnostische und therapeutische Eingriffe oftmals kombiniert ein. So wird das Gelenk zunächst mithilfe des Endoskops beurteilt und die gefundenen Erkrankungen, wie beispielsweise starke Arthrose (Gelenkschwund) oder freie Knochenstücke im Gelenk, entfernt.

Nach der meist kurzen Eingriffsdauer einer Endoskopie wacht das Tier aus der Narkose auf. Je nach Eingriff verabreicht der Tierarzt dem Tier anschließend Antibiotika und/oder Schmerzmittel.

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